Qui, je regrette beaucoup!

Auf Pater Recktenwalds Portal kath-info.de ist heute der 10. Teil von Max Schelers Aufsatz Reue und Wiedergeburt online. Zeit für eine Weiterempfehlung. Ein Auszug:

Aber was vermag nun dieser Stoß der Reue wider die Schuld? Zwei Dinge, die nur er allein vermag und nichts sonst. Er kann nicht die äußere Naturwirklichkeit der Tat und ihre Kausalfolgen, auch nicht den ihr als Tat zukommenden bösen Charakter aus der Welt schaffen. Diese alle bleiben in der Welt. — Aber er vermag die Schuld als das rückgewirkte Werk dieser Tat in der Seele des Menschen — und damit die Wurzel einer Unendlichkeit von neuer böser Tat und neuer Schuld — völlig zu töten und auszulöschen. (…) Die Reue ist die mächtige Selbstregenerationskraft der sittlichen Welt, die ihrem steten Absterben entgegenarbeitet. (…)

Denn genau um so mächtiger wirkt die Schuld der Geschichte, je weniger man sie gegenständlich sieht und bereut. Nicht: »Die Reue unterlassen und das Getane künftig besser machen wollen«, sondern: »Bereuen, und eben darum besser machen«, lautet die rechte Weisung. Nicht die Utopie, sondern die Reue ist die revolutionärste Kraft der sittlichen Welt.

Auf der Startseite von kath-info.de  der gesamte Auszug. (ggf. dort zum 28.Mai scrollen oder im Stichwortregister auf „Reue“ klicken)  Ich möchte die Lektüre des gesamten Aufsatzes Schelers anempfehlen, die bisherigen neun Teile sind hier zu finden.

Für die, die kath-info.de noch nicht kennen: das Stöbern in Stichwort- und Autorenregister dieses beachtlichen Fundus ist immer ein großer Gewinn!

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Eine Antwort zu Qui, je regrette beaucoup!

  1. Clara Franz schreibt:

    Meine Beobachtung ist:
    Seit ich mehr oder weniger regelmäßig beichte, hat sich mein Gewissen „verfeinert“.
    Eigenes falsches Verhalten, das ich früher nicht so klar in mir wahrgenommen habe, wird mir mehr und mehr bewusst.
    Nicht im Sinne von quälerischer Selbstverurteilung, sondern spürbar in einem Gefühl des „positiven“ Schmerzes darüber und der Reue.
    Dafür bin ich sehr dankbar!
    Mein tägliches Gebet lautet:
    „Herr, vermehre das Gute in mir und verwandle das Böse!“
    Dies hilft mir sehr und ich vertraue auf Sein Wirken!

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