Libera nos Domine!

Zwischendurch mal ein bißchen Ausatmen muß auch mal sein. Sagt man. Bin jetzt so frei.

Ja verdammt, der Präsident hat Recht! Wie dunkel, abgrundtief finster war das erst hier im Westen noch in den 1960er und 70er Jahren. Da kamen plötzlich diese von den Amis, Russen und Juden geschickten Gastarbeiter, und wir, die Scheinentnazifizierten ewig Blondäugigen und Blauhaarigen genisch oder memetischen Forevernazis bis in die siebte Generation Verfluchten taten, was wir mußten. Reihenweise fackelten wir Pizzerien, Tavernen und Tapasbuden ab, ersäuften wir Jugos in ihrem Slivovitz. Hey, und als die uns dann noch Türken schickten, war richtig Party und was wir nicht schafften, das erledigten die Spaguris und die Muftis und die Pollacken und der Ivan untereinander, aber so was von und wie die das taten, das kann man echt kulturelle Bereicherung nennen. Zum Glück gibt uns unser Präsident eine luzide Neuorientierungsvision. Das hat’s jetzt echt gebraucht

Wie blöd, daß das alles nicht wahr ist, und ganz anders war, außer einigen meist zum Glück nur verbalen Geplänkeln, Und wo’s dennoch leider mal drüberrausging, erstaunlich selten, muß man halt sagen, Idioten gibt’s aller Herkunft. Möglicherweise sogar aus den neuen Bundesländern?

Rührig zwar, daß wir einen Präsidenten haben, der zu glauben scheint, diese Märchen seien wahr gewesen. Sorry, aber sowohl 1945 wie 1989 sollten doch lang genug her sein, um es besser zu wissen.

Hell- statt Dunkeldeutschland, überfällige Entblauhaariserung, gern auch sprachlich, jetzt endlich, 2015?

Sorry, Mr. President: Your country is not my country, never ever!

Von was reden Sie?

Fortsetzung folgt. Ich bin als jemand, der wie Millionen von klein auf in Deutschland mit Ausländern aufwuchs,  die Nachbarn, Spielkameraden, Mitschüler und Mitstudenten waren, Kollegen und Freunde sind, oder durch Heirat auch Verwandte wurden, für’s erste ernsthaft sauer.

Sicher gab es auch besonders anfangs auch dumme Sprüche, gegenseitig versteht sich und es hat auch keiner außer den Bürgermeistern „Gastarbeiters welcome“ gewinkt. Und ein paar notorische Ausländerhasser gab’s auch, sogar einige Nazis, alte wie neue, ich denke, nicht weniger als heute. Als ich meine ersten Urlaube in Europa machte, wußte ich, daß es anderswo mehr davon gibt.

Und auch wurde es den Ankömmlingen aus vielen Ländern, die meist anfangs kein Deutsch sprachen, nicht immer leicht gemacht. Die meisten von ihnen wollten nur eine zeitlang hier Geld verdienen, aber viele haben sich dann entschieden, hier zu bleiben und nahmen sogar unsere Staatsbürgerschaft an. Und das nicht vorwiegend aus materiellen Gründen. Sie, ihre Kinder und Enkel machen über ein Fünftel unserer Bevölkerung aus.

Und daran haben ja wohl auch wir, die damals hier Geborenen wie auch unsere Eltern einen Anteil, oder nicht? Bekomme ich jedenfalls öfter von den einst hier Fremden gesagt. Und noch ganz andere Dinge zur jetzigen Einwanderungspolitik, die ich jetzt nicht ausführen will.

Ich verbitte mir also beleidigende, spalterische Sätze über ein nun, endlich, spät und unverhofft sich zeigendes neues helles Deutschland, das sich immer weiter öffnen müsse.

Über clamormeus

Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
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