Der neue Papst und das Summorum Pontificum

Hierzulande ist, seit dem Motu Proprio „Summorum Pontificum“ von 2007, das die ältere lateinische Messe nahezu vollständig rehabilitierte, eine vielsprössige, aber noch zarte Flora erblüht, auf teilweise leider immer noch unwirtlichem Boden oder in rauhem Klima. Als Papst Benedikt seinen Amtsverzicht verkündete waren nicht wenige, die in diesen Pflanzungen beheimatet sind, darum besorgt, wie es nun mit den Ecclesia Dei – Gemeinschaften und  auch den diözesanen Nischen, die man der Feier der überlieferten Liturgie zugesteht, weitergehen würde.  Kaum war Papst Franziskus im Amt, wurde von manchen Bloggern und Kommentatoren, gezetert oder frohlockt, je nach Standpunkt zu den traditionellen Formen der Heiligen Messe und Anbetung. Aber auch Leute, die eher in würdig und korrekt zelebrierten Messen der ordentlichen Form zuhause sind, wird hier und da ein Dammbruch befürchtet,  der der Ausbreitung von eigenmächtigen und willkürlich gestalteten Liturgiesurrogaten Tür und Tor öffnen könnte. Gibt der frischgekürte Papst wirklich begründeten Anlaß dazu?

Nein, sagt  Michael Charlier auf seiner Seite „Summorum Pontificum“ in der wohltuend sachlichen Würdigung „Wir haben einen neuen Papst“.

Von liturgischen Interessen des ehemaligen Erzbischofs einer der großen Diözesen der Welt ist bisher nichts bekannt geworden. Für Berichte, die ihn als Gegner der liturgischen Tradition darstellen, gibt es ebenfalls keine Grundlage. Unmittelbar nach dem Erlass von Summorum Pontificum hat er den Anhängern der überlieferten Messe in Buenos Aires eine geeignete Kirche für ihre Gottesdienste zugewiesen. Im Unterschied zu den meisten anderen Ordinarien Südamerikas hat er es dem Institut Bon Pasteur erlaubt, in seiner Diözese tätig zu werden.

Mit Dank an den Autor für diese auf Fakten beruhende Darstellung! Zwar können wir wohl davon ausgehen, daß Papst Franziskus die Pflege der Liturgie auch im Usus Antiquior nicht eine ähnliche Herzensangelegenheit sein wird, wie seinem Vorgänger. Aber Grund zur Panik besteht auf dem Boden des Bekannten bisher jedenfalls nicht.

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3 Antworten zu Der neue Papst und das Summorum Pontificum

  1. Eugenio schreibt:

    Mir scheint Ihre Darstellung des Verhältnisses des neuen Papstes zur Alten Messe nicht ganz realistisch.
    Hier wird jedenfalls deutlich Anderes berichtet und belegt:

    http://rorate-caeli.blogspot.de/2013/03/how-summorum-pontificum-was-blocked-and.html?m=1

    Bisher habe ich nichts außer Wunschdenken gefunden, „dass kein Grund zur Panik“ besteht.

    • clamormeus schreibt:

      Zunächst danke für den Link, Hochwürden. Wenn dieser Bericht von „rorate caeli“ der Realität entspricht, ergäbe das in der Tat ein völlig anderes Bild als das von Michael Charlier dargestellte.(das zugegebenermaßen die einzige konkretes nennende Stellungnahme war, die ich bisher dazu kannte.).

  2. clamormeus schreibt:

    Möchte noch ergänzen: dieses Motu Proprio “Summorum Pontificum” ist gültiges Kirchenrecht. Persönliche Ansichten über die beiden Formen des römischen Ritus, – ja, dazu habe ich auch eine- sind insofern nebensächlich.
    Ich bin der Ansicht: soll jeder, im Rahmen der festgelegten Missales , uneingeschränkt beheimatet sein dürfen, wo er es eben ist. So viel Freiheit muß sein, wenn das Recht sie schon (mit gewissen Auflagen) gewährt.
    Noch gibt es -von dieser Warte aus gesehen und für mich- nichts anderes dazu zu sagen.

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