Gibt es auch schon einen Welta…löchertag

fragte ich mich gestern kurz, denn gleich drei Blogger machten sich direkt und indirekt Gedanken zum allgegenwärtig im Munde geführten A- Wort

Elsa verneinte, daß es statthaft sei, die Verbalinjurien eines Berliner Entertainers namens Ferchichi publizistisch mit etwas kleinerer Münze zurückzuzahlen, wie es Bildkolumnist Wagner tat, indem er den Herrn Bushido unter anderem als „A…loch“ titulierte. Der hatte nämlich jüngst einen Song rausgebracht, der sich textlich an sich in nichts von dem unterschied, für was dieser Herr F. sogar einen „Bambi“ für gelungene Integration verliehen bekam und vor allem viel Geld verdiente, nur daß er diesmal seine gereimten Gewaltphantasien sehr direkt an einige Politpromis persönlich adressierte. Hau, schau, wen?

Elsa verlinkte dann noch auf die steile These eines Juristen, die sinngemäß besagte: man darf durchaus jemand „A..loch“ schimpfen, wenn dieser jemand bekanntermaßen ohnehin als großes asoziales „A-loch“ gelte, was er für Bushido anscheinend als schlicht gegeben betrachtet. Dem widersprach hier Il Capitano.

Das jeweilige Image einer Person also regelte den Grad des Rechtschutzes vor Beleidigungen? Eine höchst bedenkliche Auffassung, die allerdings leider im Trend liegt, nämlich den Gleichheitsgrundsatz des Rechts dahingehend auszuhebeln, daß manche eben „gleicher“ sind als andere, beispielsweise, daß nur bestimmte Gruppen „diskriminiert“ werden können und andere anscheinend nicht.

Auch Hochwürden Alipius widmete sich hier dem gebräuchlichsten Fäkalausdruck des Landes, aber das eher in einer grundsätzlichen und sehr kernigen Form. Hier eine Kostprobe, die durchaus in alten Katechismen unter Abschnitt soundso wie folgt übertitelt sein könnte:

Warum handelt man wie ein Arschloch?

Man handelt nicht wie ein Arschloch, weil man ein Christ ist. Man handelt nicht wie ein Arschloch, weil man ein Atheist ist. Man handelt wie ein Arschloch, weil man ein Arschloch ist.

Nun fällt es schwer, dem Chorherren hier zu widersprechen und man darf davon ausgehen, daß Hochwürden dies nicht deterministisch meinte und man sich ein „solange man eben eines ist“ dazudenken darf und soll.

Für denjenigen Christen allerdings, der kein solches ist, gilt, auch „A…löchern“ in und außerhalb der Kirche mit Respekt zu begegnen und durch eine barmherzige Pastoral in ihnen den Willen zur Umkehr zu erwecken und zu stärken.

Und auf Verbalinjurien und Fäkaliensprache dürfen gern alle verzichten, zumal im öffentlichen Wort, gesprochen, gedruckt wie gesungen. Sätze lassen sich immer noch ohne A und F -Wörter, aber auch ohne „Opfer“, „Schwuchtel“, „Schlampe“, „klatschen“ und „zersieben“ u.s.w. bilden. Das scheint gesagt werden zu müssen.

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Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
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