Summorum Pontificum sechs Jahre in Kraft – Dank an Benedikt XVI!

Mit dem heutigen Fest Kreuzerhöhung jährt sich zum sechsten Mal das Inkrafttreten des „Motu Proprio Summorum Pontificum“ von Papst Benedikt XVI.

Oft wurde dieses Dokument mißverstanden als Zugeständnis an die Piusbruderschaft (FSSPX), für welche es aber ohnehin wenig Bedeutung hatte, sieht man vielleicht von der Feststellung darin ab, daß die überlieferte Form des römischen Ritus niemals abrogiert gewesen sei.
Größte Bedeutung hatte und hat es viel mehr für diözesane Priester und Ordensgemeinschaften und für Gläubige, die entweder der alten Form treu blieben, oder derer, deren Herz unlöschbar in Liebe neu zu ihr entbrannte, die aber gleichzeitig in voller Einheit mit der Una Sancta stehen.

Das Motu Proprio hat vielmehr die Bindung der „alten Messe“ an die FSSPX gelöst. Papst Benedikt XVI. erweist sich, angesichts des nach menschlichem Ermessen gescheiterten neuerlichen Einigungsversuch mit der FSSPX, auch in diesem Punkt als ein mehr als nur kluger voraussehender Stratege; denn ohne Summorum Pontificum wäre ein Exodus der Lefebvrianer einem der überlieferten Messe gleichgekommen, sieht man einmal vom Wirken der romtreuen Ecclesia Dei Gemeinschaften ab.

Dies war und ist leider teilweise noch, nicht nur das Kalkül gewisser „modernistischer“ Zirkel des Kirchenestablishments, sondern auch das mancher Teile der Piusbruderschaft. Erstere, der selbe Schlag, der schon 2005 alles tat, um Joseph Ratzinger als den reaktionären Panzerkardinal zu diffamieren, begann die propagandistische Losung „Alte Messe = vorkonzilar = Piusbruderschaft = Williamson = Holocaustleugner“ von geneigten Kampagnenschreiberlingen trommeln zu lassen und scheute sich auch nicht, die Anhänger der „alten Messe“ aufs Übelste auch persönlich herabzusetzen.

Dies war dem Papst sicher auch gewärtig, als er das genial austarierte Motu Proprio 2007 erließ, und die Feier der überlieferten Messe als „Forma Extraordinaria“ auf eine klare Rechtsgrundlage stellte, die auch den Realitäten der jetzigen Kirche Rechnung trug: Im Zweifel, und das heißt, wenn in einer Diözesankirche nur eine Messe sonntags stattfinden kann, muß diese in der Forma Ordinaria gefeiert werden. Dies stellte sicher, daß niemand zur Feier in der FE gezwungen würde. Es wird also keinem Anhänger der neuen Form irgendetwas weggenommen. Daß dennoch manche die ältere Form weiterhin vehement bekämpfen, darf deshalb ohne wenn und aber als reiner Vernichtungswillen angesehen, als Ausdruck ideologisch verhärteter Intoleranz.

Gleichzeitig trat Benedikt kindsköpfigen, weltfremden Illusionisten entgegen, die allen Ernstes meinten, die FO gehöre als Irrtum gebrandmarkt und sei ex cathedra abzuschaffen unter völliger Ignorierung der Tatsache, daß die übergroße Mehrheit der überhaupt noch am Meßopfer Interessierten eben mit dieser neueren Form aufgewachsen und in ihr heimisch ist. Als könne man 50 Jahre – die sicher auch voller fürchterlicher liturgischer Irrwege waren und sind- einfach auslöschen.

Benedikt hat es ernst gemeint mit den „zwei Formen des römischen Ritus“, er setzte auf behutsame Befruchtung beider Formen, auf der Rechtsbasis garantierter Beheimatung beider Formen und ihrer Anhänger, auf den Austausch auch und vor allem zwischen einzelnen Gläubigen, statt auf ideologische Scharmützel, und er findet, zu meiner größten Freude, zwischen all dem Getöse und Betrieb, auch statt.
Zugleich ist Summorum Pontificum ein lebendiger Eckstein der Hermeneutik der Erneuerung in Kontinuität mit der Tradition, die zu meisternde Herausforderung ist und keineswegs vor allem ein kühner dialektischer Schachzug; sie ist eine Überlebensfrage der Kirche, die ohne die Tradition nicht sein kann. Und Tradition, so sagt es G. K. Chesterton wunderbar treffend, ist „Demokratie für die Toten“. Eine Demokratie, in der es, um Benedikt sprechen zu lassen, „keine Mehrheit gegen die Heiligen“ geben kann.

Nochmals herzlichsten Dank an den emeretierten Pontifex, der sicher nicht grundlos gerade das heutige Fest Kreuzerhöhung als Beginn bestimmte: „Ich aber werde, wenn ich von der Erde erhöht bin [am Kreuze], alles an Mich ziehen“ heißt es im heutigen Evangelium (Jo 12, 31-36) der Forma Extraordinaria.

Graduale: „Christus ist für uns gehorsam geworden bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Darum hat Gott ihn auch erhöht und Ihm einen Namen gegeben, der über allen Namen ist. Alleluja, alleluja. Süßes Holz, o süße Nägel, süße Last beschweret euch! Nur du warstwürdig zu tragen des Himmels König und Herrn. Alleluja!“

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Eine Antwort zu Summorum Pontificum sechs Jahre in Kraft – Dank an Benedikt XVI!

  1. Frischer Wind schreibt:

    Danke für diese wunderbare und verdiente Würdigung!

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