Vox populi, Teil 2

Ihre clamormeuspress Boulevard Serie zu Vorabinterpretationen des neuen Pontifikats durch Schlager, Rock, Pop und Literatur.

Heute: Eine genial getarnte orthodoxe Subversion und düstere Endzeitvisonen

Man kann es kaum glauben, welche Deutungen möglich werden, wenn man sie nur in den richtigen Bezugsrahmen einordnet: Im Gewand des Allerweltsschlagers „Immer wieder sonntags“ forderten Cindy und Bert 1973 subtil verpackt, nichts weniger Erstaunliches als die Bereicherung der katholischen Messe durch Elemente der byzanthinisch orthodoxen Liturgie: Genau hierfür steht nämlich „Ich hör die Bouzouki spielen!“. Dies ist aber keinesfalls im Sinne eines folkloristisch – kreativen Ekklektizismus gedacht, sondern bezieht sich explizit auf streng Rubrizistisches. Denn ostentativ wird wie im Wechselgesang wiederholt: „und das sind die selben Lieder!“ Daß sich das alles auf die christliche Erlösungslehre bezieht, wird klar, wenn man „die wir hörten in der Sonntagsnacht, als Du mir das Glück gebracht“ als Chiffre für die Nacht auf Sonntag deutet. Und damit ist die Osternacht gemeint, in der Christus auferstand, was uns das ewige Glück brachte! Dies alles mußte 1973 – kurz nach der Liturgiereform und mitten im Bildersturm -natürlich noch verschlüsselt gesagt werden. Deshalb wohl auch die nur angedeutete liturgische Gewandung, die wiederum durch die Prätention einer dominierenden Frau und eines unterwürfigen Mannes kaschiert wird.

Was das mit Papst Franziskus zu tun hat? In seiner Inaugurationsmesse wurde das Evangelium auf Griechisch gesungen. Notabene: nur auf Griechisch! Späte Frucht dieses hochsubversiven Songs in (fast) perfekter Volkstums – Camouflage, der die Ökumene der katholischen mit der orthodoxen Kirche befördern wollte?

Nun wieder zu einer ganz anderen Vorausschau: Wir gestatten uns, einen kürzlich hier bereits als Gruß geposteten, fast gleichzeitig erschienen Song in unserem hiesigen Kontext nochmal aufzugreifen. Nicht, weil wir ihn an sich so pricklend fänden, aber die Rocker von Wishbone Ash vertreten hier eindeutigst die endzeitlich – malachiasische Position, nach der der jetzige Papst der letzte sein wird. Und dann heißt’s: „The King will come

In the fire, the king will come.
Thunder rolls, piper and drum.
Evil sons, overrun,
Count their sins – judgment comes.

Der Text belegt zwar nicht, daß nun genau dieses Episkopat gemeint war, aber der Song wird im Prinzip für jedes neues Pontifikat aktuell bleiben, bis es eben einst keines mehr geben wird!

Ganz allein standen die Jungs damals übrigens nicht. Schon Ende der 1960er beschrieben die Kollegen von King Crimson die Stimmung des Vorabends. Brisant: das findet sich auf der LP „21st Century (!) schizoid man„: (Confusion will be my) Epitaph.

Warnung: diese düstere Vision befördert gelinde gesagt in nichts bessere Stimmung. Wenn Sie die gerade brauchen können, lassen Sie es lieber! Empfiehlt Ihre Boulevardredaktion.

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