Die sakramentale Ehe kann von niemandem gelöst werden – Benedikt der XVI. im L’Osservatore Romano

Dieser Artikel Papst Benedikts vom November im Osservatore Romano 2011 zum Ehesakrament und zu den „wiederverheiratet Geschiedenen“ kursiert via Twitter und diversen Blogs als quasi vorher gegebene Replik auf Kardinal Kaspers Vortrag im Februar 2014 vor den Kardinälen (ja, jener, der in Rom noch als „geheim“ bezeichnet wurde, als der Herderverlag längst dessen Veröffentlichung bewarb), der merkwürdigerweise die einzige Position war, die offiziell dort zu Wort kam.

Hier ein Auszug aus dieser so notwendigen Entgegnung:

Man kann ohne weiteres zugeben, daß die Ausdrucksform des kirchlichen Lehramtes manchmal nicht gerade leicht verständlich erscheint. Diese muß von den Predigern und Katecheten in eine Sprache übersetzt werden, die den Menschen und ihrer jeweiligen kulturellen Umwelt gerecht wird. Der wesentliche Inhalt der kirchlichen Lehre muß dabei allerdings gewahrt bleiben. Er darf nicht aus angeblich pastoralen Gründen verwässert werden, weil er die geoffenbarte Wahrheit wiedergibt. Gewiß ist es schwierig, dem säkularisierten Menschen die Forderungen des Evangeliums verständlich zu machen. Aber diese pastorale Schwierigkeit darf nicht zu Kompromissen mit der Wahrheit führen. Johannes Paul II. hat in der Enzyklika Veritatis splendor sogenannte pastorale Lösungen, die im Gegensatz zu lehramtlichen Erklärungen stehen, eindeutig zurückgewiesen

Mit Empfehlung der kompletten kurzen Darstellung Benedikts, die komprimiert auch auf theologische Entwicklungen und die Position der Ostkirchen eingeht, bitte hier entlang!

Man fragt sich, warum man die Kardinalsberatungen zu diesem Bereich nicht auf diesem bestehenden, 1994 in aller Klarheit dargestellten Fundament begann, und stattdessen ausgerechnet Joseph Ratzingers Gegenspieler Kardinal Kasper das einzige offizielle Wort erteilte. Neben der naheliegenden Antwort fiele mir noch ein: Ratzingers Theologie kniet nicht vor dem Zeitgeist.

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Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
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