Danke – eine kleine Improvisation gegen den Schmerz

Verbunden in Liebe

Wie viele hast Du aufgeweckt, wie viele gerufen, die ganz woanders im Leben standen! Die Augen sahen einen zarten Mann, der scheu vor die Menge trat, nachdem das Los ihn traf. Doch so viele Herzen schlugen höher und erfaßten: was hier geschieht, ist unermeßlich groß!

Wir waren Zeugen und wir ließen Dich nicht mehr los, woher wir immer kamen! Du warst nicht nur „Der Papst“, Du warst unser Vater, und immer wenn Du sprachst, war jedem, als sprächest Du auch allein mit ihm, als kenntest Du die Namen all Deiner vielen Kinder!

Dein Lächeln ein liebender Stern, Deine Gebete labender Quell, Deine Worte Schatz der Weisheit und Klarheit.

In gütiger Strenge schenkest Du uns Zuflucht und Ermahnung. Und Hoffnung vor allem. Und die Liebe zur Kirche zurück, so entstellt und ungastlich sie auch manchmal hier haust, von frevelnden Freiern bedrängt und ursupiert, wie einst des Odysseus verwaister Hof.  Du hast uns die Tiefe und die Schönheit unseres Glaubens wieder offenbart, Dein beseelter Atem hat den Mehltau von unseren Augen und Ohren geblasen. Und Du gabst uns den Mut, die Geister zu unterscheiden, auch in unserem Haus.

Wir hörten auf Dich, wir beteten mit Dir, wir stritten für Dich und wir litten mit Dir. Nun mußt Du gehen, unter Schmerzen verstehe ich Dich. Wisse: wir werden Dich immer lieben, und Du hast uns immer gesagt, daß wir erwachsen werden müssen!

Heiliger Vater, danke! Wir werden Dich nicht enttäuschen.  Du schenkst uns weiterhin Deine Gebete, wir Dir dankbar die unseren!

Über clamormeus

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3 Antworten zu Danke – eine kleine Improvisation gegen den Schmerz

  1. Frischer Wind schreibt:

    Danke, clamormeus!
    Sehr, sehr schön; dem möchte ich mich von Herzen anschließen.

  2. muellerm schreibt:

    Ein wahrer Vater kann nicht zurücktreten.
    In Zukunft sollten wir vielleicht die Anrede „Heiliger Vater“ überdenken.
    Es ist ein vermutlich unheilbarer Traditionsbruch.
    Der Mensch sollte sich einzig und allein auf JESUS CHRISTUS verlassen.
    Alles andere ist Enttäuschung.

    • clamormeus schreibt:

      Zum einen, werte/r @müellerm: mit Benedikt tritt ja nicht das Papsttum ab, also die Kirche hat er nicht vaterlos gemacht.

      Ein Bruch mit der Tradition ist das allerdings sicherlich, in den von verschiedenen Seiten m.E. doch recht atemlos und vorschnell etwas Grundsätzliches hineininterpretiert wird, z. B., daß künftig ein Papst wegintrigiert oder -gemobbt werden könne, wobei ich bei romfeindlichen Kreisen da eher den Wunsch als Vater der Spekulation sehen würde. Also ich würde bis jetzt keine Beschädigung des höchsten Hirtenamtes erkennen wollen.

      Zum „einzig und allein verlassen auf Jesus Christus“: das hat Benedikt bei diesem Beschluß sicherlich getan, dessen bin ich gewiß. Vor seinem eigenen Opfer hätte dieser wunderbare Papst sicher nicht zurückgeschreckt, vor „den Wölfen“ ist er nicht geflohen!.

      Enttäuscht bin ich persönlich nicht, nur sehr überrascht und traurig; ich hätte ihn sehr gerne noch sehr lange mit Heiliger Vater angesprochen.

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