„Le jeu, c’est un suicide sans mort“

Nettes Spiel auf Twitter entdeckt; die Anmutung der aktuellen Synode als Theaterstück zu assoziieren. Erweitere auf Opern, Operetten, Film- oder Buchtitel. Alle Freiheit herrscht auch darüber hinaus. Was ihr wollt.

Was gäbe es noch ernsthaft zu debattieren? Paradoxa sind Merkmal des Katholischen, Absurdität weniger, Schizophrenie gar nicht, also spielen wir lieber.

Um einen der Apologie unverdächtigen Zeugen zu nennen, werfe ich den durch „Zürich-Dada“ dem ein und anderen bekannten Rumänen Tristan Tzara in den Ring: „Das Spiel ist ein Selbstmord ohne Tod“. Dennoch ein an sich -finde ich- durchaus katholischer Satz. Die Aquinaten unter euch dürfen mir jetzt auch gern ganz strengguckend widersprechen.
Besonders heute, wo ich einer heute 84 gewordenen Großtante Lieslotte zubilligen mußte (wenn Elsa mitliest, sie ist mein Pendant zu Ernst, den ich durch Dich -leider persönlich unbekanntermaßten- lieben gelernt habe), daß sie durchaus mit dem Gedanken an Selbstmord spielen darf, (ihre Situation ist keine erbauliche)  – der Rest der ihr gratulierenden Verwandschaft, wolle sowas ja nicht nicht hören, meinte sie (wollte ich natürlich auch nicht hören, aber von mir erwartete sie eine klare Antwort)- und sie dennoch strikt, aber vor allem für sie glaubwürdig zu überzeugen versuchte mußte, daß sie damit bitte bitte niemals ernst macht. Sie glaubt an Gott, sagte sie vorhin, mit der Kirche will sie aber nichts zu tun haben. Sie war bis 14 ungetauft, weil ihre protestantischen Eltern aus existentiellen Kirchensteuergründen die Kirche standesamtlich verlassen hatten. Um der Jugendweihe unter dem NS-Regime zu entgehen, ließ sie sich dann auf eigenen Wunsch und Initiative taufen.

Die Katholen, erzählt sie, waren und sind ihr im Prinzip sympathischer, die hätten den warmen „Ihr Schäflein.kommt zu uns“ -Tonfall gehabt und sich auch so verhalten Die Protestanten fand sie verurteilend moralisch, deswegen trat sie da auch wieder aus, Jahrzehnte später. Nach dem Tod ihres geliebten Mannes, schreckte sie der Kindermißbrauchsskandal vor der katholischen Kirche ab. O-Ton: „Wenn einer andersrum ist, ist mir ejal, jeht mich nüschts an, aber dann Priester werden, und sich an Jungs vergreifen..“

„Betest Du?“ fragte ich sie. „Kann ich nicht“, sagte sie „Ich sag nur oft:’Lieber Gott, hilf mir!“. – „Also betest Du doch! Werd hartnäckiger!“

Ihr wißt, warum ich das jetzt oute: ich bitte um euer Gebet.

Das andere: man hat sie leider nicht als Expertin zur Synode geladen. Sie hätte aber dort genauso straight gesprochen wie zu mir. Das ist sicher

Es ist wie’s ist. Also spielen wir.

Was? Ach ja, das Stück. Die Synode.
Ich werf mal „Diener zweier Herren“ von Goldoni in die Arena, mir die Gleichlautung von Singular und Plural im Deutschen zunutze machend.

Über clamormeus

Männlich (ohne Disclaimer). In Kürze mehr (ohne Gewähr).
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