Domine non sum dignus… – Ein Nebengedanke

Blogger Olaf Tannenberg erwähnt in Das fünfte Gebot, der Katechismus und die Soldaten, einem lesenswerten Gastbeitrag für Elsas Nacht(b)revier, eine „ökumenische Initiative zur Abschaffung der Militärseelsorge“ und würdigt deren nicht nur aus christlicher Sicht mehr als befremdendes Ansinnen entsprechend. Dazu fiel mir gerade noch das ein:

Der erste Bericht über christliche Militärseelsorge steht im NT. Sie galt nicht nur einem Soldaten, sondern sogar dem Offizier einer imperialistischen Besatzungsmacht, einem römischen Hauptmann. Die demütigen Worte, mit denen er Jesus antrug, seinen kranken Diener zu heilen, werden noch heute unmittelbar vor jeder Hl. Kommunion gesprochen.

Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!

Es sind die Worte eines Soldaten. Jesus sagte ihm übrigens nicht, er solle sich aus dem Land trollen und gefälligst den Beruf wechseln, sondern pries erfreut den Jüngern dessen vorbildlichen Glauben.

Über clamormeus

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5 Antworten zu Domine non sum dignus… – Ein Nebengedanke

  1. Gerd schreibt:

    Besserwissermodus ein:
    Ich hab die Schriftstelle jetzt nicht parat, aber war es nicht Johannes der Täufer, der explizit den Soldaten empfahl sich mit ihrem Sold zu begnügen und niemanden Unrecht zu tun? Könnte man ja strenggenommen als vorweggenommene „christliche“ Militärseelsorge bezeichnen.
    Besserwissermodus aus.

    • clamormeus schreibt:

      Lukas 3, 14? :-)
      Durchaus, und auch Johannes sagt nicht: steigt aus und lernt was pazifistisch korrektes, sondern seid anständig als Soldaten.

    • clamormeus schreibt:

      „Es fragten ihn aber auch Soldaten: was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: begeht gegen niemand Gewalttat und Erpressung, seid zufrieden mit eurem Sold!“

      Da sie den Sold ja für’s Kämpfen bekommen, sind mit „Gewalttaten“ also illegitime, willkürliche gemeint, nicht solche, die legitim und notwendig Teil des Berufstandes sind, meiner bescheidenen Meinung nach.

  2. Elsa schreibt:

    Er sagte jedenfalls nicht: Kauft euch eine Regenbogenfahne und folgt Eugen Drewermann, sondern lächelt milde, selbst wenn er euch dämlich angeht….

    • clamormeus schreibt:

      Ach ja, den gibt’s ja auch noch…. Jetzt muß ich aber hoffen, daß die Worte des Hauptmanns nicht auch noch t(r)iefenpsychologisch in sieben Bänden in dem Sinn gedrewermannt werden, daß der mit dem „Ich bin nicht würdig“ ei – ei – eigentlich sein Schuldgefühl wegen seines Berufes meinte :-)

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