Nimm von der Kirche das Recht weg, was bleibt ist eine Bande von Konzilsgespenstnannies

Frei nach… was weiß ich.

Ich ringe um ein Statement zur Causa der Franziskaner der Immacolata. Zuviel strömt mir durch den Kopf, geradezu unfaßbar das Schreiben des apostolischen Kommissars, des Kapuzinermönches Volpi, in Tonfall wie Inhalt. Ich versuche es trotzdem:

Dogmen und Lehrsätze der Kirche waren immer auf den Schutz des unverfälschten Glaubens ausgerichtet; sie wurden immer dann errichtet, wenn das „was von allen immer und überall“ geglaubt wurde durch Thesen einzelner Katholiken oder innerkirchlicher Gruppen in Frage gestellt wurde und die Gefahr der Verwirrung bestand.

Niemals wurde ein  Gläubiger zu einem positiven Bekenntnis zu einzelnen Dogmen oder Lehren genötigt, außer, er hätte öffentlich explizit gegen eines das Wort erhoben. Aber auch in dem Fall war der Widerruf einer Häresie gefordert, nicht etwa ein feierliches Gelöbnis auf alle Kapitel des Konzils von irgendwo.

Unsere Affirmationen sind dagegen nicht juristischer, sondern bekennender Natur: unser einmaliges Tauf- und Firmversprechen, das wir zu Ostern bekräftigen und das Credo seien als die wichtigsten genannt.

Genauso verhält es sich mit allem Kirchenrecht: der manifeste und konkrete Verstoß gegen seine Ordnungen allein sieht Ermahnungen und Bestrafungen vor, keinesfalls aber ist ein explizites, positivistisches Bekenntnis zu § 112317, Absatz 2 CIC gefordert.

Vereinfacht: an Recht hat man sich zu halten, das genügt. Man muß keine Lobarien auf einzelne Artikel dieses Rechts singen, um kein Rechtsbrecher zu sein. Und schon gar nicht auf Konzilien, auf denen Recht formuliert wurde.

Nicht erst, wenn man den Fall der Franziskaner der Immaculata verfolgt, fragt man sich, ob nicht in diesem Gefüge etwas grundsätzliches umgestülpt wird:

Ohne, daß ein konkreter kirchenrechtlich relevanter Vorwurf öffentlich genannt wird, wird dort ein Abwicklungsverfahren durchexerziert, das anscheinend unterstellte Gesinnungen und nicht Rechtsverstöße zur eigenen Grundlage macht.

Auf der anderen Seite scheint es nicht weiter  zu stören, daß konkrete Häresien und Leugnungen von Dogmen von katholischen Theologen gelehrt, von Priestern gravierende Verstöße gegen die Liturgie- und Sakramentenordnung geradezu seriell  praktiziert werden. Und es sind gerade diese Kreise, die jeden, der sich auf das Kirchenrecht beruft, allein deswegen in den Ruch des hartherzigen Pharisäertums diffamieren.

Elsas Frage „Was machen die da?“ sollten „die da“ bitte rasch und klar beantworten. Mangelnde Rechtssicherheit wie auch Rechtsverbindlichkeit und positive  wie negative Gesinnungssanktionen sind Merkmale totalitärer Staaten, die Kirche darf nicht einmal in den Verdacht geraten, was auch angesichts des Stils und Duktus des als Kommissar für die FdI eingesetzten Kapuziners Volpi, der anmutet, wie eine aus einem Dan Brown Roman entsprungene Karikatur, leider naheliegt (…)

Und nun kann ich, mittendrin, mit dem Ringen beruhigt aufhören. Michael Charlier sagt hier heute das Wesentliche, und viel besser, als ich es jetzt kann. Mit Dank zum gerade entdeckten Link

Fortsetzung folgt an einem besseren Tag :-)

Über clamormeus

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4 Antworten zu Nimm von der Kirche das Recht weg, was bleibt ist eine Bande von Konzilsgespenstnannies

  1. Laurentius schreibt:

    Hervorragend!

  2. Marienzweig schreibt:

    Handelt Pater Volpi mit ausdrücklicher Einwilligung Papst Franziskus oder eigenmächtig?
    Ersteres wäre erschreckend, das zweite roh, anmaßend, unsensibel und frech.
    Wie sagt der Pfarrer unserer Nachbargemeinde -Mitinitiator des Freiburger „Aufbruchs“ und Verfechter des Frauenpriesterums- so gern und immer wieder: „Die katholische Kirche ist bunt!“
    Doch wie es aussieht, werden in dieser vermeintlichen Buntheit nicht alle Farben zugelassen, zumindest nur solche, die Pater Volpi -und wem noch?- behagen.

    • clamormeus schreibt:

      Wer da warum auch immer agiert, weiß ich auch nicht genau, da sich die bisherige Führung des Ordens nicht äußert, wird’s wohl stimmen, daß sie das nicht darf.

      Nach diesem Schreiben Volpis jedenfalls, darf sich keiner der Beteiligten beklagen, wenn man verliehene Macht als schiere Willkür ausgelegt bekommt, da man sich weigert, eine rechtliche Begründung solch brutaler Maßnahmen zu offenbaren, wann gab es zuletzt in der Kirche vergleichbares, was wirft man der FI konkret vor?

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