Wider das verschleiernde Geschwafel – eine Streitschrift im neuen VM

In der Dezemberausgabe des Vatican Magazin widmet sich Guido Rodheudt in den Disputa der „Kunst des Vorbeiredens“, wie sie seit etlichen Jahren auch von vielen Episkopen in öffentlicher Rede sozusagen in geist- und nervtötender Monokultur durchexerziert wird.

Eine treffliche Streitschrift, die die vielfältigen Hintergründe und Wirkungen dieser sowohl Gläubige als auch Suchende verquälende bis abstoßenden Unsitte freilegt, aber auch vor untauglichen Gegenrezepten warnt, wie etwa dem bloßen Verweisen auf Kirchenrecht und Katechismus, das an der Wurzel des Problems vorbeiagiere und so in Gefahr stehe, selbst Teil des „kirchenamtlichen Genuschels“ zu werden. Gefordert ist letztlich der Abschied von aller Mehrdeutigkeit kirchlicher Verkündigung.

Vom Gelingen dieses Abschieds von der Mehrdeutigkeit wird Vieles abhängen. Dass dazu Reden und Schreiben nicht ausreichen, hat sich zur Genüge gezeigt, zumal wenn sich dieses Reden als ein Vorbeireden am Schisma als Kern des Problems erweist. Um die Doppelzüngigkeit in der kirchlichen Verkündigung zu beenden, muss es daher mutige Hirten geben, die mit ihrer ganzen Person für den Glaubens gehorsam stehen und bereit sind, das Martyrium der Unerbittlichkeit zu tragen, das heute in der Zeit der dialogisierenden Gleichmacherei von Wahr und Falsch sehr schnell jeden erreicht, der nicht schweigt, der nicht undeutlich spricht oder der die wilden Tiere nicht fürchtet, die ihn wegen seines Zeugnisses zu zerfleischen trachten. Vielleicht würde es deswegen schon genügen, bei der Auswahl der Hirten darauf zu achten, dass sie neben vielen Fähigkeiten, die zur Erfüllung ihres Dienstes nötig sind, die Kunst des Vorbeiredens nicht beherrschen.

Die Redaktion hat den gesamten Aufsatz online gestellt, mit Dank und wärmster Leseempfehlung hier zur PDF, die auch die wie gewohnt wohltuend gelungene graphische Gestaltung des Magazins abbildet.

Das neue Heft ist seit gestern auch am Kiosk erhältlich. Wer noch Geschenke für Freunde sucht – warum kein VM Abo?

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