Und wenn hundert Luther und Zwingli aufstehen…

Gestern auf dem Sprung nach draußen in den Sommertag, Notizblock, Stift und Wasserflasche verstaut, ebenso die aktuelle Lektüre, die Magdeburger Hochzeit von Getrud von le Fort. Raus aus der stickigen Bude jetzt, aber eines der Bücherregale hält mich fest. Wer begehrt da dringlich, mich zu begleiten aus dem Fundus der angesammelten noch ungelesenen Schätze? Die Augen rasen durch das Regal, die Finger wühlen. Es ist Prälat Robert Mäder. Er ruft aus einem kleinen weißen Taschenbuch.

Wer sich mitten in all dem klerikalen und anderweitigen Wortgerausche, all dem kakophonen Zaw la zaw, zaw la zaw, kaw la kaw  unserer Tage nach einer klaren katholischen Stimme sehnt, dem sei das Büchlein Eucharistie  von Robert Mäder wärmstens anempfohlen. Es umfaßt rund zwei Dutzend Beiträge zum allerheiligsten Altarsakrament, in Form von Predigten, Exegesen und Betrachtungen, je vom Umfange eines Zeitungsartikels. Diese sind in sich derart dicht und stringent dramaturgisch aufbebaut, daß  es sich fast verbietet, daraus isolierte Teile zu zitieren. Dies tue ich nach diesem Vorbehalt nun trotzdem, um einen Eindruck zu vermitteln. Das folgende stammt aus dem ersten Aufsatz, betitelt mit Der Kommunionunterricht in Karphanaum I

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Jesus aber spricht es kühn aus, was kein Geschöpf nur ahnen könnte: Der Leib des Gottesmenschen ist die Speise der Menschheit; Christus in seiner ganzen Wirklichkeit, mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit ist die Nahrung der Seele. Gott ist dein Brot!…

Ist das nicht das Wunder aller Wunder, das Geheimnis aller Geheimnisse? Es mag sein. Aber nie wird menschliche Spitzfindigkeit diesen erhabenen Kommunionsunterricht aus der Welt schaffen. Und wenn hundert Luther und Zwingli aufstehen, und wenn tausend Religionen dagegegen Sturm laufen, und wenn Millionen Menschen ihre Köpfe schütteln: es bleibt dabei: „Mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise und mein Blut ist wahrhaftig ein Trank.“ Mitten in die Nörgeleien und Spöttereien…fällt immer wieder ein Donnerhall des Ewigen Schwur: „Wahrlich, wahrlich, sage Ich euch: wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben.“

Also ohne Kommunion in der Regel auch kein Himmel! Entweder kommt Christus zu dir als dein Brot, dein Leben, deine Nahrung -oder du kommst in Ewigkeit nie zu Christus.

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Es wird langsam wieder stickig in der Wohnung, freue mich auf draußen und auf die Schreibpausen zu je einem Artikel Robert Mäder.

Ob es das Büchlein noch regulär gibt, weiß ich nicht, dies wurde in einem Ramschladen gefunden. Wie auch Klaus Gamber, der letzte Woche rief. Von dem berichte ich demnächst.

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Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
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