Guardini: Das Recht des werdenden Menschenlebens

Romano Guardini wurde 1947 von Ärzten um eine Stellungnahme zur Diskussion um den §218, hier insbesondere zur „sozialen Indikation“ einer Abtreibung gebeten. Diese wurde 1949 in einer Schriftenreihe veröffentlicht.Darin heißt es unter anderem:

Was uns angeht, ist, daß das Kind im Schoße der Mutter einerseits ihr gehört und aus ihr lebt; andererseits aber ihr entzogen ist, weil es unter dem Gesetz der eigenen, zwar noch schlummernden, aber bereits gegebenen Personalität steht. Die Mutter ist nicht Herrin des werdenden Lebens, sondern dieses ist ihr anvertraut. So hat sie über es wesentlicherweise nicht mehr Rechte, als ein Mensch über den anderen Menschen haben kann.

Wer eine Viertelstunde aufbringen kann, dem sei der ganze Text wärmstens anempfohlen, Guardini macht sich wie gewohnt die Mühe, auf Einwände gegen seine Position einzugehen und diese brilliant zu widerlegen.

(via kath-info.de, mit Dank an P. Recktenwald!)

Über clamormeus

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2 Antworten zu Guardini: Das Recht des werdenden Menschenlebens

  1. Gerd schreibt:

    Zitat:
    „Gewichtige Gründe können dafür sprechen, es doch zu tun; ja sie können so dringlich werden, daß jeder, der ihnen widersteht, als herzloser Doktrinär erscheint. Und dennoch: Wird hier nachgegeben, dann ist das Ende Zerstörung – Zerstörung gerade dessen, was gerettet werden sollte.“

    Das ist doch nun wirklich sehr aktuell. Auch der Hinweis, dass ein erfahrener Arzt, der nicht das ungeborene Leben antasten will, sehr viel sensibler auf den Notstand der Mutter eingehen wird.
    Danke für den Link. Wieder Munition für Abtreibungsdebatten.

  2. clamormeus schreibt:

    Mich beeindruckt auch die Tiefe und Weitsicht, das sprachliche und geistige Vermögen, mit der Guardini die Konsequenzen auch für die ganze Gesellschaft skizziert, wenn Abtreibung erlaubt wird; und sie hat sich leider als Prophetie erwiesen.
    Ja, es lassen sich in dem Text viele Argumentationshilfen finden, die vielleicht auch helfen, die Verkürzungen in den oft so aufgeregten und emotionalen Debatten zu überwinden, eben auch, weil Guardinis düstere Befürchtungen sich mehr als bewahrheitet haben.

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