Himmelreich, Engel, Heilige, Zion entlassen- Liturgie ankert jetzt in der Welt

Nun also ist es ganz offiziell und wörtlich gesagt:

Mehrere katholische Bischöfe haben sich dafür ausgesprochen, Gottesdienste lebensnäher zu gestalten. Es sei deutlich geworden „wie wichtig es ist, die Liturgie in der Welt zu verankern“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch.

Später fügte er beim „Gesprächsprozeß“ in Stuttgart hinzu:

„Die Feier der Liturgie als Zentrum unseres Glaubens hat in Stuttgart eine Vergewisserung erfahren“

Wäre bei obiger Prämisse nicht treffender: „Wir haben uns in Stuttgart vergewissert, daß wir die Feier von uns selbst als Zentrum der Liturgie erfahren“? (Das ist nur eine Frage, keine Kritik, hehe!)

Zum Vergleich: Papst emeritus Benedikt 2013 zur Liturgie:

Der emeritierte Papst kam auch auf das Thema Liturgie zu sprechen, das ihm während seines Pontifikats von 2005 bis zum Rücktritt Ende Februar 2013 besonders am Herzen lag. Christliche Liturgie sei, so Benedikt mit Verweis auf die Zweite Lesung dieses Sonntags aus dem Hebräerbrief, demütig und dennoch „unermesslich groß“: „Denn sie bedeutet, dass wir hinzutreten zu den Scharen der Engel und Heiligen, in die festliche Versammlung, in die festliche Freude Gottes. Ja, wo Liturgie gefeiert wird, ist Zion, ist der Gottesberg, den die Menschheit irgendwie immer sucht, die Höhe, auf der man endlich ins Licht und zu Gott hinaufkommt!“

Quelle RV

Mehr muß nicht gesagt werden.

PS: Mit Bitte, auch über das Wort „lebensnah“ einmal nachzudenken: Jemand oder etwas, das lebt, lebt und kann folglich nicht „lebensnah“ sein. Unbelebtes dagegen kann dem Leben auch nicht nah sein. Was also ist gemeint, was soll mit dieser Worthülle getarnt werden?

Quelle der zitate hier

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6 Antworten zu Himmelreich, Engel, Heilige, Zion entlassen- Liturgie ankert jetzt in der Welt

  1. Clara Franz schreibt:

    Nun, wenn man die Äusserungen einiger Bischöfe liest, wird im klarer, warum man Bischof Tebartz-van Elst im Regen stehen ließ.
    Bestimmt nicht des überzogenen Budgets willen allein.
    Der Limburger Bischof feiert wohl die Art Liturgie, von der ich annehme, dass diese Herren sie am liebsten überwinden möchten.
    Alles bitte ein bisschen moderner, gefälliger, ideenreicher und näher am Menschen halt.
    Manchmal empfinde ich Besorgnis, immer öfter aber befällt mich Traurigkeit über das, was noch vermutlich auf uns zukommen wird.
    Und noch öfter bin ich sogar froh, nicht mehr zu den ganz jungen Leuten zu gehören.
    Gott sei Dank!

  2. Clara Franz schreibt:

    Anfrage oder Bitte:
    Schön wäre, wenn es auf diesem Blog eine Möglichkeit gäbe, seinen Text nochmals in der Vorschau ansehen zu können, um etwaige Tippfehler noch korrigieren zu können, die man vorher leider übersehen hat.

    • clamormeus schreibt:

      Liebe Clara Franz,

      direkt geht das so auf WP wohl nicht, aber möglicherweise durch Kommentieren über einen WP Account…?

      Wenn Sie aber was dringliches (!) korrigiert oder auch gelöscht haben möchten, sagen Sie’s mir über die Kommentarfunktion oder per mail, wird erledigt.

  3. Noch deutlicher hat Papst Benedikt in Heiligenkreuz über die Liturgie gesprochen: Bei allem Bemühen um die Liturgie muß der Blick auf Gott maßgebend sein. Wir stehen vor Gott – er spricht mit uns, wir mit ihm. Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht. Ich bitte an dieser Stelle: Gestaltet die heilige Liturgie aus dem Hinschauen auf Gott in der Gemeinschaft der Heiligen, der lebendigen Kirche aller Orte und Zeiten so, daß sie zu einem Ausdruck der Schönheit und Erhabenheit des menschenfreundlichen Gottes wird! (9. September 2007)

    • clamormeus schreibt:

      Herzlichen Dank für das Zitat!

      Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht.

      Tja, wie lang ist sie noch?

      Und falls jemand meint, daß obige Zitat Zollitschs sei eine verunglückte Formulierung oder so was, der lese bitte die DBK-Website oder das „Domradio“-Interview„!

  4. Gerd schreibt:

    Heute in der Messe in einer Nachbarpfarrei, konnte ich fest stellen wie lebensnah zumindest die „Station“ des Pastoralreferenten sein kann. Das Thema: „Energie! Wer zahlt die Zeche?“
    Kurze Zusammenfassung gefällig? Die bösen Stromkonzerne, der arme Konsument. Der böse Strom, hier aus Kohlekraftwerken, der gute Strom, da aus Windmühlen die sogenannten erneuerbaren Energien. Kurzes Appellieren an die Anwesenden, doch zu einem ökologisch sinnvollerem Stromanbieter zu wechseln um den Multis mal so richtig einzuheizen. (einheizen im Sinne von erneuerbaren Energien versteht sich) Komisch dass das Schuldbekenntnis weggelassen wurde, wäre doch mal ein schöne Gelegenheit gewesen zu bekennen, dass der eigenen Herd immer noch von den Energieriesen mit schmutzigem Strom gespeist wird. Gelegenheit vertan, würd ich mal sagen. Aber ich gelobe Besserung und werde den alten Holzofen aktivieren. Das und genau das, nenne ich lebensnah.

    Ach ja, und dann war da noch das Evangelium mit den verlorenem Schaf. So eine Verschwendung der Ressourcen, diesem einem schmutzigem Ölmulti nachzugehen, der es doch überhaupt nicht verdient hat. Und die Frau mit der verlorenen Drachme. So eine Energievergeudung, das ganze Haus zu fegen (saugen! wir sind ja lebensnah) um die eine Silbermünze wieder zu finden. Schön war dann das Credo, wo die versammelte Gemeinde kräftig sang: „Selig seid ihr, wenn ihr keine Energie verschwendet.“ Ich habe mir das Abendbrot trotzdem schmecken lassen. Den Kaffee habe ich aufgebrüht, der Wasserkocher läuft auch auf schmutzigem Strom. Ein schlechtes Gewissen habe ich trotzdem nicht. Vielleicht wird es ja mal aufgerüttelt. Aber ganz gewiss nicht beim nächsten Schuldbekenntnis. Die werden nämlich in den Gottesdiensten geflissentlich weggelassen.

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