Muß auch mal sein

Gerade las ich die Mail eines Pfarrers, die mir eine Bekannte weitergeleit hat. Der wiederum schreibt, englische Missionare irgendwo im Nordirak haben u.a. ihn kontaktiert und zitiert diesen Appell weiter:

>>„Eine Freundin bekam gerade eine Nachricht von ihrem Bruder mit der
Bitte um Gebet. Der Bruder ist Teil eine Missionsgesellschaft und
ISIS hat heute die Stadt eingenommen, in der sie sich befinden. Er
sagt, dass ISIS systematisch von Haus zu Haus der Christen gehen und
die Kinder bitten, Jesus zu verleugnen. Er sagt, dass bislang kein
Kind dies getan hat. Und bislang sind alle Kinder konsequent getötet
worden. Aber nicht die Eltern. Die UN hat sich aus dem Gebiet
zurückgezogen und die Missionare sind nun auf sich alleine gestellt.
Sie müssen wegen ihrer Familien bis zum Ende durchhalten – auch,
wenn es ihr eigener Tod sein sollte. Der Bruder hat große Angst, er
weiß nicht, wie er sich um die Familien kümmern soll, deren Kinder
den Märtyrertod gestorben sind. Trotzdem sieht er sich von Gott
berufen. Er bittet inständig um Gebet, auch für eigenen Mut, um
seine Berufung zu erfüllen in solch furchtbaren Umständen. Und, dass
er wie die ganzen Kinder den Märtyrertod ertragen kann, falls es
soweit kommen sollte. Seine Schwester bat mich, alle um
Gebetsunterstützung zu bitten. Diese tapferen Eltern haben ihren
Kindern solch einen inbrünstigen Glauben beigebracht, dass diese
sich für den Märtyrertod entschieden haben. Bitte unterstützt sie
mit euren Gebeten in ihrem Verlust – sie brauchen Hoffnung und
Durchhaltevermögen!

Bitte betet inständig für die Menschen im Nordirak, für Befreiung
von der schrecklichen Übernahme durch ISIS und deren extremen Zielen
der Massenbekehrung zum Islam oder Tod der Christen in dieser Region.

Ich bitte flehentlich, dass diese E-Mail nicht ignoriert wird.
Leitet sie nicht weiter, bevor ihr nicht inständig gebetet habt. Und
dann schickt sie an so viele Christen wie möglich, damit auch sie
beten können. Richtet beispielsweise eine spezielle Gebetszeit in
euren Gottesdiensten ein. Wir müssen für unsere Geschwister im Herrn
im Gebet einstehen!<<

Ich kenne den namentlich genannten Pfarrer nicht, ich habe auch sonst keine Möglichkeit, den Wahrheitsgehalt dieses Appells zu überprüfen.  Sicher ist, daß eine Horde brutalster Psychopathen im Namen des Islam in unsäglicher Brutalität nicht nur im Irak  einen beträchtlichen Teil der Welt mit abscheulichsten Verbrechen überzieht und das Geschilderte zumindest möglich und darüberhinaus ohne weiteres glaubwürdig erscheint.

Und allerspätestens nach dem Triumphzug dieses Pöbels in Mossul frage ich mich, warum so ein selbstverständlicher Aufruf zum regelmäßigen Gebet nicht längst von den Hirtem dieses hiesigen Landes ergangen ist. Erst Wochen später,  als dieses Pack auch die Jesiden massakrierte, gab es erstmals einen kleinen offiziellen Räusperer seitens der DBK. Und  erst, als das Wüten gegen die Kurden dieses vom Satan gerittenen Gesindels hinzukam, fand  man wenigstens etwas klarere Worte, nach den Politikern versteht sich. Aber selbst zur Erhörung der geringsten Bitte, regelmäßig in allen katholischen Kirchen dieser Welt für die so unfaßbar grausam geprüften Brüder und Schwestern zu beten,  hat man sich immer noch nicht durchgerungen. (wie man anscheinend „aus der Luft“ in Kobane an aus freiem Gelände angreifenden Terrosristen vorbeischießt)

Kinder gemeuchelt, Frauen vergewaltigt und versklavt, Männer gefoltert und ermordet, Geschichte weggesprengt. Schon blöd gell, aber wir haben da unsere Agenden, und nichts schlimmeres gibt es für Katholiken als das im Sinne des Aggiornamentos dringendste Problem aller Völker, die so grausame Behandlung der sakramental weiterverheirateten Polygamisten/Polyandrierinnen durch diese komische statische Lehre Christi.

Gesegnetes barmherziges Kasperltheater in Rom und um Rom herum derweil weiterhin alleseits!

Is ja nur so ne neue Kategorie, „muß auch mal sein“,. Bitte um extrabarmherziges Pastoral forte!

 

 

Über clamormeus

Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
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12 Antworten zu Muß auch mal sein

  1. Cinderella01 schreibt:

    Danke, genau so muss es auch mal sein! Es ist wirklich unglaublich, wenn man die Sprechblasen unserer Kirchenführung liest und hört. Offensichtlich gibt es nur eins, was sie wirklich fürchten: Aus Rom zurückzukommen und nichts erreicht zu haben, was den deutschen Medien gefallen wird.

  2. Cassian schreibt:

    http://www.kathtube.com/player.php?id=35449
    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/islamic-state/11146251/Isil-advance-Watch-live-coverage-of-the-Turkey-border-with-Syria-near-embattled-Kobane.html

    viele (auch Christen in unseren Breitengraden) fangen erst für bzw gegen diese Dinge (IS) zu beten an, wenn es um Ihren eigenen (Entschuldigung) Arsch geht.

    ich bete für die abgeschlachteten Kinder, und ich bin froh, daß es in der Seele weh tut.
    den Weg hierher über Elsa`s neuen blog-Eintrag gefunden.

  3. Marienzweig schreibt:

    Vor Wochen schon hatte ich im PGR angeregt, einen ökumenischen Gebetsabend für die verfolgten Christen anzubieten.
    Dies war die Zeit, in der Mossul umkämpft war.
    Inzwischen ist die Stadt und die Ninive-Ebene „christenfrei“.
    Es war Urlaubszeit und die Sache blieb irgendwie in den beiden Pfarrbüros hängen.
    Und ich gestehe, es fehlte mir auch etwas an der nötigen Courage, die Leute zu nerven mit meinem Anliegen.
    Durch diese Mail habe ich wieder neuen Mut gesammelt, nachzuhaken.
    Und darüberhinaus werde ich diese Seite an meine Bekannten weiterverlinken.
    clamomeus hat sicher nichts dagegen, oder?

  4. clamormeus schreibt:

    Danke erstmal für die Kommentare hier und die vielen Verlinkungen. Später mehr!

  5. sowohlalsauch schreibt:

    Ich verstehe den Text und die Kommentare überhaupt nicht. Lest Ihr keine Nachrichten auf der Website von radio vatican etc.? Sowohl der Papst, der vatikanische UNO-Botschafter, etliche Kardinäle als auch deutsche Bischöfe haben sich seit Monaten und Wochen öffentlichlich für die (auch militärische) Bekämpfung der ISIS und humanitäre Hilfe ausgesprochen (und auch selbst Gelder bereitgestellt). Vor wenigen Tagen gab es einen Krisengipfel im Vatikan, am 20.10. folgt der nächste. was fehlt Euch? Ein Aufruf zum Kreuzzug? Und was das Beten anbelangt: 1. brauchen wir doch wohl keine ausdrückliche Aufforderung oder Genehmigung zum Beten, und 2. gibt es sehr wohl diesen Aufruf zum Gebet (plus Spenden!) von der DBK (hier: http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2014/2014-166a-Aufruf-der-deutschen-Bischoefe-Sonderkollekte.pdf ), bei der Herbsversammlung der DBK. Dort war übrigens auch der Erzbischof von Mossul zu Gast.
    Dass die Familiensynode in Rom bei einigen hier Unbehagen erzeugt, ist offensichtlich; man sollte aber nicht das Unglück der Christen im Nahen Osten instrumentalisieren, um sie zu diskreditieren.

    • clamormeus schreibt:

      Nein, danke, ich brauche keine ausdrückliche Aufforderung oder Genehmigung zum Beten und dennoch wäre die Einrichtung zumindest eines fixen wöchentlichen Gebetstages auch in den Kirchen und der Aufruf an alle Katholiken, sich zu beteiligen, doch wohl das mindeste, was man erwarten dürfte. Und Vetreter der Verfolgten haben uns i.Ü. dringlich darum gebeten, die glauben an die Macht solcher Gebete. Sagen Sie dann doch denen, daß so ein routinierter, geschäftsmäßiger Spendenaufruf -Monate nach Mossul i.Ü.- völlig ausreicht. Und all denen, die schon in Ägypten, Nigeria, Pakistan massakriert wurden und werden und ebenfalls darum bitten.

      Und wie Sie in dem Kontext dieses Textes auf Kreuzzüge kommen, weiß ich nicht. Die Kirche hat m.W. im übrigen ohnehin keine Armeen mehr zur Verfügung, dieser Weg, verfolgten Christen beizustehen, ist keine Option für sie. Aber sind Sie der Ansicht, daß die militärische Allianz, die – endlich- versucht, die Terroristen auszuschalten, etwas Unrechtmäßiges tut? Würden Sie das im Jargon der Killerbanden verstanden auch als „Kreuzzug“ bezeichnen?
      Oder gehören Sie einfach zu denen, die, wenn der Rest der Welt zur Gegenwehr aufruft, „recht so“ sagen, aber wenn auch Christen das tun, die Nase rümpft?

      Auch egal. Aber weiterhin: angesichts der jetzigen Situation in der hundertausende Familen zerstört werden und der Exodus der christlichen Familien aus dem Orient betrieben wird, empfinde ich das bei einer Familensynode als Thema Nummer 1. Wo ist das Problem?

      • sowohlalsauch schreibt:

        Ich wollte hier keinen unnötigen Streit vom Zaun brechen! Ich hatte den Tenor Ihres Artikels so verstanden: „die“ (Vatikan und DBK) tun nichts wegen ISIS, sondern veranstalten ein Kasperltheater in Rom. Das fand (und finde) ich ungerecht angesichts aller diplomatischen und praktischen Aktivitäten, von denen ich nur einige aufgezählt habe. Dass Sie Ihre Kritik alleine darauf bauen, dass nicht zu REGELMÄßIGEN Gebeten aufgerufen wird, ist mir zu schwach für Ihren Totalverriß. (Ich denke sogar, man darf hier gar nicht so etwas wie eine „Gewohnheit“ („einmal wöchentlich“) aufkommen lassen.) Der Papst hat bei vielen Gelegenheiten (Angelus etc.) für die Verfolgten gebetet und zum Gebet aufgerufen. Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat in seiner Erklärung vom August geschrieben: „Wir rufen die Gläubigen zum NICHT NACHLASSENDEN Gebet für die Menschen im Mittleren Osten auf.“ Dieser auch in allen übrigen Punkten (Militäreinsatz, Verantwortung der Muslime, humanitäre Hilfe) sehr klaren und deutlichen Erklärung kann ich mich insgesamt gut anschließen. Hier der Volltext: http://www.dbk.de/presse/details/?suchbegriff=irak%20gebet&presseid=2613&cHash=acbc19d1e39aed79c345f25ed0fd04cd
        Damit ist auch Ihre Frage nach den „Kreuzzügen“ beantwortet. Natürlich halte ich die (auch bewaffnete) Notwehr und Nothilfe für die von ISIS Bedrohten für legitim und dringend geboten. Ich hatte meine Frage („Was fehlt euch? Ein Aufruf zum Kreuzzug?“) so gemeint: Die Kirche tut mMn sehr viel (wenn auch von Ihnen nicht erwähnt), sie hängt sich in puncto Militäreinsatz sogar recht weit aus dem Fenster, und Ihr jammert rum, dass sie nichts tut. Was wollt Ihr noch?
        Natürlich werden durch Kriege Familien bedroht und zerstört (ebenso wie durch Armut, Naturkatastrophen etc. pp.) aber DIESER akute Krieg ist mMn kein Thema für eine allgemeine Erörterung auf einer Synode dieser Art (Familie im Rahmen der Neuevangelisierung). Wichtiger ist das nächste Woche stattfindende Kardinalstreffen und alle anderen Aktivitäten. Dazu zählt auch die materielle Hilfe für die Flüchtlinge, denen ein harter Winter bevorsteht. Wenn die DBK in allen Kirchen am KOMMENDEN SONNTAG in einer konzertierten Aktion zum Spenden aufruft, sollten Sie das nicht als „routiniert geschäftsmäßig“ abtun. Fazit: Kritisieren Sie gerne die deutschen Bischöfe, wo immer es nötig ist. Hier fand ich es unpassend. Oder anders formuliert: wir alle sollten uns in unserem Ohnmachtsfrust angesichts der Situation in Irak, Syrien etc nicht zu Übersprungsreaktionen und Stellvertreteraggressionsausbrüchen hinreißen lassen. Was wirklich sein muss, ist Geld für die Flüchtlinge. Und da können wir alle aktiv werden.Z.B. hier: http://www.caritas-international.de/
        Nichts für ungut.

    • clamormeus schreibt:

      Ja, kenne ich. Genau das meinte ich. Es vibriert geradezu vor Empathie mit Brüdern und Schwestern im Glauben, nicht? Ich denke, wir reden aneinander vorbei.

      Zu Ihrem vorigen Kommentar:Zur Berechtigung von militärischen Einsätzen lehnt sich die Kirche keinesfalls „recht weit aus dem Fenster“ (empfehle die Lektüre des Katechismus dazu für den Anfang.) Und ich habe nicht „gejammert“

      Und um wohlwollend herablassende pädagogische oder küchenpsychologische Hilfe habe ich auch nicht gebeten. Üben Sie bitte diesbezüglich woanders. Ich möchte nämlich nicht ins Detail gehend schärfer adäquater antworten müssen. Aber einen guten Rat muß ich dann auch noch loswerden: Fangen Sie vielleicht irgendwann an, allein durch Kenntnisnahme von Überschriften die Intention eines Autors zu erahnen. Es klingt vielleicht unmöglich, ist es aber nicht!

      Und ach ja: was wirklich sein muß, ist staatliche Systeme und Ideologien zu überwinden, die zwangsläufig massenhaft Flüchtlinge produzieren. Und dazu gehört es konkret zu artikulieren, warum sie das tun und wer das tut. Ganz konkret.

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