Nichts Neues im Südwesten: Freiburg memorandelt heiter weiter…

Im EB Freiburg gibt’s keine Sünd‘ und auch unter’m Meßgewand wird lustig weiter memorandelt, bis sich die Kirchensäulen biegen. Ja, ja, es sind die selben Lieder. Wer sie noch ertragen kann oder will, bitte hierhin.

Bleiben auch wir heiter. Clamormeuspress hat dafür einen alten Schinken von 2011 rausgekramt, wozu auch was neues dazu schreiben. Der Autor versuchte damals, uns die geforderte Mitwirkung von Laien bei der „Priesterbestellung“ etwas auszumalen. Trotz einiger damals aktuellerer Bezüge, wir meinen: es paßt noch. Und eine supersteile Hypothese zum nahenden Pfingsten ist auch in dem Text enthalten!

Showdown bei der Priesterwahl – erstmals direktes Kandidatenduell in Hintertupfenbrunn

Eine Woche vor Amtseinführung des neuen Gemeindepriesters herrscht Hochspannung in der katholischen Kirchengemeinde Hintertupfenbrunn. Nach dem Ende der turbulenten Vorwahlen sind nurmehr zwei Kandidaten verblieben, die sich heute abend in der Sendung „Der ultimative Dialog! – Hintertupfenbrunn sucht die SuperpfarrerIn“ den Wählern nach einem Schlagabtausch der entscheidenden Abstimmung stellen. Es handelt sich zum einen um den mehrfach wiederverheirateten einheimischen Bürgermeister Alfons „The Real Probatus“ Gimpelmeier (58). Sein Gegenkandidat ist der berufslose Kevin Küffmann (31). Er verspricht, mit seinen langjährigen Erfahrungen „u.a. mit indianischer, keltischer, afrikanischer Mondspiritualität und Tantra“, die er bei einer „niederbayrischen Meisterin“ erwarb, kreativ die Liturgie zu bereichern. Auch wolle er die „überkommene Beichte durch ein Kartenorakel ersetzen“. Gimpelmeier hielt sich bisher bedeckt über sein pastorales Programm: „Aber Sie können sicher sein, was der alte Stadtpfarrer Kühn drauf hat, kann ich schon längst. Mehr sag i net!“ antwortete er auf Nachfragen beim Wahlkampfabschluß, der unter dem Motto „Freibier für freie Katholiken!“ stand.
Die eigentlichen Favoriten hatten ihre Bewerbung kürzlich zurückgezogen. Die feministische Theologin Dr. Sandra Stereo-Typenschmied war in Bedrängnis geraten, als ihre exegetische Interpretation, die an Pfingsten erschienene Taube, sei „theologisch alternativlos eine gehörlose Frau“ gewesen, von jeweils zuständigen Verbänden als „behindertenfeindlich“ bzw. „frauenfeindlich“ gebrandmarkt wurde. Mit den Worten „Als Frau hat man es immer schwer als Frau!“ kommentierte sie die Niederlegung ihrer Kandidatur, werde aber „ungeachtet solch provinzieller Dialektikdefizite“ weiterhin „mutig an ihrer Kandidatur zur ersten katholischen Bischöfin festhalten.“
Ihr vermeintlich aussichtsreichster Gegenkanditat, der suspendierte Berliner Priester Freddi Kaluschke warf das Handtuch, nachdem seine im Wahlkampf als „Signal für eine brüderliche Kirche“ von ihm zentral herausgestellte homosexuelle Orientierung von einschlägigen Kreisen mehrfach bezweifelt worden war. Kaluschke schwieg bislang zu dem schweren Vorwurf „ein reaktionärer Kryptohetero und Trittbrettfahrer“ zu sein.
Die jetzige aktive Gemeinde Hintertupfenbrunns besteht derzeit noch vorwiegend aus den Verwandten Gimpelmeiers, sowie einigen erst seit kurzem hier wohnhaft gemeldeten Mitgliedern des Vereins „Wir sind Nero!“ die den Gegenkandidaten Küffmann unterstützt. Diese Lager werden auf jeweils 12 Unterstützer geschätzt, was einen deutschen Kardinal gegenüber Vertretern des Vatikans angesichts deren fassungsloser Empörung an den deutschen Zuständen zu der Aussage veranlaßte: „Ihr spinnt doch ihr Römer, mehr Urkirche geht ja wohl nicht, ich schäme mich!“
Entscheidend werden wohl die Voten der stimmberechtigten Vertreter nichtkatholischer Verbände sein. Der bisherige beliebte Gemeindepfarrer Franz Kühn war nicht zu den Vorwahlen angetreten. Er hatte sich auch bis zuletzt geweigert, das neue „Ökumenische Reform – Credo“ zu zelebrieren, das mit den Worten: „Wir widersagen Rom und seiner Kurie, seinen Dogmen und Riten…“ beginnt. Pfr. Kühn bat seinen Bischof erfolgreich um eine sofortige Versetzung nach Afrika. Das seitherige Fernbleiben der bis dahin auf ca. 250 Gläubige bezifferten Gemeinde, erklärten diverse Verbandssprecher u.a. als Spätfolge der „pathologisch anachronistischen Haltung Roms zur modernen Theologie einer ganzheitlichen Sicht auf die Spiritualität des Unterleibs“.
Der umstrittene Wahlmodus war vom Operativen Aktionsrat Aufbruch (OPAKAU) eigenmächtig durchgesetzt worden, um endlich auch „an der liturgischen wie personalpolitischen Heimatfront ein Zeichen gegen die welsche Besatzungsmacht zu setzen“. Dies sei gelungen, auch wenn man tief enttäuscht sei über das vorzeitige Ausscheiden der beiden eigenen KandidatInnen Dr. Stereo-Typenschmied und Kaluschke. „Die lange autoritär entmündigte katholische Basis ist traumatisiert und muß erst lernen, wie Demokratie in Kirche wirklich zu funktionieren hat, das müsssen wir für diesmal verzeihend aushalten.“ sagte ein Sprecher.
Übergeordnete Kirchengremien billigten das Vorgehen des OPAKAU „nicht wirklich“, sagten aber eine aufmerksame Beobachtung der Wahl in Hintertupfenbrunn zu und versicherten, man werde sorgfältig prüfen, ob diese konstruktiven Anregungen für eine Vorinitiative einer Initiative zu einem Dialog notwendige und willkommene Impulse geben könne. Man werde darüber spätestens im Jahr 2029 vsl. zwischen Juli und September beraten. Diese Zusage gab der Generalsekretär „verbindlich im Namen aller Genossen Oberhirten“ versicherte der OPAKAU gegenüber Medien.
Kenner der örtlichen Begebenheiten Kleinhintertupfenbrunns gehen allerdings davon aus, daß sich die Anzahl der Meßbesucher unabhängig vom Wahlausgang, nach diesem um ca. weitere 50 % reduzieren wird. Dies wäre zwar einerseits bedauerlich, waren sich alle Parteien einig, aber dem Ziel der Reformen, nämlich den Priestermangel zu verringern, käme man auch so ein gutes Stück näher. Dies sei ein notwendiger Aufbruch, der eben auch schmerzhafte Umbrüche mit sich brächte.
Wer immer der Sieger der Wahl in Hintertupfenbrunn sein wird, der zuständige Bischof wird wohl um einen Dialog um dessen dann anstehende Priesterweihe definitiv nicht herumkommen. Sein Ersuchen, für unbestimmte Zeit Pfarrer Kühn in Afrika seelsorgerisch begleiten zu dürfen, wurde abgelehnt.

Hintertupfenbrunn am St. Nimmerleinstag 2011

Mit freundlicher Genehmigung des Korrespondenten.

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4 Antworten zu Nichts Neues im Südwesten: Freiburg memorandelt heiter weiter…

  1. Gerd schreibt:

    Köstlich! Wer ist es denn jetzt geworden? Oder ist man noch im Status des Findungsprozesses?

    • clamormeus schreibt:

      Vielen Dank!
      Das Bistum hat glaub ich last minute vor der Wahl eine Blitzfusion mit Vordertupfenbrunn angeordnet, so daß die Pfarrerstelle obsolet wurde.
      Gimpelmeier darf wieder zur Kommunion: er ist zum Islam konvertiert und lebt zusammen mit der jetzigen Frau und seinen drei Exen, also nicht mehr im Ehebruch ;-)

  2. Elisabeth Weddemann schreibt:

    Herrlich alle Glossen, das richtet einen Menschen auf, der diese ungeheuren Dämlichkeiten schwer erträgt. Danke
    Elisabeth

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