Fronleichnam ist Rebhuhn!

¨Die Kirche muß glanzvoll und siegessicher -eben triumphierend- auftreten können und spürbar werden lassen, daß sie in der Gewißheit der Verheißung steht… Darüber hinaus ist sie pilgernder Hinweis auf die triumphierende Kirche. Sie muß in ihrer Demut und Differenz zu ihr aber zugleich den Glanz und die Herrlichkeit der kommenden Verheißung sichtbar machen. Zur rechten Zeit also muß etwas in ihr sichtbar werden von der Herrlichkeit des verheißenen himmlischen Jerusalem, zu anderer Zeit wieder die Mühsal der Via Dolorosa und Armseligkeit der Pilgerschaft¨.

Walter Hoeres, in: ¨Der Aufstand gegen die Ewigkeit¨. (Heute gelesen, gestern Deo gratias erleben dürfen bei der Prozession des Pfarrfronleichnam von St. Peter, dazu noch bald ein eigener Bericht.)

Alles zu seiner Zeit also, unsere Liturgie trägt allem Rechnung. Wenn fasten, dann fasten, wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn, zitiert man Teresa von Avila.
Und Fronleichnam ist Rebhuhn.

Den Priestern, und mögen sie Episkopen sein, die regelmäßig Jubelfeste mit innerweltlicher Tristezza beschweren oder meinen, man solle am Triumphfest der Einsetzung der Heiligen Eucharistie, des verklärten unblutigen Opfers, allerhöchstens zerknirscht mit Fußwascheimern präsent sein, müssen sich fragen lassen, ob sie je über den Karfreitag hinausgekommen sind.

Und die Via Dolorosa ohne den Triumph der Auferstehung ist dann auch nur ein trister Irrweg, ein menschliches Scheitern, die Kommunion ein trocken Brot.Da hilft dann auch keine Show im Todesschiff auf dem Trockenen keinem mehr.

Über clamormeus

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2 Antworten zu Fronleichnam ist Rebhuhn!

  1. Marco Gallina schreibt:

    Die Antwort von Trient auf die Reformation war – so erzählte mir jüngst jemand im Privaten – vor allem eines: Mehr Blattgold!

    Dem will ich hinzufügen: Mehr Barockkunst! Mehr Verherrlichung! Gegen die protestantische Tristezza (um ihr Wort aufzugreifen) oder den calvinistischen Neu-Ikonoklasmus fuhr die Katholische Kirche ihr volles Programm, sodass jede italienische Dorfkirche oder südamerikanische Pfarre einen winzigen Abglanz des Himmelreiches darstellte. Das war kraftvolles, reiches Leben, Bejahung der Schöpfung, Bejahung Gottes, Bejahung des eigenen Seins darin, also überhaupt nicht die vorgeworfene Weltabgewandtheit, wie sie immer wieder laut wird.

    Und wie Sie richtig erläutern: das Boot, das ist ein Boot des Todes. Man sagt, der Mensch soll nicht lachen, wenn man weinen soll; ich entgegne, man soll auch nicht weinen, wenn man lachen soll, außer, es sind Freudentränen.

    • clamormeus schreibt:

      Danke für den wortgewaltigen Kommentar!

      Ja, die Kirche verliert ohne den Anspruch ¨winziger Abglanz des Himmels¨ zu sein, einen wesentlichen Teil ihrer Identität, verweigert sich dem Mysterium Gottes und allem Jenseitigen.

      Auch die Feier der Liturgie wurde ja bis vor kurzem als Abglanz der himmlichen begriffen. Wo man das noch vergegenwärtigt, braucht es nicht mal unbedingt Gold; und dort, wo man es nicht mehr tut, wird selbst die stolzeste Kathedrale trist.

      .

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