Einst zu Weihnachten in den Wassern des York

Heute ist der Gedenktag des Heiligen und Kirchenvaters Augustinus von Hippo. Ich suchte das Kalenderblatt des Philip Neri Instituts auf, dort hat man anscheinend versehntlich auf den Hl. Augustin von Canterbury verlinkt. Dadurch habe ich mich meinerseits verpeilt und zu letzterem folgenden kleinen Post geschrieben, weil ich kurz fälschlich meinte, die beiden verschiedenen Augustins würden sich im 1962er Kalender und im späteren überschneiden, bis mir gerade mein Irrtum auffiel. O Du lieber Augustin – ich lasse den Post jetzt mit dieser Vorbemerkung hier dennoch stehen.

Im besagten Kalenderblatt heißt es:

Augustin war Mönch im Laterankloster zu Rom. Von Gregor dem Großen wurde er im Jahre 597 mit etwa 40 anderen Mönchen nach England geschickt, um jene Völker zum Christentum zu berkehren. Damals war Ethelbert König und Herr von Kent.

Durch die Predigt der himmlischen Lehre, die durch sehr viele Wunder bekräftigt wurde, sowie durch sein heiligmäßiges Leben gewann Augustin die Bewohner jener Insel; er konnte die meisten von ihnen zum christlichen Glauben führen und schließlich den König selbst mit zahllosem Gefolge taufen, zur größten Freude Berthas, der Gattin des Königs, die schon länger Christin war. Einstmals taufte er am Weihnachtstage über zehntausend Menschen in den Wassern des York; dabei erhielten alle, die mit irgend einer Krankheit behaftet waren, so wird berichtet, mit dem Heil der Seele auch die Gesundheit des Leibes. Auf Gregors Geheiß wurde er zum Bischof geweiht und nahm seinen Sitz in der von ihm erbauten Erlöserkirche in Canterbury, an die er Mönche als Mitarbeiter berief.

Gewiß, das hätte auch damals sicher nicht jeder Mönch draufgehabt. Aber es gab immerhin welche, die es draufhatten.

Datei:StAugustinesächsischeWand.jpg

Das Bild zeigt die Ruine der Abtei des Hl. Augustin.

Wie steht es heute – gibt es noch gottgeweihte Männer, die Tausende bekehren und auch noch heilen könnten?

Wenn ja, erkennt man es nicht?

Oder fehlt es an Königinnen aus dem Merowingergeschlecht wie Berta, die um Missionare beim Papst bitten, oder an Herrschern wie ihrem Gatten Ethelbert?

Eines ist sicher: es ist etwas Gewaltiges verlorengegangen oder verschüttet. Was muß einer heute vorweisen, bevor er zum Bischof geweiht wird?

Auch in diesem Sinne: Bitte für uns Heiliger Augustin von Canterbury, und besonders für Deine Kirche!

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Eine Antwort zu Einst zu Weihnachten in den Wassern des York

  1. Gerd schreibt:

    >>Wie steht es heute – gibt es noch gottgeweihte Männer, die Tausende bekehren und auch noch heilen könnten?<<

    Natürlich sind gottgeweihte Männer (Frauen) sehr wichtig für die Verkündigung. Sie sind aber oft hierzulande nicht mehr anzutreffen oder gut getarnt. Momentan ist sicher die Stunde der Laien. Es ist die Stunde der Unbequemen und der lästigen Mahner. Da spielt es nur eine untergeordnete Rolle ob sie jetzt explizit gottgeweiht sind. Wir sollten den Mut haben uns zu informieren und die gottgeweihten Personen auf ihren Schmusekurs kritisch zu hinterfragen. Dieses wöchentliche Geschwätz, dass z.B. alle in den Himmel kommen und die Hölle nicht relevant ist und das von gottgeweihten Personen, kann den Laien auf den Plan bringen. Dann wird die Maske von Dialogbereitschaft und Toleranz schnell gelüftet und es erscheint die Fratze der Intoleranz und des Relativismus. Geben wir uns nicht zufrieden mit der Friedefreudeeierkuchentheologie unserer "Theologen" sondern legen wir den Finger in die Wunde dieser "Möchtegernfriedensapostel"! Werden wir vorstellig nach einer Predigt, wo ein Papst gegen den anderen ausgespielt wird (so geschehen vor zwei Wochen im Sonntagsgottesdienst in unserer Gemeinde). Am liebsten hätte mich der Priester am Kragen gepackt und aus dem Gotteshaus geworfen. Wir leben in spannenden Zeiten. Langeweile war gestern. Zumindest für uns Laien.

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