Syrien – Frist der Hoffnung?

US Präsident Obama hat bekräftigt, daß er für einen Militärschlag gegen Syrien, mit dem die Regierung Assads geschwächt und „bestraft“ werden soll bereit ist. Doch nun möchte er diesen Angriff von der Zustimmung des Kongresses abhängig machen, also von gewählten Gouverneuren der einzelnen Bundesstaaten. Da die Demokratie aber gerade sozusagen bis 9. September Urlaub macht, wird vorher keine Entscheidung fallen.

Man darf also noch hoffen, daß die Sache ebenso ausgeht wie in Großbritannien, wo sich Premier Cameron trotz abgeschwächter Resolution ein „No!“ im Unterhaus einhandelte. Die Mehrheit der Parlamentarier lehnt eine Militäraktion gegen Syrien ab.

Und auch, daß der Giftanschlag vom 21. August, der nach den Angaben rund 1000 der bisher vermuteten 100 000 Todesopfer in Syrien kostete, minutiös aufgeklärt wird. So sicher, wie sich einerseits amerikanische Politiker geben, daß der Anschlag dem Regime Assad zuzuschreiben sei, umso mehr werden von anderer Seite, und nicht nur der russischen,Indizienketten genannt, die eher auf eine der Rebellengruppen als Täter schließen lassen.

Ermorden Deutsche in Syrien Christen?

Während nicht nur Vertreter orientalischer Christen sondern auch russische Orthodoxe, sowie viele katholische und evangelische Bischöfe sich dringlich gegen jedes militärische Eingreifen in Syrien wenden, steht die deutsche Regierung auf dem Standpunkt, die amerikanische „Strafaktion“ sei zu unterstützen, Deutschland werde sich aber militärisch nicht beteiligen. Nun scheint aber genau das bereits der Fall zu sein. Der „FOCUS“ spricht von rund 100 Terroristen mit deutschem Paß, die u.a. bei der Al Quaida Brigade „Al Nusra“ an brutalen Massakern in Syrien beteiligt sind, auch und besonders an Christen. Die deutschen Politiker sind uns eine Antwort schuldig: entspricht dies der Wahrheit und wie gedenkt man, mit diesen Dschihadisten juristisch zu verfahren? Was wird man tun, um solche Verbrechen, die von formal deutschen Staatsbürgern im Ausland begangen werden, künftig zu unterbinden?

Und kann man tatsächlich zum jetzigen Zeitpunkt eine militärische Schwächung Assads befürworten, selbst wenn er den Einsatz chemischer Kampfstoffe gegen Zivilisten verantwortete, zumal diese nicht nur die innersyrische Opposition gegen ihn stärken – die keineswegs eine Volkserhebung ist, wie es in anderen Staaten in Nahost der Fall war-, sondern auch die marodierenden islamistischen Brigaden, in deren Reihen viele Ausländer kämpfen? Und was wäre die Konsequenz, wenn sich doch heraustellte, daß der Anschlag von Rebellen verübt wurde – gälte auch dann die „rote Linie“?

Beim Capitano, der sich im Gegensatz zu mir in diesen Dingen bestens auskennt, finden sich zwei sehr kompakt informierende Artikel zur „Lage in Syrien“, darin ein Trackback zu seiner Analyse, wer da so alles gegen Assad und seine Truppen kämpft und mit welchen Motiven. Mit dringender Leseempfehlung!

Ich hoffe und bete, daß die Vernunft noch siegt  Alle Aktivität sollte sich darauf richten, die Situation der syrischen Bevölkerung zu verbessern. Das kann nur über Verhandlungen zwischen den innersyrischen Parteiungen unter Isolierung und Ächtung der ausländischen Kämpfer gelingen. Sonst klingt jedes Gerede von „roten Linien“ wie blanker Zynismus. Und auch den im Sturzflug begriffenen Ansehensverlust von US – Amerikanern wie Europäern bei Orientalen sollte man endlich ernst nehmen.

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