Wider die Märchenerzähler und Ideologen: „Die Bibelfälscher“ von Klaus Berger

Die vorwiegend aus Zitaten bestehende Kurzrezension des neuen Buchs des  renommierten Neutestamementlers  –hier entlang-, verspricht  einiges:

Sein Befund: Die Bibelforschung strotzt vor Denkverboten, Ignoranz und philosophischen Moden, die ans Märchenerzählen grenzen. Schlimmer noch, auf diese Weise betreiben viele Theologen ungewollt das Geschäft der Atheisten: Sie verstellen den Weg zum Glauben. (…) Der Zustand der Kirchen auf evangelischer wie katholischer Seite ist zu einem nicht unwesentlichen Teil jener schonungslosen Zerstörung zu verdanken, die von den Bibelwissenschaftlern ausging. (…)„Die historisch-kritische Exegese hat klassische Fehlleistungen vollbracht, zum Beispiel die Leugnung der Faktizität der Auferstehung Jesu.

Nicht nur inhaltliche und methodische Fehlurteile, sondern auch die Gepflogenheiten, wissenschaftlich fundierte Widerlegungen zu diffamieren, beschreibt Klaus Berger:

Wer die geschlossene Ideologie des Fortschritts ablehnt, erscheint dagegen als erkonservativ, als reaktionär, als ‚rechts‘. Dabei hat die Frage, auf welcher Seite denn die Erkenntnisdefizite vorliegen, mit Konservativsmus oder der politischen Rechts/links-Frage überhaupt nichts zu tun. Vielmehr geht es doch in jedem Falle um Kritik. Das Attribut ‚konservativ‘ wird indes seit Jahren dazu missbraucht, missliebige Störenfriede zu stigmatisieren.

Hört sich jedenfalls sehr vielversprechend an, die Entmystifizierung der selbsternannten Bibel- „Entmystifizierer“ ist eine der dringendsten Aufgaben des Ausmistens „hausgemachter“ Ursachen von  Glaubenshindernissen, gerade in den deutschsprachigen Ländern.  Denn, um es mit dem Autor zu sagen:

Jesus war kein Gutmensch, Gesundbeter und sanftmütiger Weisheitslehrer, sondern lebendiger Gott, der Teil unserer Geschichte geworden ist.

Über clamormeus

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7 Antworten zu Wider die Märchenerzähler und Ideologen: „Die Bibelfälscher“ von Klaus Berger

  1. Clara Franz schreibt:

    Werden die Inhalte des neuen Buches von Professor Klaus Berger Anlass für Diskussionen und fruchtbaren Austausch sein?
    Werden liberale Theologen, die sich von Bergers Argumenten brüskiert oder gar ertappt fühlen, bereit sein, ihre Sicht zu überdenken?
    Damit ist sicher nicht zu rechnen!
    Aber die Laien -wir also- können das Buch kaufen und uns mit den Beschreibungen des Autors befassen.
    Vermutlich werden uns an so mancher Stelle die Augen aufgehen.
    Das kann nur gut sein!
    Mit offenen Augen die Dinge zu betrachten, hat noch nie geschadet.
    Diesem „Märchenbuch“ wünsche ich auf jeden Fall eine weite Verbreitung!

  2. Clara Franz schreibt:

    Korrektur im letzten Satz! Ich möchte ihn so verstanden wissen:

    Diesem „Aufklärungsbuch“ wünsche ich weite Verbreitung.

    • clamormeus schreibt:

      Ich erhoffe mir auch, daß das Buch Laien wissenschaftlich fundierte Argumente liefern kann. Ständig hört man ja in Gesprächen: „Ja, aber ein Theologe hat doch gesagt…“, da ist’s schon hilfreich, sofort fundiert entgegnen zu können. Und mancher Historiker flankiert ja solche Bemühungen wie die von Klaus Berger auch schon, wie z. B. Hesemann. Und auch Religionslehrer sollte man nicht vergessen, manche sind durchaus zugänglich für solche Fakten und Argumente, sie haben es halt – was wunder- oft nicht besser gelernt.
      Es wird sicher ein zäher Kampf gegen die sogar die Auferstehung „verdunkelnden Kräfte in der Kirche“, wie Papst Franziskus jüngst sagte, bleiben, die ja hierzulande noch das „theologische Establihment“ bilden, geführt werden muß er dennoch.

  3. Gerd schreibt:

    Mein alter Pfarrer, Gott hat ihn selig, erklärte uns Messdienern die hl. Schrift so: Stellt euch im Geiste in die Reihe der Zuhörer die damals um Jesus gestanden haben. Sperrt die Ohren auf und staunt, erzählt es weiter und denkt darüber nach. Seid wie die Hirten in Bethlehem, wie Fischer am See, wie die Jünger bei den Wanderungen mit ihrem Herrn. Seid wie die Frauen zu den Füssen des Herrn oder am Kreuz. Genau das habe ich in meinem Leben immer so gehalten. Keine kritische Exegese konnte, Gott sei Dank, daran was ändern. Berger bringt es auf den Punkt und er klingt in etwa so wie mein alter Pfarrer.

    • clamormeus schreibt:

      Schönes Bild. Das Problem ist halt heute, wenn schon im Religionsuntericht oder sogar in der Kirche mitunter von Priestern selbst gesagt wird, das mit der Auferstehung war nur symbolisch und Jesus war nur ein sanfter Mensch u.s.w.

      Dennoch halte ich eine warhaftige seriöse Forschung aus dem Geist des Glaubens getragen für sehr wichtig und notwendig. Nicht nur zur Aufklärung über die Märchen der Relativierer und theologischen Scharlatane, sondern auch, weil des Glauben durchaus bereichert und vertieft, wenn biblische Bilder und Hintergründe gerade des AT besser verstehen und einordnen kann.

    • Clara Franz schreibt:

      Ich glaube, dass das, was Ihnen vor Jahren der alte Pfarrer als Anleitung mit auf den Glaubens-Weg gegeben hat, ist gar nicht so schlecht und es könnte auch heute hilfreich für so manchen sein.
      Ich bin Mitglied einer „6 Uhr Morgen“-Frühschicht.
      Zusammen sind wir 8 Frauen, alle auf ihre je eigene Art gläubig und sympathisch.
      In den letzten Monaten kam es dennoch immer häufiger vor, dass ich mich total allein fühlte. So auch beim letzten Mal.
      Wieder gab es Diskussionen, wieder wurde so vieles in Frage gestellt.
      Ich hielt mich zurück und fühlte nur das schon bekannte Gefühl des Isoliertseins in mir aufsteigen.
      Es wurde irgendwann auch nach meiner Meinung gefragt.
      Ich sagte ihnen, dass ich ihre Diskussion als total „verkopft“ empfand.
      Glaube und Vernunft schließe sich ja nicht aus, wie schon Benedikt immer sagte.
      Wir dürfen und sollen diskutieren.
      Aber irgendwann müsse auch das Herz sprechen dürfen.
      Die Frauen basteln eigenmächtig am „Vater unser“ herum, sie finden es fehlerhaft.
      Auch stellen sie die Wunder Jesu in Frage.
      Nun habe ich meinen Rückzug angekündigt und werde am 7. Juni die für mich letzte „Frühschicht“ gestalten. Auf meine Art!
      Ich weiß, Rückzug muss nicht immer die beste Lösung sein, aber sie kann auch unumgänglich werden, wenn man sich mich mehr und mehr fremd fühlt.

      Ich möchte zu Jesus Christus hin leben, nicht von Ihm weg.
      Klaus Berger´s Buch kann mir und anderen eine Hilfe dazu sein

  4. clamormeus schreibt:

    Der Korrektheit halber nochmal die Zitate von Papst Franziskus vom 3. Mai 2013

    >>Es sei die Pflicht aller Christen, die den Glauben empfangen haben, ihn mit ihrem Leben und mit ihrem Wort zu verkündigen. Dieser grundlegende Glaube sei der Glaube an den auferstandenen Jesus, „an Jesus, der uns mit seinem Tod die Sünden vergeben und uns mit dem Vater versöhnt hat“ (vgl. 1 Kor 15,1-8) (…)
    In der Geschichte der Kirche hat es viele gegeben, die diese starke Gewissheit ein wenig abschwächen und verdunsten lassen wollten und von einer ‚geistlichen Auferstehung’ sprechen. Nein: Christus lebt!“<<

    Quelle hier: http://www.kath.net/news/41171

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