Kurienreform durch “loyalen Ungehorsam” à la McKinsey, ZdK und Luther?

Der Catholic Herald berichtete letzten Donnerstag und damit nicht am 1. April:

According to Sandro Magister, the Pope “welcomed enthusiastically” the idea of bringing in Thomas von Mitschke-Collande to assist him in streamlining the Roman Curia.

He said the proposal was made by Fr Hans Langerdörfer SJ, secretary of the German bishops’ conference, and supported by Cardinal Reinhard Marx of Munich and Freising, one of the group of eight cardinals advising the Pope.

Dr. Thomas von Mitschke- Collande ist Unternehmensberater, ZDK-Mitglied und Autor des Buches “Schafft sich die katholische Kirche ab?” Aus einem Interview mit der KNA von 2012:

Wir brauchen eine Theologie des Scheiterns und der Barmherzigkeit, um wieder glaubwürdiger zu werden….Dann muss die Kirche katholischer werden – nicht römischer.

Wir reden seit Jahren über Reformen, und nichts passiert. Irgendwann muss man zur Tat schreiten. Wir haben heute durchaus so etwas wie eine vorreformatorische Stimmung. Steine des Anstoßes gibt es genug. … Aus Wut-Katholiken werden Mut-Katholiken. Damit etwas ins Rollen kommt, fehlt vielleicht nur noch eine charismatische Persönlichkeit wie Franziskus oder Martin Luther.

Nun würde mich, falls Sandro Magister zutreffend berichtet, interessieren, über was Papst Franziskus so begeistert ist? Herr, laß es einen blöden Scherz sein oder wenigstens eine Ente!

[via Cinderella01 vom Beiboot Petri]

UPDATE:  Von dort auch ein gspaßiges Schmankerl dazu von Father Zuhlsdorf:

>> Schadenfreude and Reform of the Roman Curia

Years ago in the hall of the Palazzo del Sant’Uffizio I ran into the then-Prefect Cardinal Ratzinger, who was always happy to chat and let me pick his brains.

On one occasion, he quipped that he was glad that Peter stopped in Rome and did not go north to Germany.  ”Imagine”, he said, “were the Vatican in Germany, the efficiency with which we could be making our mistakes”.<<

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2 Antworten zu Kurienreform durch “loyalen Ungehorsam” à la McKinsey, ZdK und Luther?

  1. Clara Franz schreibt:

    Ich habe das gesamte Interview gelesen und komme immer mehr zur Überzeugung, dass der Riss in der katholischen Kirche tiefer ist, als wir wahrhaben wollen.
    Manchmal, ich gestehe, wünsche ich mir sogar die Trennung der beiden auseinanderdriftenden Flügel.
    Kann man auf Dauer krampfhaft zusammenhalten, was sich in Wirklichkeit abstößt?
    Können die papst- und romtreuen Gläubigen und die liberal-links-rebellisch gesinnten Gläubigen noch zueinanderfinden, ohne dass es einer Selbstaufgabe der einen Seite gleichkommt?
    Die Wünsche und die Forderungen an die Kirche sind zu verschieden, als dass es ein konstruktives Miteinander geben könnte.
    Kann es überhaupt noch unter diesen voraussetzungen einen gemeinsamen Weg in die Zukunft geben?
    Meine Hoffnung setze ich auf die neuen Gemeinschaften, auf die Jung-Priester, auf all diejenigen, die das alles so satt haben, wie ich es mittlerweile satt habe.
    Obwohl ich nicht mehr so jung bin!

    • clamormeus schreibt:

      Ich weiß es nicht.
      Jedenfalls: wenn so viele in einer “vorreformatorischen Stimmung” sind, müßte man ihnen schonend klarmachen, daß es Luther und die Reformation schon gab und sie niemand hindert, diese Damen und Herren Wutmutchristen im “loyalen” Ungehorsam, sich jenen Glaubensgemeinschaften anzuschließen, die all das, was sie meinen zu brauchen, schon ganz ohne Rom praktizieren. Ich persönlich würde keinen aufhalten.

      Nur würde mich interessieren, ob Magisters Angaben stimmen, daß der Papst einen McKinsey Mitarbeiter, der dazu das größte Problem der Kirche in Rom bzw. einem fehlenden Luther sieht, tatsächlich als Berater für eine Neuausrichtung der Kurie tätig werden lassen will. Ich hoffe weiter, daß das eine Ente ist.

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