Der Mord an Lee Rigby und der Schmerz vieler Mütter

Zwei Mütter berühren uns tief durch ihr Verhalten während des bestialischen, niederträchtigen Mordes am britischen Soldaten Lee Rigby. (hier ein Beitrag dazu auf „in hoc signo vinces“)
Die eine, Mrs. Amanda Donnelly-Martin barg den Sterbenden oder schon Toten liebend und tröstend in ihren Armen und betete für ihn, in Begleitung ihrer Tochter Gemini. Sie sagte: „Er hätte auch mein Sohn sein können“
Die andere, Mrs. Ingrid Loyau-Kennett ging beherzt auf einen der Täter zu und forderte den Bluttriefenden auf, ihr seine Waffen zu übergeben und sie trat auch den hohlen Parolen, mit denen der seine Tat zu rechtfertigen versuchte entgegen: „Ihr werdet diesen Kampf nicht gewinnen“ sagte sie fest. Dies kann man nur dankbar bewundern. (Bei Elsa gibt es mehr: hier und da)

Ich muß noch an eine andere Mutter denken. Die eines der beiden Mörder. Eine aus Nigeria eingewanderte Christin, die schon erleiden mußte, daß der hoffnungsvolle Sohn ins Drogenmillieu geriet, in kriminellen Gangs gewalttätig wurde und daß er schließlich zum Islam konvertierte in den Fängen eines Haßpredigers, der diese Bezeichnung wahrlich verdient (hier zu einem Bericht der Kronen Zeitung).
Auch ein Umzug aus London weg, um den Sohn vor dem Umfeld zu schützen, half nicht.
Wer aus dem eigenen Umfeld Familien kennt, von denen ein Sohn oder eine Tochter in solche oder vergleichbare Dinge geriet und die zermürbende Verzweiflung solcher Eltern aus persönlichen Zeugnissen erfuhr, weiß wie verheerend die Wunden darob sind.
Man will retten, versucht es mit Güte und Strenge. Und wenn es mißlingt, bleiben die zernagenden Selbstvorwürfe, die in extremen Fällen noch von Angriffen eines solchen Abgerutschten oder Entgleisten befeuert werden, der nicht selten unter Beihilfe eines „Therapeuten“ unter Gewissenserforschung versteht, die vermeintlich oder tatsächlichen Sünden aller anderen, die wieder ihn begangen wurden auszulisten, statt der eigenen.

Und nun ist das Gesicht eines solchen verlorenen Sohnes landes- und weltweit berüchtigt als das eines bestialischen Killers,der Abscheu und Entsetzen erregt und der nur von seinen Brüdern im Ungeist und Verführern geachtet, oder von den zynischen Stimmen derer, die meinen, ein Afghanistanveteran oder gar Soldat als solcher, sei ja irgendwie selbst schuld an so einem Racheakt, indirekt gerechtfertigt wird. (zum Afghanistanmärchen, das einer der Täter in die Kameras sprach, hier eine gute Replik im Guardian)
Für die Allgemeinheit aber ist er jene Bestie, die einen überrumpelten, wehrlosen Soldaten, der sich weder im Dienst noch sonst eines Vebrechens schuldig gemacht hat, grausam abschlachtete; der einem Zweijährigen aus blankem Haß den Vater nahm, dessen Mutter den Mann, dessen Eltern den Sohn, und seiner Einheit den Freund und Kameraden.
Man halte sich diesen Abgrund einmal vor Augen! Dies ist aus meinem, aus unserem Sohn geworden. Wie könnte man das fassen?

Und das modische westliche Denken, das für alles Entsetzliche und Verbrecherische, wie in einem Automatismus Ersatz- oder zumindest Mit- oder Nebenschuldige sucht und für jede grausame Tat die ganze Gesellschaft und im spezielleren die Eltern in Sippenhaft nimmt, oder sie der Mittäterschaft bezichtigt oder sogar zu Hauptschuldigen abstempelt, weil es das Böse nicht wahrhaben, oder nicht da sehen will, wo es tatsächlich wirkt -diese modische Haltung wird ihr übriges tun, ein Paar, das man nicht kennt, zu den „Eltern des Mörders“ zu machen. Und jeder banale Ehestreit, jede Kleinigkeit, die Reporter ans Licht zerren werden, wird von manchem zum Indiz dazu verbogen werden.

Ich bitte, auch daran zu denken. Der Schmerz auch dieser Mutter, wie auch des Vaters und der ganzen Familie ist unermeßlich und sollte uns anrühren, auch sie brauchen dringend unser Gebet.

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2 Antworten zu Der Mord an Lee Rigby und der Schmerz vieler Mütter

  1. clamormeus schreibt:

    Pingback: Bitte um Gebet für Mütter der Attentäter
    http://elsalaska.twoday.net/stories/410259295/

  2. Ester schreibt:

    Ich hielt mich immer für schwer zu schockieren, aber diesmal bin ich es!
    Man kann da wirklich nur noch beten!

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