Die Person bei Romano Guardini

Ergänzend zum Zitat Romano Guardinis in meinem letzten Post „Lebensschutz oder Schutz der Person?“

Eine dichte Veranschaulichung von Guardinis Verständnis der Person, wie er es ausführlich in einer seiner Hauptschriften „Welt und Person“ entwickelte, in diesem Aufsatz der Theologin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, daraus dieses Zitat:

Personalität ist nicht stumpfer Selbstbesitz: Sie erwacht in Begegnung mit anderer Selbstgehörigkeit, mit anderem Du. Erst in der Begegnung kommt es zu einer Bewährung des Eigenen, zur Aktualisierung des Ich. Guardini nennt zwei Arten der Bewährung: das Wahren der Ordnung in der Gerechtigkeit, das Wahren des anderen (seiner „Wertgestalt“) in der Liebe. Löst sie sich von jenen Wirklichkeiten und Normen, wird Personsein gefährdet. „Wer liebt, geht immerfort in die Freiheit hinüber; in die Freiheit von seiner eigentlichen Fessel, nämlich von sich selbst. (…) Jeder, der um die Liebe weiß, weiß um dieses Gesetz: dass erst im Weggehen von sich selbst die Offenheit entsteht, worin das Eigene wirklich und Alles blühend wird.“

[Romano Guardini: Welt und Person. Versuche zur christlichen Lehre vom Menschen. Grünewald Verlag 1988. Teil 54 aus der Reihe „Sechzig Hauptwerke der Philosophie“, © Die Tagespost vom 6.Dezember 2008, hier online auf zenit.org ]

Über clamormeus

Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Tagesgedanken abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s