2016

>>Da die liebe Conbloggerina Elsa mal wieder schneller war in der Zweitverwertung höchst gelungener Neujahrsgrüße als ich –siehe hier– nun ein paar improvisierte Freiluftküßchen von mir>>

Das war der Stand vor ein paar Stunden, und ich wollte ganz anderes hinzufügen vor dem Jahreswechsel. Aktuell herrscht akute Terrorwarnung in München, Bahnhöfe sind geräumt worden, vor Ansammlungen wird von der Polizei gewarnt. Nichts genaues weiß man nicht.

So steht’s, möge es fehlschlagen, was immer irgendwelche A….löcher geplant haben. Die Katholiken unter den Lesern möchte ich bitten, öfter das Michaelsgebet zu beten, immerhin ist der Erzengel Patron dieses Landes.

Dennoch und sowieso: Euch allen ein gesegnetes gutes Neues!

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Verteidigung des verleumdeten Hoteliers zu Bethlehem.

Nein, nicht ganz Bethlehem hatte in der heiligen Nacht die heilige Familie abgewiesen, sondern nur der dortige Hotelier. Er beschied dem Paar, daß er ausgebucht sei. Das Evangelium sagt nicht, er habe gelogen. Also kann man das doch so stehen lassen, statt diesen womöglich honorigen Gastronomen posthum zum Urbild aller xenophoben Hartherzigkeit umzudichten. Muß man aber wohl, wenn man neuerdings auch den Appell, zur Volkszählung in seiner Geburtsstadt zu erscheinen, was eben für Josef als Familenoberhaupt, nuneinmal Bethlehem war, zu Flucht und politischer Verfolgung verdreht. Falsche konstruierte Prämissen kreiieren viele Ungeheuer.
Und wirklich abgewiesen hat der Wirt das Paar ohnehin nicht, sondern ihm den Stall angeboten und einige Decken, Getränke, Wasser und eine Lampe hat er vielleicht auch noch bringen lassen. Möglicherweise hat sogar seine Magd oder die Concierge bei der Geburt assisitiert. Das will ich jetzt sogar ausdrücklich annehmen, irgendjemand muß ja für diesen armen Kerl mal ein gutes Wort einlegen, wenn er jetzt hundertfach in Predigten und Hirtenworten als herzloser, unchristlicher Fremdenabweiser verleumdet wird.

Plausibilitäten für den Zimmermangel ließen sich viele finden, die plötzliche Ankunft einer asiatischen Touristengruppe im Dorf ist eher eine ebenso unwahrscheinliche wie die Belegung durch die Israelische Hohepriesterkonferenz zur Planung eines strukturierten Dialogprozesses. Der Zensus zog vermutlich mehrere hier Gebürtige von auswärts her, das Paar war vielleicht etwas später dran, weil die Hochschwangere viele Pausen brauchte. Und sicher ist sogar, daß die Versorgung Nazareths mit schnellem Internet damals noch nicht sichergestellt, und es so mit Vorabbuchungen etwas schwierig war.

Es braucht aber gar keine Plausibilitäten für den Stall, der sogar schlicht auch ein Gesindehaus nahe der Viehherde gewesen kann, wie Historiker, zum Beispiel Michael Heesemann, vermuten, was u.a. aus dem Umstand geschlossen wird, daß es offene Stallungen, die auf hiesigen Bildnissen der heiligen Nacht immer so romatisch wirken, in der Region gar nicht gab.
Gott hat es so beschlossen, daß sein inkarniertes Wort jenseits allem sozialen Status geboren werde. Kein Palast, keine bürgerlich gute Stube und auch keine Favela oder Turnhalle sollte es sein. Schließlich wird er bald sagen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“
Der Stall ist Teil göttlicher Offenbarungsbildsprache. Ebenso wie es nicht zufällig Hirten sind, die auf Offenbarung des Engels direkte Zeugen des himmlischen Jubels über den Menschgewordenen sein sollen.
Und wo aber zur Weihnacht statt über böse Fremdenfeinde die unsägliche Floskel „Gott auf Augenhöhe mit den Menschen“ bemüht wurde: es waren drei wohlhabende Magoi aus dem Morgenland kurz darauf, die als erste wußten, wie das am ehesten geht: sie knieten nieder, machten sich klein, beteten das Kind an, brachten Opfer dar.

Verweisen darf ich noch auf meinen Beitrag zu selbem Thema vor genau einem Jahr. Bitte hier entlang.

Genug der unnützen Worte.

Veröffentlicht unter Allgemein, Tagesgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Gaudete

Von einem hochgeschätzten, befreundeten Priester bekam ich diesen Weihnachtsgruß

…zum nahen Fest der Geburt des Erlösers darf ich Ihnen viele
Segenswünsche senden. Nirgendwo sind wir dem fleischgewordenen Wort so
nahe wie bei der hl. Messe. Nicht umsonst wird in der alten Form am Ende
der Feier der Prolog des Johannesevangeliums gelesen, also das
Weihnachtsevangelium schlechthin.
So wünsche ich Ihnen allen, dass dieses Geheimnis die Mitte unseres
Lebens bleibt und wir daraus die notwendige Kraft schöpfen, Kirche und
Welt – und nicht zuletzt uns selbst – nach seinem Bild zu erneuern.
Mit herzlichen Grüßen!

Ich denke, das kann ich allen meinen verehrten Lesern und Leserinnen einfach weiterwünschen, auch denen, die in der neuen Form der Messe feiern. Und besonders dieser Abschnitt aus dem Johannesprolog meine ich, verdichtet das, was wir heute feiern, wie kein anderer Text:

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.3
10 Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
12 Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
13 die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit

In diesem Sinne, Ihr Lieben, der Friede des Herrn sei allezeit mit uns, besonders in diesen so irren Zeiten. Schwach sind wir ohnehin, aber nur der Irrsinn hat etwas davon, wenn wir auch noch irre werden. Ich hoffe und bete, daß das Fest auch für unsere Brüder und Schwestern in Verfolgung und Anfeindung oder in persönlicher Drangsal begehen müssen, ein freudiges sein möge!

Gaudete, Christus est natus!

Veröffentlicht unter Allgemein, Tagesgedanken | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Rorate

Kurz nach sechs morgens aufbrechen, nachdem man nicht gerade zu früh dafür zu Bett ging, zehn Minuten später in einer U-Bahn sitzend, die Verspätung hat, unter Dutzenden, die mutmaßlich zur Arbeit gerollt werden. Deren Antlitz sagt: ich hatte vielleicht schon einen Schluck Kaffee im Gegensatz zu Dir, aber ich weiß auch nicht, wie ich ich in ein paar mehr oder weniger Minuten wieder der Kollege, die Kollegin XY werden soll,ich weiß auch nicht, warum es noch immer gut gegangen ist. Doch, das ist Gottvertrauen. Am erwählten Haltepunkt in der Röhre ankommend, eine Uhr zeigt 6:29 an, die Rolltreppe hochhastend. Eine junge Frau und ein Herr in den Sechzigern vor mir tun dasselbe. Ich überhole sie kurz vor dem Ende des langen Fließbands.
Und 30, 40 Schritte später weiß ich, daß ich die erste Dummheit des Tages begangen habe, vielleicht sogar die Sünde des Hochmuts. O mei, dachte ich noch beim auf dem Fließband aus dem Hades hochhastend, die sind spät dran zu ihrer Arbeit, und ich will die Messe rechtzeitig erreichen. Und jetzt sind die beiden, wo ich das Kirchenportal öffne, unmittelbar hinter mir. Klar halte ich ihnen die Tür auf, überlasse ihnen den Vortritt. Beide lächeln nicht, sagen nicht danke, ihnen war klar, daß ich dasselbe Ziel und Ansinnen zu eilen hatte. Unsere Finger dann gleichzeitig im Weihwasserbecken.
In der italienistischen Kirche außerhalb Italiens brennen hunderte Kerzen, kein anderes Licht. So viele sind hier, fast wie in einer Sonntagsmesse. Und eine Harfe spielt. Der Zelebrant läßt das Mikrophon ausgeschaltet.
O Heiland, reiß die Himmel auf am Ende. Ja, die Kirche kann, wenn sie will. Und draußen geht dann die schnelle Dämmerung in den baldigen Sonnenaufgang über. Ja, ich habe wieder eine Ahnung, was ein Morgen, ein Anfang, was ein Tag ist.
Früh aufstehen allein reicht nicht. Und länger schlafen ist auch keine Lösung.

Veröffentlicht unter Allgemein, Tagesgedanken | Verschlagwortet mit , , , , | 4 Kommentare

Salve Regina!

Heute nix über Viecher und Mistviecher.

Nur das:

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Katholisch verblödet durch’s Web?

Der Test von Clamormeuspress Boulevard.

Vier assoziative Filmtitel

a) Die schwarzen Assis und ihr Demagoge
b) Perplex Sabbath – erst kommt das Fressen, dann kein Kondom
c) Ein Türke namens Sancteclaus
d) Satanisches CO² – die Feinde des ewigen Klimaheils

Jedesmal mit „Hä?“ geantwortet?

Sehr gut, Sie haben sich viel Blödsinn erspart!

Veröffentlicht unter clamormeuspress, Mühsam beherrscht | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

Meinen Lesern ein Gutes Neues!

Auch in Jahren wie diesen, wo zu düsterem Dräuen so viele zum Ordnen Berufene sich mit im Veitstanz drehen, das Lied der gemeinsamen Werte schmetternd, während jeder gegen jeden keilt und giftet, geht das Leben weiter. Auch das kirchliche.
So erzähle ich noch vom ausklingenden Kirchenjahr. Zu Allerheiligen hatte mich ein Infekt geschwächt, ich behalf mir erstmals mit einer im Livestream übertragenen Feiertagsmesse statt selbst in einer Kirche zu sein. Eine schwache Krücke fürwahr, aber eines hätte ich wohl anderweitig versäumt, eine wunderbare Predigt von einem französischem Priester in geschliffenem Deutsch. Er hob an mit den schweren Kämpfen dieser Tage, den Anfeindungen und Anfechtungen des Glaubens aller Art. O ja, es zerrt und zieht aus allen Ecken.

Den Kämpfen, weiß der Prediger, kann man nicht ausweichen,man muß sich stellen. Aber man soll nicht kämpfen, wie es unsere Feinde tun. Und überhaupt nicht mit allzumenschlichen Mitteln. Er schlug den Bogen zum Christkönigsfest, daß im alten Kalender sonntags zuvor gefeiert wurde. Christus hat all diese Kämpfe gewonnen, und für immer triumphiert. Ihn sollen wir in uns und ihn durch uns siegen lassen. Nie vergessen, daß wir nicht allein sind, daß die leidende und die triumphierende Kirche stets mit uns ist. Und am Ende wird nurmehr die triumphierende Kirche sein.
In dieser haben die Heiligen schon Wohnstatt. Und wir daran Anteil, wenn wir sie feiern. Die Skandalisierer der Heiligenverehrung, die Gottes Majestät durch Menschenverehrung verdunkelt wähnen, haben Unrecht. Denn, so der Prediger, wenn Gott es nicht nur gefiel, sie zu retten, sondern auch, ihnen die Gabe der Fürsprache für die streitende Kirche zu schenken, wäre es töricht, sie nicht anzurufen.

Nachmittags kann ich mich wieder zu einem Spaziergang aufraffen, um am nahen Friedhof für meine Toten zu beten und die kleine Kirche dort aufzusuchen. Dort treffe ich zufällig die Pfarrgemende des Stadtteils an, mehrere Priester halten eine feierliche Andacht, dann ziehen die rund 200 Gläubigen singend und betend um die mit roten Lichtern geschmückten Gräber. Das Tröstliche dieses ganz eigentümlichen Ernstes wird angehoben durch das strahlende Blau des Himmels.

Tags darauf eile ich morgens zum Allerseelenamt in die Pfarrkirche der Innenstadt. Nach dem gestrigen Ausblick nach oben, zum verheißenen Ziele hin, heute die Mahnung: du hast es noch nicht errreicht. Über die große schwarze Tumba vor dem Altarraum hinweg, muß der Blick zum Tabernakel wandern. Ja, hier sind wir, der Tod ist zu bestehen. Und keiner kennt die Stunde. Mitringen mit der Sequenz des Requiems: „Wenn selbst der Gerechte zittern muß. wie soll ich Armer bestehen?“ und mitflehen „Herr, laß Deine Mühen doch an mir nicht vergebens sein!“ Bangen. Und Hoffen. Und beten für die, die hier nicht mehr unter uns sind. Ein Scharlatan, wer uns dies rauben will, den Blick auf ewig strahlenden Triumph, das Zittern vor dem ungewissen Augenblick.

Diesmal will ich eifrig sein, alle acht Ablässe vollständig für die Toten im Fegfeuer gewinnen. Einmal will ich es endlich ganz schaffen. Acht mal Friedhöfe besuchen und für die Toten beten, für die, die man kennt, oder von denen man von Freunden gehört hat; für jene, für die hier vielleicht niemand betet. Und für die, die jetzt gerade oder bald sterben, viele von ihnen plötzlich und unerwartet. Das kleine Opfer, zu dem auch acht Messen mit Kommunion gehören, wird zum großen Gewinn. Nur eine gute Stunde je Tag alles in allem, und das in einer Stadt, wo man zu jeder Tageszeit eine Messe feiern kann – was stelle ich mich manchmal doch an. Aber diesmal gelingt es. Nur die Beichte mußte noch eine Woche warten.

In all den Stürmen und Schrecken, in all dem blutrünstigen Treiben, all dem lärmenden Wortgerausche dieser Zeit, wo jeder jeden mit ultimativen Appellen anherrscht, und die Getriebenen dem anderen jede Ruhe, jeden Anker, jedes Eigene, jede Wurzel zu rauben trachten -ist es nicht wunderbar, daß dies alles dennoch möglich ist? Eine Gnade, hier zu leben. Lange bin ich an ihr vorbeigerannt.

Und wo immer ihr seid, liebe Leser und Leserinnen, Euch allen einen schönen Advent und ein gesegnetes, hoffnungsvolles, unversehrt behütetes neues Kirchenjah. Laßt Euch nich irre machen und Dank für Eure Treue!

Veröffentlicht unter Allgemein, Tagesgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare