Wenigstens kleine guten Nachrichten aus Ägypten

Ägypten brennt. Neben den Scharmützeln von Polizei und Militär mit der entmachteten Muslimbruderschaft, die zwar legitim an die Regierung gewählt wurde, aber dann u.a. wegen der Beugung des Rechts hin zu einem Schariastaat große Teile der ägyptischen Bevölkerung gegen sich aufbrachte, sind in den letzten Tagen mindestens 30, vermutlich aber noch weit mehr Kirchen niedergebrannt worden. Und zwar von eben jenen Muslimbrüdern und ihrer islamistischen Verbündeten.

Dennoch: auch in diesen schlimmen Tagen der Gewalt gibt es immer wieder Berichte, daß sich an der Bereitschaft der meisten Ägyper, ob Muslime, Säkulare und Christen, friedlich miteinander zusammenzuleben, nichts wesentliches geändert hat. Sie standen Seite an Seite bei den ersten großen Protesten gegen das Mubarakregime und immer wieder halfen Muslime Kopten gegen Übergriffe radikaler Islamisten, aber auch bei dem Massaker, das die Armee an einer Gruppe Kopten bei einer Demonstration am Tahirplatz begangen hatte.

Auch in diesen aufgeheizten Tagen stehen immer wieder Muslime den Kopten bei, ihre Gotteshäuser gegen Angriffe islamischer Extremisten zu verteidigen, was etwas ungemein tröstliches hat. Dem Überbringer dieser Meldung, Hw. Herr Alipius, Dank dafür!

Hoffen und beten wir, daß dieser Konflikt bald endet, und am Ende sich die Kräfte guten Willens aller Seiten durchsetzen, und Ägypten gemeinsam in seiner Weise einen Rechtsstaat errichtet, in dem absulute Religionsfreiheit ganz oben auf der Agenda steht. Eine bloße Formaldemokratie taugt nichts ohne einen Rechtsstaat, der Rechtsgleichheit für alle garantiert. Das hat das Intermezzo der Muslimbrüder an der Regierung leider erneut drastisch gezeigt. Und nicht nur die Christen hatten darunter schwer zu leiden. Auch eine legitim gewählte Regierung hat nicht das Recht, eben jenes Recht nach eigenem Gutdünken zu verformen. Ein Putsch am Recht ist nicht besser als ein Militärputsch

Aber für jetzt hoffe ich, daß erstmal gerade dieser Freitag weitgehend ohne Gewalt und Blutvergießen überstanden wird. Bitte nicht noch ein verblutendes Syrien.

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Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
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