Es geht noch anders, Deo gratias!

Man kann sich an der Vigil zu Epiphanie nätürlich in hanebüchenem Politaktivismus ergehen und sogar einen ganzen Dom zum politischen Transparent umfunktionieren.

Man könnte aber auch den Ritus der Wasserweihe im überlieferten Ritus zelebrieren, einen der schönsten und eindrücklichsten der Kirche. Auch das ist heute geschehen in deutschen Kirchen. Da werden zuerst viele große Heilige angerufen, für uns einzutreten, danach Gott gebeten, uns von Sünde, von Haß, Zorn und allem bösen Willen zu befreien, aber auch von einem jähen Tod zu verschonen. Später fleht man, daß alle Irrenden zur Einheit der Kirche zurückgerufen und die Ungläubigen zum Lichte des Evangeliums geführt werden. Es folgen Psalmen, die Gott rühmen. Und dann der Exorzismus, der den Satan aus dem Wasser vertreibt.

…Also beschwören wir dich, verfluchter Drache und deine ganze teuflische Heerschar, durch den lebendigen Gott, durch den wahren Gott, durch den heiligen Gott; denn also hat er die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn dahingab, auf daß niemand, der an ihn glaubt, verloren gehe, somdern das ewige Leben habe. Höre auf, die Menschen zu betrügen und ihnen das Gift des ewigen Verderbens zu richten. Höre auf der Kirche zu schaden und ihre Freiheit in Fesseln zu schlagen. Fort mit dir Satan, Erfinder und Meisters jeden Truges, Feind des menschlichen Heils! Gib Raum unserem Herrn Jesus Christus, an ihm hast du nichts vorgefunden an deinen Werken;gib Raum der einen, heilige, katholischen Kirche, denn Christus hat sie gewonnen durch sein Blut…

heißt es darin. Nocheinmal wird dann in der Antiphon der Herr gepriesen und daraufhin das Salz geweiht, das Wasser gesegnet, das Salz ins Wasser gestreut, und die Gläubigen damit besprenkelt. Es folgt das Te Deum. (im Büchlein „Kleines Rituale“ von P. Martin Ramm die ganze Weiheliturgie nebst vielen anderen, hier gratis zu bestellen.)

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Man kann aber auch einfach das Licht ausknipsen. Wegen irgendeiner Demo. Was soll’s. Sagt nicht einer, der meint, der Dom soll nicht Kulisse für diese Demo sein ohnehin, daß der Dom prinzipiell schon Kulisse ist?

Nicht mein Problem, ich freue mich auf das Fest der Erscheinung des Herrn.

 

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Eine Antwort zu Es geht noch anders, Deo gratias!

  1. gerd schreibt:

    Irgendwie kann man die Verdunkelung des Domes auch als Menetekel deuten. Was nützt die schönste Beleuchtung nachts, wenn am Sonntag morgen bei Sonnenschein nur noch eine verschwindende Minderheit der Christen den Weg ins Gotteshaus findet? Diese Beleuchtungsorgien selbst bei Dorfkirchen, habe ich immer schon skeptisch gesehen. Obwohl: Wenn dereinst die Christen gefragt werden, warum sie es mit dem Sonntagsgebot nicht mehr so genau genommen haben, können sie sich nicht rausreden, sie hätten die Kirche nicht gefunden. Da genügt der Hinweis, dass dieselben Nachts ja beleuchtet waren.

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