Home of the Brave?

Nun hat es auch Barack Obama erwischt: er hat etwas getan, was er nie hätte tun dürfen. Die „Welt“ berichtet:

Bei einer Benefizveranstaltung hatte er die Generalstaatsanwältin Kamala Harris nicht nur als brillante und zähe Juristin gelobt, sondern auch noch beschwingt-ironisch als „die bestaussehende Generalstaatsanwältin“ bezeichnet.

Das aufgeschrieene Urteil drang aus den geschlossenen Abteilungen der Zwitscher- und Gesichtsbuchanstalten bis ins Oval Office: SEXISMUS! Aber der US – Präsident gab daraufhin nicht den Brüderle, sondern entschuldigte sich allen Ernstes bei Frau Harris, obwohl diese sich anscheinend gar nicht an der Laudatio Obamas gestört hatte. Warum sollte sie auch. (die Anrede Frau ist nun vielleicht auch sexistisch, da ich von körperlichen Merkmalen ein Geschlecht konstruiere, ohne zu wissen, als was sich die Anwältin gerade so fühlt?)

Ich finde diese Entschuldigung verheerend. Sie ist eine Kapitulation vor einem überall um sich keifenden Nannietum, das sich anmaßt, dem Rest der Welt sein jeweiliges, aber immer abstruses Weltbild aufzuzwängen. In dem Fall hat der Sexismus – Vorwurf, wegen eines simplen, subjektiven Kompliments etwas geradezu Obszönes, unfaßbar Zynisches an sich: in Zeiten, wo wir aus Afrika und Arabien von zunehmenden Vergewaltigungen und Zwangs“verheiratungen“ hören, wo Frauen zum Freiwild für bestialische Horden werden, nur weil sie der „falschen“ Volksgruppe oder Religion angehören, oder in Indien und anderswo, einfach weil sie Frauen sind, von viehischen Horden quasi auf offener Straße überfallen werden, oder weltweit Frauen gegen ihren Willen verschachert werden, um die Triebabfuhrkloaken reicher Länder zu befüllen, wogegen es hierzulande wegen der ach so liberalen Prostitutionsgesetze die die rotgrüne Regierung einführte, kaum mehr eine wirksame rechtliche Handhabe gibt, kommt mir angesichts eines Sexismusvorwurfs wegen eines solchen Satzes fast die Galle hoch!

Aber es gibt einen weiteren Grund, daß die schweigende, kopfschüttelnde, facepalmende Mehrheit endlich sämtlichen „Phobien“erfindern und „-ismus“-Kreativlingenwie auch ihren Bücklingen entschieden entgegentritt. Die im Namen der Gewährung persönlicher Freiheitsrechte und des Ausgleichs zwischen ihnen angetretenen Staaten freiheitlicher Verfassung, die der Verschiedenheit der Individuen gerecht werden wollten, drohen in ein schwarzes Loch totalitären Egalitarismus zu stürzen.

Ein säkularer Burkastaat, der alle geschlechtlichen und sonstige Eigenheiten der Einzelnen der Wahrnehmung entzieht, denen Kommunikation nur noch in einer rudimentären von allen erlernbaren Stümmelsprache gestattet ist, natürlich unter Einsatz eines Stimmverzerrers. Verstöße werden mit Deaktivierung der Lebensmittelbezugskarten geahndet. Und von allen Plakatwänden prangt ein Zitat Ortega y Gassets: „Anderssein ist unanständig“? Im Grunde die Konsequenz der schönen, neuen multiplen „Korrektitis“.

Also Mr. President, weiße Fahne wegwerfen, Stars and Stripes hissen, per Regierungserklärung Kompliment bekräftigen, und entschuldigen höchstens bei den eher „auch hübschen“ anderen Staatsanwältinnen. In the name of Liberty and Freedom!

Über clamormeus

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5 Antworten zu Home of the Brave?

  1. Gerd schreibt:

    Wie soll so eine Entschuldigung eigentlich lauten?

    Sehr geehrte Frau Kamala Harris,
    für meinen verbalen Ausrutscher am Schluss meiner Rede während der Benefizveranstaltung möchte ich mich ausdrücklich entschuldigen und stelle abschliessend fest: Sie sind nur eine brilliante und zähe Juristin.

    Hochachtungsvoll ihr
    Barack Obama

    • clamormeus schreibt:

      Beleidigend hätte das nur sein können, wenn Frau Harris sagen wir mal äußerlich etwas darstellte, was landläufig als äußerst unattraktiv wahrgenommen wird. Tut sie aber nicht. Der Hammer ist doch, daß sich da Dritte aufspielen, und einem anderen verbieten wollen, daß er ein Kompliment macht, das auch keine anderen Frauen brüskiert, weil es ja nur eine Generalanwältin gibt.
      Also gar keine Entschuldigung, für was? Den Verdacht, daß es da letztlich eher um eine Strategie des Ausgleichs natürlicher oder erworbener Attraktivitätsdefizite geht, denn um eine verdrehte „Korrektheit“, müssen sich diese Leute schon gefallen lassen. Wie kann man sich dem unterwerfen?!

  2. Clara Franz schreibt:

    Jetzt habe ich aber gute Lust, vulgär zu werden.
    Mit Mother Angelica möchte ich sagen: „Es kotzt mich an, es kotzt mich so an. Ihr kotzt mich an!“
    Es kotzt mich dermaßen an, wie ich das nicht sagen kann.
    Diese -ismen, diese -phobien, dieses Suchen nach dem Krümelchen, über das man sich empören kann.
    Könnte es nicht sein, dass die überaus hübsche Generalstaatsanwältin sich über das Kompliment gefreut haben könnte?
    Also, ich habe keine Probleme damit mich zu freuen, wenn ich ein Kompliment entgegennehmen darf.
    Wenn ich den Eindruck habe, dass es aus ehrlichem Herzen kommt und nicht als kalkulierte Schmeichelei gedacht ist – warum denn nicht.
    Viele Menschen unter uns sind ernstlich psychisch krank und es ist ein schlimmes Schicksal für die Betroffenen und ihre Angehörigen.
    Allmählich jedoch gewinne ich den Eindruck, dass unsere ganze Gesellschaft so nach und nach ebenfalls psychisch krank wird oder schon ist.
    Mir scheint, ein Wahn-Virus hat die Welt befallen, dem man sich nur schwer entziehen kann.
    Merkt denn niemand von diesen auf absolute Sprach- und Verhaltenskorrektheit pochenden Leuten, in was wir da alle hineinschlittern?

    • clamormeus schreibt:

      Die drauf pochen, merken es schon, die wollen es ja auch so.

      • Clara Franz schreibt:

        Stimmt, das habe ich in meiner Verärgerung übersehen.
        Es ist ja so gewollt!
        Wir aber, die manipuliert werden sollen, müssen lernen, es zu durchschauen und Widerstand zu leisten.

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