Wir sind Wahrheit!

Der gute Katholik weiß immer was richtig ist. Zum Beispiel, daß jeder, den bestimmte Wahrnehmungen und Eindrücke in den ersten Tagen des Pontifikats Papst Franziskus teilweise auch beunruhigten, irritierten oder auch störten, ein engstirniger Mäkler ist, der nicht an die Führung der Kirche durch den Heiligen Geist glaubt. Oder er weiß, daß jeder, der auch nur irgendetwas  positives am Auftreten des neuen Pontifex konstatierte, ein weltfremder, naiver Träumer ist, der nicht wahrhaben will, daß die letzten Jahre der Kirche durch dieses Konklave besiegelt wurden, ach was, die letzten Monate, Stunden!

Und wehe dem, der jetzt weder „Hosanna“ noch „Jagt den Händler aus dem Tempel“ schreit, sondern nur seine eher nach hierhin oder dorthin neigenden oder schlicht  zwiespältigen Anmutungen wahrhaftig in Worte faßt, selbst wenn er dies in behutsamem, die Möglichkeit seines Irrtums benennden Duktus tut, selbst wenn er seine Eindrücke in der ihm eigenen Wahrhaftigkeit mittels deren Maßstäben ernsthaft zu erläutern vermag! Er wird von denen, die anderes, zweifelsfreies besser wissen, dem einen oder anderen Lager  zugeschlagen werden.  Im jeweils selben Kopfton der Überzeugung, denn der gute Katholik weiß ja immer was richtig ist. Und wer etwas anderes weiß oder zu wissen meint, oder auch nur wahrgenommen hat, kann folglich kein guter Katholik sein.

Schließlich dauert das Pontifikat Papst Franziskus nun schon eine Ewigkeit und vier Abende lang, wer da noch nicht weiß, was dieses mit sich bringen wird, wer da nicht gewiß ist, welche Befürchtungen oder Hoffnungen er unbedingt oder keinesfalls haben muß oder darf, wem immer noch nicht klar ist, welche Früchte dieses Pontifikat zeitigen wird, ist vom Heiligen Geist verlassen und sein Glaube ist schwach!

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2 Antworten zu Wir sind Wahrheit!

  1. Andreas schreibt:

    Gratias ago! Aber „Die Warung“ nicht vergessen! Oder die drei dunklen Tage. Oder die sieben heiligen Mohrrüben. Oder was auch immer … ;-)

    • clamormeus schreibt:

      Natürlich nicht, lieber Andreas, aber waren das nicht die drei heiligenTage und die sieben dunklen Rüben der kochenden alten Frau aus dem einfachen, mithin unterdrückten Volk? :-)
      Wie auch immer, danke!

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