Gott mit Dir und immer wieder danke! – Zum Amtsverzicht Benedikts 2013

Der Tag,  an dem die unfaßbare Ankündigung des 11. Februars 2013  Wirklichkeit wurde. jährt sich heute. Mir fehlen -wie damals- noch immer die Worte. Ich habe keine Lust, in meinen vielen Skizzen dazu zu suchen, die allesamt in Tränen oder Gebeten endeten und ich mag mir keines der seelenerschütternden  un- oder überwirklichen Bilder dieses Tages ansehen, an dem sich so viel Schicksalhaftes auf urbi et orbi legte, das sich mir bis heute nicht ganz offenbart hat, seit dieses Pontifikat, dessen größte Wirkmacht trotz seines Füllhorns gesprochenen und geschriebenen Vermächtnis, die Berührung durch beredtes Schweigen ex profundis und besseelten, absichtslosen Wirkens und Offenbarens war, aus der sichtbaren Zeit durch die von zarter Hand geschlossene Balkontür von Castelgandolfo in eine andere, verborgene Sphäre überging. (von hier mag im tieferen der von vielen geäußerte Unmut herrühren; daß Benedikt sich entgegen seiner Ankündigung wohl überreden ließ, die befremdenden auf das Auge der Öffentlichkeit projezierten Bilder der „zwei Päpste“ zuzulassen, was, neben allen manifesten berechneten Irritationen, auch und vor allem das Mysterium jenes 28. Februars 2013 in  künstlichem Licht überblendete und banalisierte und sozusagen dessen Kreise störte).

Was gewiß ist, ist das was fehlt. Der Verlust, der Mangel. Die liebe, schnelle Kollegin Elsa hat mir hier das Zitat weggeschnappt, das auch ich aus der Gedenkschrift Armin Schwibachs im Auge hatte, nun nehme ich dieses hier, das den Besuch des Autors beim „Papst auf dem Berge“ im Sommer 2013 eruiert:

Die Gestalt in Weiß, klein und dem Alter entsprechend gebrechlich, vermittelt eine innere Stärke. Mit langem weißem strahlendem Haar, einem liebevoll durchdringenden Blick scheint sie den Raum auszufüllen, ja mehr noch: es ist, als befinde man sich unvermittelt an einem besonderen Raum-Zeit-Ort des Universums.

Die Hände, die sich dem Ringkuss nicht entziehen, sind fest, so fest, wie man sie immer schon kannte. Der Blick Seiner Heiligkeit ist verwandelnd, fern jeglicher Gewöhnlichkeit.

Ja, auch das fehlt. Und wie. Einmal jedes, nur einmal. Einmal und nie wieder sagte ein Dichter. Aber das gilt für unsereinen ja nur für diese Welt.

Über clamormeus

Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Tagesgedanken, Versuche abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Gott mit Dir und immer wieder danke! – Zum Amtsverzicht Benedikts 2013

  1. Clara Franz schreibt:

    Ich verehrte Papst Benedikt, seinen Rückzug konnte ich lange Zeit nicht verwinden.
    Papst Franziskus kann diese von mir empfundene Lücke nicht füllen.
    Allerdings hätte ich mir gewünscht, der emeritierte Papst wäre seinem Vorsatz treu geblieben, in der Verborgenheit zu leben. Dies fällt sicher nicht immer leicht, zugegeben!
    Aber als Staffage zu dienen – sollte sich Benedikt hierfür nicht zu schade sein?

  2. Clara Franz schreibt:

    Den verlinkten Beitrag, den Kommentar von Helene sowie die Antwort Esters darauf habe ich gelesen und bin leider auch nicht schlauer geworden.
    Ich wünschte nur, Papst Franziskus möge sich nicht in irgendeiner Weise des emer. Papstes bedienen, in welcher Absicht auch immer.
    Benedikts Wunsch war, im Verborgenen zu bleiben. Und heute?
    Ist es sein eigener Wille, wieder hinauszugehen oder wird er gedrängt, es zu tun?
    Es war immer seine klare Haltung und die Klarheit seiner Worte, die mich so sehr beeindruckten.
    Päpste im Zweierpack? Warum, wozu, was soll damit bezweckt, was soll dadurch ausgedrückt werden?
    Ich bin verunsichert, aber nicht nur deshalb!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s