Brausen von Osten – ein orientalischer Pfingstgruß

Patriarch Ignatios Yousef III. Younan zur Situation der Christen in Syrien, zum „arabischen Frühling“,  zur Rolle des Westens und der Konsequenz

Es gehe nicht um die Förderung von Demokratie und Pluralismus, das sei „eine Lüge und Heuchelei“. Die westliche Politik habe nicht auf die Warnungen hören wollen und trage daher die Verantwortung für das, was in Syrien geschieht, so der Patriarch.
Der Westen habe im Namen des „sogenannten Erwachens der Völker zur Demokratie“ die Konflikte im Nahen Osten angeheizt, bedauerte der Patriarch. Die westlichen Regierungen würden nicht verstehen, wie unabdingbar Religionsfreiheit für die orientalischen Christen sei: „Die Christen im Nahen Osten sind nicht nur im Stich gelassen, sondern von westlichen Nationen, wie USA und EU, auch belogen und verraten worden.“
Ignatios Yousef III. unterstrich, dass die Kirche nicht auf der Seite des Assad-Regimes stehe. Sie stehe vielmehr „auf der Seite des syrischen Volkes, ihre Sorge gilt der Frage, wie man Syrien wieder auf die Füße stellen kann“ Zugleich habe sie aber immer davor gewarnt, eine Ablösung des Assad-Regimes als Lösung anzusehen, weil das bedeuten könnte, dass an die Stelle dieses Regimes islamistisch-fundamentalistische Gruppierungen treten wie dies in Ägypten und Libyen der Fall sei.

„Die Leute leben in Angst. Sie fürchten Entführungen und Mordanschläge. Viele Christen wollen nur noch eines: das Land auf irgendeine Art verlassen“

Er glaube, dass die orientalischen Christen eines Tages nicht mehr auf die Unterstützung des Westens zählen würden. Sie würden es für besser halten, sich auf ihre östlichen Wurzeln zurück zu besinnen und nach Osten – Russland, Indien, China – zu blicken. (ganzer Artikel hier)

Deutliche, leider allzu verständliche Worte, wer wollte sie ihnen verdenken. Ähnliches Entsetzen hörte ich in den letzten zwei Jahren immer wieder von Vertretern anderer orientalischer Christen aller Konfessionen. Und von diesen auch, daß Muslime, die ebenfalls nichts anderes im Sinn haben, als friedlich mit ihren Nachbarn zu leben, dies genauso sehen.  Die Ersteren aber sind auch voller Schmerz über die Kälte und Ignoranz der Kirche und der christlichen Gemeinschaften in Europa, nicht nur über die Regierungen.

Über clamormeus

Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Tagesgedanken abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s