Tahani al Gebali: Kein Putsch!

Das hier noch zur Info, es bestätigt die Einschätzungen, die man von öffentlichen tätigen Ägyptern, ob Muslime, Christen oder säkular, geäußert werden, und wie ich sie auch privat höre. Viele deutsche Medien tun sich anscheinend schwer, diese Lesart wenigstens auch nur darzustellen:

„Wir konnten nicht zulassen, dass Ägypten in die Hände von religiösen Extremisten fällt. Wir wollen einen modernen Staat. Mir tut es weh, dass viele westliche Medien behaupten, es sei ein Putsch gewesen. Die Wahrheit ist vielmehr, dass die Armee dem Willen von 40 Millionen nachgekommen ist, die sich gegen Mursi ausgesprochen haben, ebenso wie sie vor zwei Jahren gegen die Mubarak-Diktatur rebelliert haben“

Dies sagte die Vizepräsidentin des Obersten Verfassungsgerichts in Ägypten, Tahani al Gebali, beim „Rimini-Meeting“. Sie hatte auch Anfang der Woche den Kenianer Malik Obama, einen Halbbruder des US- Präsidenten, scharf kritisiert, weil er Spenden für radikale islamische Organisationen sammeln soll, u.a. für die Muslimbruderschaft, wie u.a. anderem „Heute.at“ hier berichtet.

An anderer Stelle bat der orthodoxe Bischof Anba Damian, der Hirte für 6000 Kopten in Deutschland, das Land möge „die Tür für koptische Flüchtlinge nicht verriegeln“. Zugleich warnte er davor, alle Muslime mit der Muslimbruderschaft zu identifizieren. Auch innerhalb dieser Organisation seien nicht alle Mitglieder (der MB) Extremisten.

Möglicherweise ist der Einsatz mittels Briefen und Petitionen bei Abgeordneten und auch bei den Ordinariaten für eine gegenüber Kopten und auch gegenüber unseren syrischen Glaubensbrüdern erleichterte und großzügige Asylpraxis eine der wenigen praktischen Dinge, die wir außer dem Gebet und Spenden hier unternehmen können.

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Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
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Eine Antwort zu Tahani al Gebali: Kein Putsch!

  1. Clara Franz schreibt:

    Wir erfahren von den offiziellen Medien eh´ nur, was wir erfahren sollen und dürfen.
    Wären wir nur auf sie als Nachrichten-Lieferanten angewiesen, sähe es wahrlich ganz trübe aus.
    Dies betrifft Ägypten genauso wie Syrien.
    Und auch alle anderen Bereiche in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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