Von Geltungssucht, Habgier und dem Umgang mit bösen Hirtenblumen

Zwei Fundstücke von heute, die sich auf dasselbe beziehen: Bischöfe und Priester,  die sich nicht liebend und schützend vor ihre gläubige Herde stellen, sondern diese, von Eitelkeit, Menschenfurcht, Statusdenken und Besitzgier verführt,  im Stich lassen.

Über die heutige Predigt Papst Franziskus berichtet Armin Schwibach hier:

In seinem Kommentar zum Propheten Ezechiel erwähne der heilige Augustinus zwei Versuchungen: den Reichtum, der zur Habgier werden könne, und die Eitelkeit. Augustinus sage: „Wenn der Bischof und Priester die Schafe für sich selbst missbraucht, so verändert sich die Bewegung: er ist nicht Priester oder Bischof für das Volk, sondern ein Bischof oder Priester, der vom Volk nimmt. Er nimmt dem Schaf das Fleisch weg, um es selbst zu essen, er nützt es aus. Er macht Geschäfte und hängt am Geld. Er wird habgierig und oftmals auch zu einem Simonisten. Oder er nutzt die Wolle, aus Eitelkeit, um sich zu rühmen“. Wenn also ein Priester oder Bischof hinter dem Geld her sei, „liebt ihn das Volk nicht, und das ist ein Zeichen. Doch er selbst wird ein böses Ende nehmen“

Der Papst, an wen er immer gedacht haben mag, fordert dann zum Gebet des Volkes gegen diese Versuchungen seiner Hirten auf, damit >>die Beziehung des Bischofs und des Priesters mit dem Volk, die eine „existentielle, sakramentale“ sei, erhalten oder wiederhergestellt werde<<.

Die Heilige Katharina von Siena schrieb bereits im Jahre 1376 an Papst Gregor XI.  in anscheinend ganz ähnlicher Situation:

Zunächst sollen Sie im Garten der heiligen Kirche, dessen Hüter Sie sind, die stinkenden Blumen ausrotten, die voll Schmutz und Gier und vom Stolz aufgebläht sind. Das sind die schlechten Hirten und Hüter, die diesen Garten verpesten und ihn verfallen lassen. Um Gottes willen, gebrauchen Sie Ihre Macht, reißen Sie diese Blumen aus und werfen Sie sie hinaus, damit sie nichts mehr zu regieren haben. Sie sollen sich selbst erkennen und regieren lernen in einem heiligen und guten Leben. Pflanzen Sie wohlriechende Blumen hinein, Hirten und Regenten, die wahre Diener des Gekreuzigten sind, die nur die Ehre Gottes und das Heil der Seelen im Auge haben und wahre Väter der Armen sind.

Kein schlechter Stoff, falls jemand nach einem etwas kräftigeren Stoßgebet zumute sein sollte!

(Zitat gefunden via Frischer Wind in einem sehr zu empfehlenden Artikel von Pater Engelbert Recktenwald. Hier entlang bitte )

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