Sonett I

Ach laßt sie doch, die uns als Träumer schmäh’n und Heuchler gar,
für die es nichts als vages Gleichnis oder list’ge Fabel meint,
daß einst des Himmels und der Erde Schöpfer
sich hier aus einem Weib als Mensch gebar,
um uns zu lehren und für uns zu sterben,
auf daß wir Sünder werden einst mit ihm in seinem Reich vereint.

Doch auferstanden ist er auch für sie, die voller Stolz
ihn als des einen Gottes Menschensohn verneinen wollen;
vergeßt es nicht: sein Wort ward auch für sie gesprochen!
So nehmt den Spötter milde hin; laßt ab von eitlem Grollen.
So lang noch Lebensatem gütig ihn durchfließt,
ist’s nicht auf Ewigkeit gebrochen.

Und kündet dies an jedermann,
gelingt’s einmal nur, maßlos größer ist dies als ein Orden,
nichts jemals hätte mehr gelohnt:

Daß einer es durch dich begreifen lernt, es fassen kann:
„Das Wort ist wahrhaft Fleisch geworden
und es hat mitten unter uns gewohnt!“

 

Copyright: clamormeus, 24. Dezember 2012

Über clamormeus

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Eine Antwort zu Sonett I

  1. Ana María Pilar schreibt:

    Wie schön dies‘ Sonett, daß uns nur all zu sehr vor Augen hält, daß wir unseren Glauben nicht nur voller eitlem Stolz in uns bewahren sollen, sondern uns vielmehr bewußt werden läßt, der Verpflichtung gewahr zu werden, andere daran teil haben zu lassen. Hab‘ Dank für die in so schöne Verse gefaßte Botschaft!!!

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