Posttraumatische Inquisitionsbelastungsstörung

– oder einfach nur noch …?

Was macht ein „engagierter Laie“, der sich selbst als künftigen Diakon für alternativlos  hält, sein Bischof das aber unverschämterweise anders sieht, u. a. weil er zu dem Schluß kommt, daß die Ansichten dieses Laien in einem solchen Amt der Kirche schaden würden? Er schreibt ein Buch, na klar. W.T.F is the Church, what is a Bishop?

Ein Buch übrigens, das ich nie lesen würde, schon vom Titel her nicht.  Im Klappentext bezichtigt sich dieser Laie der Anmaßung „selbst zu denken“, was nach seiner Ansicht natürlich vom „Bischof und seinen Höflingen“ (sic!) gnadenlos bestraft wurde.

Nun habe ich wider Willen doch eine winzige Passage aus dem Buch zur Kenntnis genommen. Dieser Laie nämlich hat aus einem Blog ein Zitat gepastet, das aussagt, die Autorin habe Verständnis für den Bischof und dabei noch auf den ketzerischen Gedanken verfällt, dem so grausam verhinderten Diakon könne es vorrangig um die Erheischung eines Amtes gegangen sein. So weit, so banal: Eine andere Laiin hat sich halt auf die Seite ihres Bischofs gestellt, ganz inquisitorisch, das!

Doch wird im Buch dieses Laien dieses Zitat einer ganz anderen, sehr bekannten katholischen Bloggerin in den Mund bzw. auf deren Blog gelegt, die rein gar nichts mit diesem zu tun hat. Erstaunlich: denn in der Suchfunktion dieses Blogs kommt der Name dieses Laien nirgends vor, und die Google – Suche des inkriminierten Zitats führte -bis zur Richtigstellung durch die wahrheitswidrig als Autorin genannte Bloggerin-  nur zu dem Blog, auf dem es einst tatsächlich veröffentlicht wurde. Die Schlußfolgerung sei dem Leser überlassen.

So sieht dann also das „Protokoll einer Inquisition“ aus, von einem, der „selbst denkt“.  Pars pro toto? Ich werde es nicht überprüfen. Zu was auch. Nicht, daß ich jetzt auch noch bezichtigt werde, ich sag sogar, wo man das Buch kaufen kann. Na klar beim Weltbild-Verlag!

Einen gesegneten Sonntag zusammen!

Über clamormeus

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3 Antworten zu Posttraumatische Inquisitionsbelastungsstörung

  1. Gerd schreibt:

    >>Im Klappentext bezichtigt sich dieser Laie der Anmaßung “selbst zu denken”,<<

    Gibt es eigentlich einen Zustand indem der Mensch nicht mehr selber denkt? Ich meine jetzt einen gesunden Zeitgenossen, der z.B. ein Buch schreibt und liest. Ich nehme mal an der Autor will mir zeigen wie das geht, selber zu denken. Wenn ich dann aus diesem Schreibwerk den Schluss ziehe, dass Selberdenken so einfach ist, denke ich dann noch selber, oder denke ich dann wie der Schreiberling? Wenn dem so wäre, dann denke ich doch wieder fremd. Ich denke mal, ganz selbstständig, ich werde dieses Buch nicht lesen. Es könnte sein, dass ich dann zum Fremddenker werde…..und das will ja wohl keiner, gell? Denkste……

  2. Johannes schreibt:

    Als bescheidener Thomist würde ich meinen, dass das alles ein großer Quatsch ist mit dem nicht selbst denken dürfen. Wann immer mir einer was sagt, was mir nicht gefällt, dann durfte ich nicht selber denken? Kappes!

  3. clamormeus schreibt:

    Sehe ich auch so. Wenn jemand mit solchen Floskeln hausieren geht, interessiert mich ein Buch von vornherein nicht, egal um was es geht. Hier scheint auch in der Tat die Haltung vorzuherrschen: wer mir widerspricht, der duldet kein selbständiges Denken. Auch weiß ich nicht, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, ein geistliches Amt einzufordern, wenn man die Voraussetzungen dafür nicht erfüllen will, auf denen dieses Amt ja eben beruht und eine unverzichtbare davon ist nun mal die Treue zur Verfaßtheit der Kirche. Private Botschaften gehören eben in private Vorträge. Darauf könnte man doch beim „selbst denken“ eigentlich auch selbst kommen, oder?

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