Enzyklischer Umkehrschluß

Nicht nur, weil ich irgendwie lieber über päpstliche Rundschreiben als über päpstliche KFZ- Vorlieben spreche, hier ein Ausschnitt aus dem Kapitel „Glaube und Theologie“.

In Abschnitt 36 der ersten Enyklika „Lumen fidei“ von Papst Franziskus findet sich unter anderem dieser schöne klare Satz über den Konnex von Glaube und Theologie, der auch eine notwendige Bedingung der Existenzberechtigung letzterer in der Kirche formuliert:

Die Theologie teilt ferner die kirchliche Gestalt des Glaubens; ihr Licht ist das Licht des glaubenden Subjekts, der Kirche. Das schließt einerseits ein, dass die Theologie im Dienst des Glaubens der Christen steht, sich demütig der Bewahrung und der Vertiefung des Glaubens aller, vor allem der Einfachsten widmet. Außerdem betrachtet die Theologie, da sie vom Glauben lebt, das Lehramt des Papstes und der mit ihm verbundenen Bischöfe nicht als etwas, das von außen kommt, als eine Grenze ihrer Freiheit, sondern im Gegenteil als eines ihrer inneren, konstitutiven Elemente, weil das Lehramt den Kontakt mit der ursprünglichen Quelle gewährleistet und folglich die Sicherheit bietet, aus dem Wort Christi in seiner Unversehrtheit zu schöpfen.

Ich mache mir mal das Späßchen und ziehe mit dem Originaltext den Umkehrschluß:

Zahlreiche heutige Theologen teilen nicht die kirchliche Gestalt des Glaubens; ihr „Licht“ ist keinesfalls das Licht des glaubenden Subjekts, der Kirche. Das schließt einerseits aus, dass diese Art Theologie im Dienst des Glaubens der Christen steht, und sich stattdessen hochmütig der Entwurzelung und der Verflachung des Glaubens aller, vor allem der Einfachsten widmet. Außerdem betrachtet solche Theologie, da sie nicht vom Glauben lebt, das Lehramt des Papstes und der mit ihm verbundenen Bischöfe als etwas, das von außen kommt, als eine unbotmäßige Grenze ihres Machtanspruchs, und als das Gegenteil eines ihrer inneren, konstitutiven Elemente, weil das Lehramt den Kontakt mit der ursprünglichen Quelle gewährleistet und Gläubigen folglich die Sicherheit böte, aus dem Wort Christi in seiner Unversehrtheit schöpfen zu können.

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Eine Antwort zu Enzyklischer Umkehrschluß

  1. Frischer Wind schreibt:

    Sehr aufschlussreich…. ;-)

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