So bestehen Sie als Katholik besser in der Öffentlichkeit!

Der clamormeuspress – Ratgeber

Clamormeuspress verfolgte aufmerksam die Berichterstattung hier und anderswo über den neuen Umgang mit Katholiken in der öffentlichen Debatte. Was tun? Finden Sie hier heraus, wie Sie Ihre persönliche Strategie im Ernstfall optimieren können. Von unserer Ratgeberredaktion exklusiv und kostenlos hier für Sie!

Sie sind Katholik und wollen sich gelegentlich dennoch an öffentlichen Debatten, offenen Internetforen, oder einfach an angeregten Gesprächen in geselliger Runde beteiligen dürfen. An irgendeinem Punkt werden Sie plötzlich gefragt, ob Sie Katholik seien. Wie verhalten Sie sich?

A Ich stöhne entrüstet auf und rufe: Wer, ich? Nööö!

B Mmh, ja, also, sagen wir mal so, ich wurde katholische getauft.

C Ja, schon. Aber ich bin mit vielem nicht einverstanden!

D Ja, bin ich, aber ich weiß jetzt nicht, was das mit meinem Antrag für den neuen Zebrastreifen zu tun hat!?

E Selbstverständlich bin ich Katholik, ich befürworte auch die Lehre der Kirche und stehe voll hinter dem Papst!

Welche Strategie entspricht Ihrem Typ am ehesten? Hier die Auswertung:

A Sagen wir’s so: Sie gehen gern auf Nummer sicher. Aber warum verleugnen Sie dabei gleich vor Zeugen Ihren Glauben? Die bessere Lösung für Ihren Typ: lachen Sie und ersetzen Sie das „Nööö!“ einfach durch ein „Der war gut!“.

B Der Ansatz ist nicht übel, aber Sie müssen mit einem fragenden Schweigen rechnen. Fügen Sie also besser gleich von vornherein etwas wie „Meine Eltern wurden damals noch so erzogen“ an und schützen Sie sich vor Nachfragen mit einer Miene, die den anderen suggeriert, sie dächten an ein ganz traumatisches Kindheitserlebnis. Klappt glatt. Im schlimmsten Fall wird Ihnen eine anwesende Psychotherapeutin Ihre im dezent überreichten Taschentuch versteckte Vistienkarte unterjubeln.

 C Der gängige Standard. Aber Vorsicht! Auch als kircheninternen Kritiker könnte man Sie zur Truppe zählen. Und im schlimmsten Fall sogar für einen Vorkonzilaren halten. Lenken Sie also durch starke Schlüsselreize mögliche Aversionen gegen Sie sofort um. Eine kurze stöhnende Kette wie: Papst, Sexualmoral, Frauen, Kondome sollte schon locker genügen!

D Im Prinzip haben Sie ja recht! Aber wenn Sie so vorgehen, können Sie Ihren Zebrastreifen vergessen, man wird ihn aus Trotz ablehnen. Upgraden Sie auf 2.0 : Sprechen Sie sich einfach eifernd gegen Ihr tatsächliches Anliegen aus – so werden Sie immerhin Ihren Zebrastreifen bekommen, Ihren Ruf sind Sie so oder so los, garantiert!

E Okay, dumm gelaufen, aber es ist nun mal passiert. Jetzt heißt’s: schneller ziehen! Nutzen Sie die Schockstille Ihrer Runde aus, machen Sie Ihren Begleitern den Finsterling, als den sie Sie nun ohnehin sehen werden. Legen Sie drauf, was das Zeug hält! Aber: Sie müssen verflixt gut sein jetzt, Minimum Level Kinski in der Probenpause! Erheben Sie sich, zischeln Sie eine Wortkette, die die Begriffe Hurenböcke, Ehebrecher, Sodomiten, Trunkenbolde, Heuchler, Betrüger, Vatermörder und Pharisäer enthält, lassen Sie Ihren Blick dabei langsam über die Runde schweifen. Drohen Sie nun mit Gericht und Verdammnis. Rezitieren Sie dann gefährlich ruhig etwas, das so ähnlich klingt wie ein Bibelzitat (keep it catholic, kein echtes!). Anschließend werfen Sie einen Tisch um und schmettern ein „Erwachet!“ in die Runde, dann verlassen Sie selbstbewußt die Location. Unterdrücken Sie Ihren Lachanfall draußen so lange, bis Sie außer Hörweite sind. Es wird zwar fortan etwas einsam um Sie werden, doch man wird Sie immerhin in Ruhe lassen. Aber wirklich katholisch ist diese Nummer auch nicht, das wissen Sie selbst. Versuchen Sie’s nächstesmal besser gleich mit A, B, C oder D.

Danke für’s mitmachen, einen heiteren Abend wünscht Ihnen clamormeuspress!

Über clamormeus

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2 Antworten zu So bestehen Sie als Katholik besser in der Öffentlichkeit!

  1. Gerd schreibt:

    Vielleicht noch zu E.

    Zitieren sie Jesus:
    Mühlstein, Tiefe des Mereres, besser nie geboren, äußerste Finsternis, Heulen und Zähneknirschen, Feuer das nie erlischt, wird verdammt werden, ich kenne euch nicht, wollt auch ihr gehen? weg von mir Satan,

  2. Clara Franz schreibt:

    Dieser Beitrag vom lang schon vergangenen Januar habe ich soeben entdeckt und er hat mir so gut gefallen, dass ich auch jetzt noch meinen -entbehrlichen und vermutlich unnützen- Senf dazu geben muss.
    Früher hätte ich zu Antwort B gegriffen, aber nicht als Ausrede, sondern aus einem echten, genau so empfundenen Gefühl heraus.
    Heute, fast 10 Jahre später, eindeutig Antwort E!!!
    Den ersten Teil des Satzes hätte ich auch -wie von Ihnen vorgeschlagen- so formuliert, aber den Restsatz dann verkürzt.
    In etwa so:
    „Selbstverständlich bin ich Katholik – und das sehr gern!“
    Aber wie gesagt, 10 Jahre mussten ins Land gehen, um die Courage zu entwickeln, diesen kleinen Satz sprechen zu können, wenn sich diese Situation ergeben würde und meinem Gegenüber dabei beherzt in die Augen zu schauen.
    Übrigens, am 8. Dezember 2013, dem Tag der „Unbefleckten Empfängnis“, werden es genau 10 Jahre sein.
    An diesem Tag werde ich dankbar meinen 10. Geburtstag als gläubige Katholikin feiern.

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