Abschied von Ostern – Vorfreude auf den Heiligen Geist

Es heißt nun wieder Abschied nehmen. Die Osterkerze ist seit Himmelfahrt gelöscht, doch wird morgen am Sonntag vor Pfingsten in Messen der überlieferten Form des römischen Ritus noch einmal der Hymnus „Vidi Aquam“ zum Weihwassersegen erklingen wie auch die Erste Choralmesse „Lux et Origo“ im Wechselgesang. Als letzte der Osterblüten für nächste Woche leuchtet dann noch allein das Regina Coeli zu High Noon auf, bevor das Angelusgebet zusammen mit der Ankunft des Heiligen Geistes wieder seinen angestammten Ort einnimmt.

Wir schreiten in der Liturgie immer nur von Hoffnung zu Hoffnung, jedes Kirchenjahr, das uns vergönnt ist, auf’s neue, es gibt keine Abstiege; doch immer wieder ergreift mich in diesen Tagen des Übergangs eine Wehmut, die Freuden und Früchte des vorübergehend Vergehenden wie auch mein Versäumtes darin; die Zeit verdichtet sich, ähnlich wie an jenen Tagen, von denen man weiß, sie werden die letzten eines Sommers sein. Nein, es steht uns kein Herbst und kein Winter bevor, wir harren der Ankunft des Geistes, so wie die Jünger, nachdem Christus ganz zum Vater zurückkehrte und seines Reiches wird kein Ende sein. Doch morgen soll noch einmal das ganze Herz vom österlichen Jubel beseelt sein!

Ich sah Wasser hervortreten aus dem Tempel, von der rechten Seite, alleluja: und alle, zu denen dieses Wasser gelangte, wurden gerettet und sie sagten alleluja, alleluja. Preise den Herrn, denn er ist gut, denn ewig währt sein Erbarmen.

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2 Antworten zu Abschied von Ostern – Vorfreude auf den Heiligen Geist

  1. johanna von orleans schreibt:

    Dieses Gefühl der Wehmut kann ich nur allzu gut nachempfinden. Wenn man nach dem steilen Anstieg in der Fastenzeit auf dem Gipfel – Ostern- angelangt ist und dann auf dem Hochplateau in der Osterzeit wandert, dann heisst es ab dem Sonntag Exaudi wieder langsam aber sicher an den Talabstieg zu denken. Die wunderbaren Lesungen aus dem Johannesevangelium,die uns (im novus ordo) seit der 4. Fastenwoche begleiet haben, werde ich besonders vermissen!! Und natürlich auch das rote Stundenbuch.

    • clamormeus schreibt:

      Ja, diese Wehmut da oben, dieses plötzliche Gewahrwerden: „bleiben ist nirgends“ wie es Rilke sagt, ein „noch“ wäre einzufügen, das trifft’s.

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