Plädoyer für momentanen Verzicht auf Fußwachungen

Zeit für ein Lebenszeichen. Die Entwürfe im Speicher gedeihen und bald wird er geöffnet,ich habe einiges zu sagen, auch zu dem, was gerade so vielen im Herzen und unter den Nägeln brennt.

Ich taste mich ans Bloggen für jetzt mit einem scheinbar rein kirchlichen Thema. Dem Fußwaschungsritus in der Liturgie des Hohen Donnerstags. Ich will jetzt nicht räsonnieren über Feinheiten, aber es sollte klar sein, daß der durchdringendste Akzent dieses wohl vielschichtigsten Festes der katholischen Liturgie auf der Einsetzung der heiligen Eucharistie liegt. Und daß es sich zweiffellos im Rückblick auf das im NT geschilderte letzte Abendmahl um ein den von Christus selbst erwählten Aposteln gewidmetes Geschehen war, in dem die Fußwaschung einen zentralen Akt des Vermächtnis Christi einnimmt, die jene betrifft, die als historisch eingesetzte Urbilder des Weihepriestertums aus diesem Akt hervorgingen: eine Haltungs-und Handlungsanweisung zum Verhalten untereinander: nämlich die des Dienens.
Beide Bedeutungsebenen sind zweifelsohne exklusive, auch die Eucharistie ist nur für die, die sich zu Christus, zun einen dreifaltigen Gott bekennen.
So macht der überlieferte Ritus der Fußwaschung in der Liturgie, ein für katholische Verhältnisse ein erstaunlich ¨naturalistischer¨ Sinn: der Bischof von Rom, als Papst in der petrinischen Nachfolge stehend, dient seinen Bischöfen als ¨Diener der Diener des Herrn¨, die Ortsbischöfe symbolisieren dies an 12 Priestern ihrer Diözese, die Pfarrer 12 Männern ihrer Gemeinde.
Nun mag man sagen, letzteres durchbricht bereits die Exklusivität des klerischen Anspruchs und das ist durchaus richtig. Das Dienen des Klerus jedoch an den ihm jeweils Anvertrauten bleibt im Bild erhalten.
Nun kann man über die letzte Ebene durchaus räsonnieren: Frauen gehören ebenso wie Männer zu den bekennenden Laien, warum sollte der Priester also nicht auch ihnen sinnbildlich rituell die Füße waschen?
Dagegen spräche nichts auf einer ¨Wertebene¨ – vieles aber auf der formalen, die sich wie gesagt auf reales Geschehen bezieht, nachdem Jesus eben nur 12 auserwählten Männern die Füße wusch, nicht seinen Jüngerinnen, nicht mal seiner menschlichen Mutter. (Der Verweiß auf damalige Konventionen jedoch trifft ins Leere, Christis Umgang mit Frauen scherte sich auch diesbezüglich bekanntermaßen um nichts darum).
Das allerdings würde mich nicht sonderlich stören an der der bereits gängigen bis dato liturgieverletzenden Praxis in etlichen Ländern, auch Frauen in den Ritus der Fußwaschung einzubeziehen nachgeschobenen Erlaubnis des aktuellen Papstes.
Er selbst hat diese Liturgie vom ersten Abendmahlamt 2013 in diesem Amt darin verletzt und er ging schon da darüber hinaus: er bezog nicht nur Nichtkatholiken, sondern auch Nichtchristen mit ein und führte und führt diese Praxis weiter fort.
Vor allem aber entzieht er damit den Ritus erstmals seiner katholischen Exklusivität, entfernt ihn gar räumlich seiner Gemeinde, unter Ausschluß der Öffentlichkeit.
Damit wird er zu einem beliebigen politischen Allerweltszeichen. Der Christ habe allen zu dienen ist die demonstrative Botschaft. Und das ist ja gewissermaßen nicht falsch. Nur: warum muß man dies ausgerechnet zu Beginn des Triduum Sacrum so berechend medienträchtig zelebrieren? Wozu eines der höchsten und mysterienschwangersten Feste der katholischen Liturgie opfern und das Band des heiligen Geschehens zwischen Abendmahl, Kreuzestod und Auferstehung zerreißen? Und dabei noch die eigenen Leute ausschließen? Auch der Papst ist frei, an vielen Tagen des Jahres Stzätten menschlichen Elends aller Art aufzusuchen, seine Verbundenheit ohne Rücksicht auf Konfessionen und Religionen auszudrücken. Ich finde keine Antwort, ehrlicher, ich mag sie jetzt nicht äußern.
Fakt ist: der Papst tut es, vorsätzlich, wiederholt. Er überträgt das intime Geschehen zwischen Christus und seinen 12 Aposteln in einen anderen Kontext, in bemüht zeichensetzende Welt- Folklore.
Und allein deswegen danke ich jedem Priester, der auf diesen fakultativen Ritus des Hohen Donnerstags verzichtet unter derzeitiger päpstlicher Prämisse. Wenn der Fels, auf dem -auftragsgemäß- die Kirche gebaut ist, so handelt, macht seine Zelebration keinen Sinn.
Das Weglassen ist sinnvoller, als ein trotziges ¨konservatives¨ Beharren auf ¨bis jetzt waren es immer nur Männer¨.
Sinn ergeben kann doch der Ritus nur, wenn Bischöfe Priestern und Priestern Laien das Dienen veranschaulichen darin.
Wenn der oberste Bischof sich dem verweigert, ist Beharren auf Konvention sinnlos.

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Wohltuendes Fußwaschwasser

Ein halbes Dutzend nicht so übler Entwürfe stauen sich diesen Monat im Speicher, die „Aktualität“ hat es derzeit etwas in sich. Aber irgendeinen Einstieg muß man ja wieder finden. Da nutzt man jede tagespolitische Steilvorlage aus Rom doch gern.

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2016

>>Da die liebe Conbloggerina Elsa mal wieder schneller war in der Zweitverwertung höchst gelungener Neujahrsgrüße als ich –siehe hier– nun ein paar improvisierte Freiluftküßchen von mir>>

Das war der Stand vor ein paar Stunden, und ich wollte ganz anderes hinzufügen vor dem Jahreswechsel. Aktuell herrscht akute Terrorwarnung in München, Bahnhöfe sind geräumt worden, vor Ansammlungen wird von der Polizei gewarnt. Nichts genaues weiß man nicht.

So steht’s, möge es fehlschlagen, was immer irgendwelche A….löcher geplant haben. Die Katholiken unter den Lesern möchte ich bitten, öfter das Michaelsgebet zu beten, immerhin ist der Erzengel Patron dieses Landes.

Dennoch und sowieso: Euch allen ein gesegnetes gutes Neues!

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Verteidigung des verleumdeten Hoteliers zu Bethlehem.

Nein, nicht ganz Bethlehem hatte in der heiligen Nacht die heilige Familie abgewiesen, sondern nur der dortige Hotelier. Er beschied dem Paar, daß er ausgebucht sei. Das Evangelium sagt nicht, er habe gelogen. Also kann man das doch so stehen lassen, statt diesen womöglich honorigen Gastronomen posthum zum Urbild aller xenophoben Hartherzigkeit umzudichten. Muß man aber wohl, wenn man neuerdings auch den Appell, zur Volkszählung in seiner Geburtsstadt zu erscheinen, was eben für Josef als Familenoberhaupt, nuneinmal Bethlehem war, zu Flucht und politischer Verfolgung verdreht. Falsche konstruierte Prämissen kreiieren viele Ungeheuer.
Und wirklich abgewiesen hat der Wirt das Paar ohnehin nicht, sondern ihm den Stall angeboten und einige Decken, Getränke, Wasser und eine Lampe hat er vielleicht auch noch bringen lassen. Möglicherweise hat sogar seine Magd oder die Concierge bei der Geburt assisitiert. Das will ich jetzt sogar ausdrücklich annehmen, irgendjemand muß ja für diesen armen Kerl mal ein gutes Wort einlegen, wenn er jetzt hundertfach in Predigten und Hirtenworten als herzloser, unchristlicher Fremdenabweiser verleumdet wird.

Plausibilitäten für den Zimmermangel ließen sich viele finden, die plötzliche Ankunft einer asiatischen Touristengruppe im Dorf ist eher eine ebenso unwahrscheinliche wie die Belegung durch die Israelische Hohepriesterkonferenz zur Planung eines strukturierten Dialogprozesses. Der Zensus zog vermutlich mehrere hier Gebürtige von auswärts her, das Paar war vielleicht etwas später dran, weil die Hochschwangere viele Pausen brauchte. Und sicher ist sogar, daß die Versorgung Nazareths mit schnellem Internet damals noch nicht sichergestellt, und es so mit Vorabbuchungen etwas schwierig war.

Es braucht aber gar keine Plausibilitäten für den Stall, der sogar schlicht auch ein Gesindehaus nahe der Viehherde gewesen kann, wie Historiker, zum Beispiel Michael Heesemann, vermuten, was u.a. aus dem Umstand geschlossen wird, daß es offene Stallungen, die auf hiesigen Bildnissen der heiligen Nacht immer so romatisch wirken, in der Region gar nicht gab.
Gott hat es so beschlossen, daß sein inkarniertes Wort jenseits allem sozialen Status geboren werde. Kein Palast, keine bürgerlich gute Stube und auch keine Favela oder Turnhalle sollte es sein. Schließlich wird er bald sagen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“
Der Stall ist Teil göttlicher Offenbarungsbildsprache. Ebenso wie es nicht zufällig Hirten sind, die auf Offenbarung des Engels direkte Zeugen des himmlischen Jubels über den Menschgewordenen sein sollen.
Und wo aber zur Weihnacht statt über böse Fremdenfeinde die unsägliche Floskel „Gott auf Augenhöhe mit den Menschen“ bemüht wurde: es waren drei wohlhabende Magoi aus dem Morgenland kurz darauf, die als erste wußten, wie das am ehesten geht: sie knieten nieder, machten sich klein, beteten das Kind an, brachten Opfer dar.

Verweisen darf ich noch auf meinen Beitrag zu selbem Thema vor genau einem Jahr. Bitte hier entlang.

Genug der unnützen Worte.

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Gaudete

Von einem hochgeschätzten, befreundeten Priester bekam ich diesen Weihnachtsgruß

…zum nahen Fest der Geburt des Erlösers darf ich Ihnen viele
Segenswünsche senden. Nirgendwo sind wir dem fleischgewordenen Wort so
nahe wie bei der hl. Messe. Nicht umsonst wird in der alten Form am Ende
der Feier der Prolog des Johannesevangeliums gelesen, also das
Weihnachtsevangelium schlechthin.
So wünsche ich Ihnen allen, dass dieses Geheimnis die Mitte unseres
Lebens bleibt und wir daraus die notwendige Kraft schöpfen, Kirche und
Welt – und nicht zuletzt uns selbst – nach seinem Bild zu erneuern.
Mit herzlichen Grüßen!

Ich denke, das kann ich allen meinen verehrten Lesern und Leserinnen einfach weiterwünschen, auch denen, die in der neuen Form der Messe feiern. Und besonders dieser Abschnitt aus dem Johannesprolog meine ich, verdichtet das, was wir heute feiern, wie kein anderer Text:

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.3
10 Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
12 Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
13 die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit

In diesem Sinne, Ihr Lieben, der Friede des Herrn sei allezeit mit uns, besonders in diesen so irren Zeiten. Schwach sind wir ohnehin, aber nur der Irrsinn hat etwas davon, wenn wir auch noch irre werden. Ich hoffe und bete, daß das Fest auch für unsere Brüder und Schwestern in Verfolgung und Anfeindung oder in persönlicher Drangsal begehen müssen, ein freudiges sein möge!

Gaudete, Christus est natus!

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Rorate

Kurz nach sechs morgens aufbrechen, nachdem man nicht gerade zu früh dafür zu Bett ging, zehn Minuten später in einer U-Bahn sitzend, die Verspätung hat, unter Dutzenden, die mutmaßlich zur Arbeit gerollt werden. Deren Antlitz sagt: ich hatte vielleicht schon einen Schluck Kaffee im Gegensatz zu Dir, aber ich weiß auch nicht, wie ich ich in ein paar mehr oder weniger Minuten wieder der Kollege, die Kollegin XY werden soll,ich weiß auch nicht, warum es noch immer gut gegangen ist. Doch, das ist Gottvertrauen. Am erwählten Haltepunkt in der Röhre ankommend, eine Uhr zeigt 6:29 an, die Rolltreppe hochhastend. Eine junge Frau und ein Herr in den Sechzigern vor mir tun dasselbe. Ich überhole sie kurz vor dem Ende des langen Fließbands.
Und 30, 40 Schritte später weiß ich, daß ich die erste Dummheit des Tages begangen habe, vielleicht sogar die Sünde des Hochmuts. O mei, dachte ich noch beim auf dem Fließband aus dem Hades hochhastend, die sind spät dran zu ihrer Arbeit, und ich will die Messe rechtzeitig erreichen. Und jetzt sind die beiden, wo ich das Kirchenportal öffne, unmittelbar hinter mir. Klar halte ich ihnen die Tür auf, überlasse ihnen den Vortritt. Beide lächeln nicht, sagen nicht danke, ihnen war klar, daß ich dasselbe Ziel und Ansinnen zu eilen hatte. Unsere Finger dann gleichzeitig im Weihwasserbecken.
In der italienistischen Kirche außerhalb Italiens brennen hunderte Kerzen, kein anderes Licht. So viele sind hier, fast wie in einer Sonntagsmesse. Und eine Harfe spielt. Der Zelebrant läßt das Mikrophon ausgeschaltet.
O Heiland, reiß die Himmel auf am Ende. Ja, die Kirche kann, wenn sie will. Und draußen geht dann die schnelle Dämmerung in den baldigen Sonnenaufgang über. Ja, ich habe wieder eine Ahnung, was ein Morgen, ein Anfang, was ein Tag ist.
Früh aufstehen allein reicht nicht. Und länger schlafen ist auch keine Lösung.

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Salve Regina!

Heute nix über Viecher und Mistviecher.

Nur das:

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