Militärschlag der USA fürs Erste abgewendet

Barack Obama hat heute Nacht von seinem Vorhaben, Syrien militärisch anzugreifen, offenbar Abstand genommen. Das ist Grund zu großer Freude, in vielerlei Hinsicht.Und angesichts der Dynamik, die der US Präsident durch seine „Rote Linie“ Rhetorik selbst in Gang setzte, sehr überraschend. Noch letztes Wochenemde schien es, als könne Obama in dieser Rede nur die Flucht nach vorne antreten, um den massiven Unwillen der eigenen Bevölkerung, des Senats und des Kongresses umzukehren, nachdem es ihm schon nicht gelungen war, international ausreichend Verbündete zu gewinnen, während die Gegner eines Militärschlages, allen voran China und Rußland, aber auch der Iran, konsequent blieben.

Erfreulich offensiv und vernehmbar erhoben diesmal auch Vertreter der Christen die Stimme gegen das Spiel mit dem Feuer, orthodoxe und katholische Patriarchen des Orients in leidenschaftlichen Briefen und Interviews, die darauf hinwiesen, daß jede Destabilisierung zur endgültigen Liquidation der Christen durch militante Gruppierungen des politischen Islam in der Region führen könne. Und die Massaker in Syrien wie auch in Ägypten machten es unmöglich, ihnen ernsthaft zu widersprechen, die niedergebrannten Kirchen in Ä’gypten, der mörderische, barbarische Überfall auf Maaloula schwebte wie ein düsteres Menetekel über dem Geschehen. Auch Papst Franziskus schwang sich zu einem beherzten „Nein!“ auf und rief alle Katholiken und Menschen guten Willens letzten Samstag zum Gebet, auch in syrischen Kirchen und Moscheen schloß man sich an. All dies fand Gehör und zeitigte Wirkung, sicher auch in den USA.

Dennoch schien es für Obama keinen Weg zurück zu geben, zu weit hatte er sich aus dem Fenster gelehnt, zu heftig hatte er seinen Verteidigungsminister schon die Kriegstrommeln schlagen lassen. So bedurfte es Putins genialischen diplomatischen Coup, Assad zu bewegen, seine chemischen Kampfstoffe unter internationale Kontrolle zu stellen, und so Obama einen Weg zu eröffnen, halbwegs ohne Gesichtsverlust von der Intervention Abstand zu nehmen.

Nachdem nun an dieser Front jedenfalls fürs erste Entspannung und Grund zur Hoffnung besteht, bleibt der Ausgang des Bürgerkrieges in Syrien, der sich durch vom Ausland finanzierte Milizen und sogar unter aktiver Mitwirkung ausländischer Terroristen, auch deutscher, längst über diesen hinaus ausgeweitet hat, ungewiß. Vielleicht kann das Vorbild Ägyptens, der Zusammenschluß von Muslimen, Christen, Säkularen und der Armee gegen radikal islamische Kräfte ein Wegweiser sein.

Für uns gilt weiter: betet alle Zeit und schweigt nicht!

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