Es ist wirklich wahr geworden! Erstmals FSSP Niederlassung in München

Pater Christian Jäger leitet ab September 2014 das Apostolat in der Damenstiftskirche St. Anna

DIGITAL CAMERA   (Privatphoto. Zum Vegrößern bitte Bild anklicken)

Gut zwei Tage mußte ich die Finger stillhalten. Dabei hätte ich diese Nachricht, als sie bei mir eintraf, am liebsten unter Posaunenbegleitung sofort hinausjubiliert, from the mountains, in the Isar in the Beergardens over the hills  and everywhere! Nicht nur, weil sie in den letzten Tagen eine der wenigen guten unter so vielen bedrückenden bis bluttriefenden war. Nein, ich habe, wie viele, schon lange auf sie gewartet, betend, hoffend, bangend, händeringend, haareraufend.

Seit über 25 Jahren gibt es in der Damenstiftskirche St. Anna drei wöchentliche Messen in der seit 2007 so betitelten „außerordentlichen Form des römischen Ritus“: ein Sonntagsamt sowie dienstags und donnertags je eine sogenannte „stille Messe“. Im Prinzip war dies in München die einzige Möglichkeit, die alte Messe außerhalb der Piusbruderschaft zu feiern.

Betreut wurden die Messen zuletzt durch vier Geistliche, zwei mit der Hauptkirche St. Peter verbundene, einem emeritierten Domkapitular sowie durch einen Priester der Petrusbruderschaft, die sich Sonntag für Sonntag abwechselten.

Immer wieder hatte es über all die Jahre Initiativen gegeben, die Kirche in die Obhut eines der Tradition verbundenen Priesters mit entsprechender Ausbildung zu übergeben, damit die Liturgie würdig und durchgängig gefeiert, aber auch unter einem Hirten eine Gemeinde entstehen könne. Alle Versuche, Gespräche, Verhandlungen scheiterten jedoch.

Die Folge war zum einen ein fortwährendes Improvisatorium und eine hohe Fluktuation. Sakramentenspendung außer der heiligen Kommunion war selbst in bezug auf die Beichte schwierig, von Erstkommunionen und Firmungen im überlieferten Ritus ganz zu schweigen. Ein Grund, warum gerade Familien mit kleineren Kindern schnell wieder fortblieben. Auch das Provisorium bzgl. der Musica Sacra, insbesondere was das gregorianische Proprium und Ordinarium betrifft, tat ein übriges, ebenso das Trauerspiel gerade um die Hochfeste herum; nie konnte z.B. das Triduum Sacrum, nie die Liturgie der Fasten- und Adventszeit vollständig gefeiert werden und fiel ein Hochfest, das nicht staatlicher Feiertag ist, wie Mariä Empfängnis, auf einen Montag, Mittwoch, Freitag oder Samstag, wurde es nicht in der älteren Form gefeiert.

Etliches wäre noch zu sagen, aber der Anstand wie die Freude und Dankbarkeit gebieten Schweigen. Ein namhafter Besucher wird mit den Worten „Das ist also etwas nur für ganz Hartgesottene“ zitiert, dem ist zuzustimmen. Die meisten der so vielen allerdings, beheimateten sich bald woanders oder wurden Meßnomaden, oder praktizierten, wie ich selbst zuletzt, eine Art Zelebrantenhopping und durchaus mit der Überlegung, mich gänzlich neu zu orientieren, wenn es wieder schief gegangen wäre.

Dank des guten Willens des Erzbischofs Kardinal Marx sowie des Stadtpfarrers von St. Peter, Prälat Herbert Jung, fanden über die letzten Jahre wieder Gespräche mit der FSSP statt, die dem Vernehmen nach mehrmals kurz vor erfolgreichem Abschluß standen, aber dann doch weiter vertagt wurden, was bei den Gläubigen zu einer Gemengelage aus Zermürbung und schwarzem Humor führte, bei etlichen aber leider zur Resignation.

Nun endlich sind alle inhaltlichen wie organisatorischen Hindernisse ausgeräumt, für die ungarische Gemeinde konnte eine neue Beheimatung gefunden werden und Pater Axel Maußen, der Distriktobere, der für die FSSP die Gespräche führte, so nach viel Geduld und langem Atem endlich die gute Nachricht verkünden: Pater Christian Jäger wird zum 1. September 2014 nach München ziehen,  und in der Damenstiftskirche die  Seelsorge für die Gläubigen dort übernehmen, in der ab dann täglich eine heilige Messe in der FE gefeiert werden wird. Sonn- und feiertags wird das Amt nun um 9 Uhr 30 beginnen, montags und samstags um 8 Uhr, an den übrigen Werktagen um 17 Uhr 30.

Willkommen, Pater Christian!

Alleluja, Dank sei Gott dem Herrn und allen an der Lösung Beteiligten!

Ich werde hier über den weiteren Werdegang ausführlich berichten.

UPDATE: hierzu auch der Frische Wind

 

 

 

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16 Antworten zu Es ist wirklich wahr geworden! Erstmals FSSP Niederlassung in München

  1. Andreas schreibt:

    Man wird gut daran tun, das offenbar vorangegangene Hickhack kräftig abzuhaken und allen zu danken, die das nun möglich gemacht haben – vor allem aber Ihm: Deo gratias!

    Grüße aus Freiburg ;-)

    • clamormeus schreibt:

      Sehe ich ganz genau so. Danken, sich freuen und nach vorne blicken, nun heißt es, etwas gutes draus zu machen aus dem großen Geschenk!

      Beste Grüße auch Dir!

  2. Geistbraus schreibt:

    Gratuliere zu dieser guten Nachricht!

    Und Lob und Preis dem, der da war und der da ist und der da kommt!

  3. Cinderella01 schreibt:

    Ja, freuen wir uns erstmal – ein guter Grund für mich, mich doch auch mal in die Damenstiftkirche zu wagen – für mich ist das ja totales „Neuland“.
    Ich hoffe nur, dass mit der Übergabe der Damenstiftkirche an die Petrusbruderschaft nicht die Umwandlung von St.Peter in eine Zeitgeistkirche einhergeht. Die ersten Grußworte des neuen Stadtpfarrers (Tradition und Innovation, mehr kreative Lösungen) lassen hier ja das schlimmste befürchten.

  4. clamormeus schreibt:

    Ja gerne, beißen tun wir nicht und ggf. einfach fragen.

    Über den neuen Stadtpfarrer vom Peter kann ich gar nichts sagen, außer das ihm kein schlechter Ruf vorauseilt, und ich weiß auch nicht, auf was er diese Aussagen konkret bezieht. Würde da auch jetzt a prori nichts arges befürchten wollen, einfach in Gelassenheit amoi schaung. Sehr gespannt bin ich, ob er neue Priester mitbringt oder die alte Gilde weitermacht.

    • videator schreibt:

      nachdem der bisherige Pfarrer aus dem Alten Peter viele Gläubige und auch Priester vertrieben hat, bleibt zu hoffen, das der künftige hier etwas gemäßigter ist … Baßgeigen und Weihrauch ist eben nur die eine Seite …

  5. Pingback: Gute Nachrichten | viasvitae

  6. Frischer Wind schreibt:

    Tolles Photo!

    Dank an diejenigen, die es möglich gemacht haben –
    und herzlichen Glückwunsch allen Münchnern!

  7. Tarquinius schreibt:

    Auch von mir einen herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen beim weiteren Werken in der neugeformten Gemeinde! Die Unzulänglichkeiten von „improvisierten“ Zelebrationen kenne ich selbst zu Genüge und bin heilfroh, mich bald ebenfalls ein wenig nördlich von Dir einer von der FSSP betreuten Gemeinde anschließen zu können.

  8. karued92 schreibt:

    Ich gehe mal davon aus dass der Messort Grafing (jeden Montag Abend missa cantata) nun auch nicht mehr vom weitentfernten Bettbrunn sondern von München aus betreut werden wird? Aber Pater Hagel zelebriert jeden morgen im Seniorenheim und wenn Pater Jäger am Montag um 8 zelebriert wird er wohl nicht mehr am Abend in Grafing sein können. Die mehr als schlecht besuchte Messe-trotz Organisten der gesamtes Proprium und Ordinarium singt!- in Erding (3. Samstag im Monat) wird wohl auch fallen? Lassen wir uns überraschen.

  9. Clara Franz schreibt:

    Kardinal Marx und Alte Messe – da hätte ich bis jetzt von meiner Seite aus und rein gefühlsmäßig, keine Verbindung hergestellt.
    Aber freudige Überraschungen gibt´s ja immer wieder zwischendurch und deshalb dürfen sich traditionsbewusste Münchner ruhig auch richtig von Herzen freuen – und ich freue mich mit ihnen.

  10. videator schreibt:

    hier die amtskirchliche Notiz in der Kirchenzeitung:

    Petrusbruderschaft stationiert Seelsorger in München

    Die mit Rom verbundene traditionalistische Petrusbruderschaft stationiert erstmals einen Seelsorger in München. Zum 1. September wird ein Pater im Umfang einer halben Stelle als Pfarrvikar der Stadtpfarrkirche Alter Peter zugeordnet, wie das Erzbistum mitteilte. Sein Auftrag ist es, das bisher von wechselnden Geistlichen getragene Angebot von Messfeiern in der außerordentlichen Form in der Damenstiftskirche zu übernehmen. Künftig soll es täglich einen solchen Gottesdienst in lateinischer Sprache geben.

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