Fragen

Immer wieder hört man, auch ein Priester mit unmoralischer Lebensführung spende die Sakramente gültig. Wenn katholische Laien wegen derselben Vergehen von deren Empfang bis zur Bereinigung ausgeschlossen bleiben, und der Empfang eines Sakramentes bis dahin ungültig ist, darf gefragt werden, warum sie ein Priester dann gültig spenden können sollte.

Ist das klerischer Dünkel oder Laienskepsis, die den Priestern mißtraut aber der Wirkung des Sakraments versichert bleiben möchte?

Update: Mittlerweile fiel mir ein, daß ja auch der Priester als Zelebrant einer Messe selbst kommuniziert. Und hier wird es dann besonders spitzfindig, wenn er als Person dabei nicht im Stand der Gnade ist, dürfte er demnach die Hostie zwar nicht empfangen; aber nach der gängigen Meinung dennoch gültig konsekrieren und sie gültig anderen spenden. Das verstehe einer. Mag sein, daß Kirchenrechtler juristisch einen Kniff eröffnen können, warum ein von Laien von solchem Priester empfangenes Sakrament dennoch gültig sein könnte. Aber das ist nicht mein Anliegen. Ich bin durchaus der Ansicht, daß die Rolle der von Lebensführung und Persönlichkeit eines Priesters oft allzu nonchalant abgetan wird, nach dem Motto; nur die Weihe zählt. Oder noch zuspitzter: die Verfehlungen eines Priesters können der Weihe nichts anhaben.

Ich bin anderer Ansicht. Und der geneigte Leser und die treue Leserin wird ahnen, daß dies ein Warmschreiben auch für Texte über die große Erschütterung der Una Sancta ist, die gerade zummassiven Erdbeben mit mehreren Epizentren anschwillt.

Salvete!

PS /Errata:

Wohl dem Blogger, der schreibet unter dem wachen Auge der gütigen, klugen Latinistin, die sanft ihn sogleich belehret..!

Ich verabschiede mich also mit tatam:

Valete nicht Salvete!

und sage Servus is zum nächsten mal oder einfach nur Salvete again!

clamormeus

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Namd.

Ja. Es hat etwas länger gedauert, bis es weitergeht. Ein ganz kleines bißchen (an dieser Stelle bitte ein Emoticon Ihrer Wahl mitlesen falls es das bedarf). Warum geht es überhaupt weiter hier? Das ist die bessere Frage. Ich habe sie endlich mit einem deutlichen „Weil ich JA will!“ beantwortet. Warum was weiß ich. Der Header fliegt bald wieder raus, ich will diesen Tiercontentquatsch hier nicht. Aber Pferde um ein Gipfelkreuz sagen schon was, gerade, wenn man sich bis man fast neben ihnen stand einreden wollte, es seien Kühe. Rindviechern traut man alles zu. Schön dann, daß Pferde den Gipfel stürmten. Aber nicht postkartenschööön. Unheimlich schön. Und jeder unserereiner Artgenossen, der sich dennoch hinauftraute zum Kruzifix war im Bann dieser Schönheit und beunruhigt.

Ach ja, irgendwas treibt einen ja immer zu irgendetwas. Ob es bei mir nun wirklich das war, was mich zurück zu Blogge rief, weiß ich nicht. Ich schließe es nicht aus. Also. Es geht weiter. Wie? Kommt und lest und hört.

 

 

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Ob der Löwe schläft heut‘ Nacht?

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Das Photo stammt aus der heurigen Fastenzeit und zeigt die Theatinerkirche in München. Im folgenden geht es nicht um diesen konkreten Tempel.

Der Löwe hat die Kirche im Blick. Die ist offensichtlich im Umbau. Nicht sichtbar ist, was sich danach hinter der teils verhüllten, teils strahlend leuchtenden Fassade abspielen wird.

Wird  auf verborgenen Pfaden eine Erneuerung geschehen? Oder bleibt nur noch die imposante Fassade und hinter den Mauern vollzieht sich dann etwas, was nichts oder nicht mehr wirklich mit der Una Sancta zu tun haben wird?

Noch, hierzulande, scheint der Löwe in der Versteinerung gebannt. Hierzulande. Warum soll das so bleiben? Das darf, nicht nur nur an einem Freitag wie dem heutigen, gefragt sein. Einem Tag, der so viel Mißverständnis, Dummheit, Verfall des Formbewußtseins und der Erinnerung, ruchlose Nonchalance zeitigte aber auch neuen Bruch mit allen unseren Vorfahren sowie  schiere Zerstörungswut und abgründige Bösartigkeit ans Licht zerrte?

In diesem Sinne, in anderen auch geht es jetzt hier weiter.

Seid gegrüßt!

 

 

 

 

 

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Gewiß….

seid Ihr alle schon voller Unruhe, da ich Euch so lange, lange nicht geschrieben!

Das glaube ich weniger, so beginnt nur die Novelle Der Sandmann von E. T. A. Hoffmann. Dem aber, der eine oder die andere meine hiesige Absence bemerkt oder gar meine Stimme vermißt hat, habe ich gutes zu künden: Es geht hier bald weiter.

Seid alle gegrüßt!

 

 

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Fair is foul, foul is fair – Papst hält die meisten sakramentalen Ehen für ungültig.

Es gibt viele sakramental geschlossene Ehen. Genaue Zahlen finde ich gerade nicht, aber bei gut einer Milliarde Katholiken weltweit dürften wir mit mindestens 100 Millionen richtig liegen, vermutlich sind es noch viel mehr.

Der Papst jedenfalls hält die meisten dieser Ehen für ungültig geschlossen. (Zur Quelle hier http://www.ncregister.com/daily-news/most-marriages-today-are-invalid-pope-francis-suggests/)

Begründung: da wir in einer ¨Kultur des Vorläufigen¨ lebten, könnten die Brautleute die Dimensionen des Eheversprechens gar nicht erst verstehen. Noch pointierter: sie schwören sich zwar Treue, bis daß der Tod sie scheidet, wissen aber dabei nicht, was sie sagen. Mit anderen Worten: sie seien eheunmündig.

Wie gesagt, wir sprechen von mehreren zig Millionen, denen der Papst unterstellt, sie lebten in einer Ehe, die nicht sakramental geschlossen hätte werden dürfen, weil ein Ehehindernis vorgelegen habe.

Nun mag es durchaus sein, daß allzuviele Priester allzu nonchalant einem Paar den Segen geben, das heißt, ohne die Ernsthaftigkeit des Ehewillens der Brautleute gründlich zu prüfen. Ohne ihnen gründlich zu vermitteln, daß die sakramentale Ehe eben kein (rein) weltlich Ding ist. Das allerdings ist das Versäumnis dieser Kleriker.

Wo aber das ¨Ja, ich will¨ einmal vor Gott und der Welt gesagt ist, muß es als gültig betrachtet werden. Auch und gerade in Zeiten, in der die Mode Beliebigkeit und Vorläufigkeit als Tugend verkauft und Treue, Beständigkeit und Erleidensfähigkeit in den Ruch der Rigidität bringt. So war es immer Sitte und Gesetz der Kirche: Das Sakrament wird als gültig erachtet, bis schwerwiegende Indizien auftauchen, die für eine Ungültigkeit, also ein verborgenes Ehehindernis vor der Trauung sprechen.

Franziskus liefert diese Indizien nicht, er trägt nur eine Hypothese vor. Mit der er plaudernd zig Millionen verheirateten Katholiken vor aller Welt vorhält, daß ihre Ehe gar keine sei. Ein ungeheuerlicher Satz. Und eine imho bodenlose Unverschämtheit gegen Millionen Ehegatten, von denen er nichts weiß.

Wörtlich sprach er von ¨den meisten¨. Doch was ist mit anderen, den wenigen, denen er den Stand der Ehe nicht verbal aberkennt? Leben die etwa in einer anderen Kultur? Sicher nicht. Oder aber: ist es also doch möglich, sich den Zeitmoden zu entziehen und gegen den lärmend propagierten Geist des ewigen Provisoriums zu siegen? Warum dann den einen und anderen nicht? Der Pontifex stellt diese Fragen nicht einmal, geschweige denn, daß er sie beantwortete.

Stattdessen empfiehlt er unter anderem ein Zusammenleben wie Mann und Frau ohne Trauschein,  ohne Sakrament. Daß dies nach der geltenden Lehre Sünde ist, erwähnt er nicht einmal. Die Theorie: so könnten die noch Unmündigen allmählich zu einer Reife gelangen, die sie irgendwann doch noch zur Ehe befähigte. Selbstverständlich müßten sie dabei ¨begleitet¨ werden.

Schon die Lebenserfahrung spricht dagegen. Zwar gibt es tatsächlich Paare, aber auch Einzelpersonen, die lange brauchen, den entscheidenden Schritt zu tun. Aber viel mehr, bei denen ein ¨g’schlampertes Verhältnis¨ eher zu einem zweiten und dritten führt und sich die Unverbindlichkeit durch Gewohnheit verfestigt.

Es summt unüberhörbar zwischen des Pontifex Zeilen das Kaspersche Lied von der Gradualität, von der sakramentalen Ehe als für viele unerreichbares Ideal. Und denen, die es dennoch unternehmen wird nun noch mehrheitlich eine Scheinehe attestiert. (müssen nun eigentlich alle Ehepaare zum Gültigkeitstest, oder wie findet man heraus, ob man selbst gemeint ist?)

Der Verdacht, daß durchgedrückt werden soll, was die Mehrheit der Familiensynode noch abwehrte, drängt sich auf: die Schleifung der Bastion Ehe, die Segnung nichtehelicher Verhältnis. Fatal.

Warum liest der Papst nicht seinen Priestern die Leviten, die Ehevorbereitung in vollem Sinne ernst zu nehmen, auf daß keiner mehr sagen kann: ¨Das habe ich nicht gewußt!¨? Und wenn es denn in diesen wilden stürmischen Zeiten tatsächlich mehr Heroismus bräuchte, eine sakramentale Ehe zu wagen, -aber waren nicht fast alle Zeiten stürmisch auf ihre Art?- dann erwartete ich den flammenden Aufruf ¨Seid Helden, versucht es!¨ statt paternalistischem Gluckentum und Entmündigung von Millionen Katholiken, die, ob fest oder wankelmütig im Glauben, diesen Kampf aufgenommen haben, sicher auch oft mit dem Kreuz ringend.

Aufmuntern, anspornen muß sie ein guter Hirte.  Und nicht massenhaft verführen, das Kreuz wegzuwerfen und in schlechten Zeiten durch den nun meilenweiten Notausgang der Annullierung zu entfliehen.

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Fronleichnam ist Rebhuhn!

¨Die Kirche muß glanzvoll und siegessicher -eben triumphierend- auftreten können und spürbar werden lassen, daß sie in der Gewißheit der Verheißung steht… Darüber hinaus ist sie pilgernder Hinweis auf die triumphierende Kirche. Sie muß in ihrer Demut und Differenz zu ihr aber zugleich den Glanz und die Herrlichkeit der kommenden Verheißung sichtbar machen. Zur rechten Zeit also muß etwas in ihr sichtbar werden von der Herrlichkeit des verheißenen himmlischen Jerusalem, zu anderer Zeit wieder die Mühsal der Via Dolorosa und Armseligkeit der Pilgerschaft¨.

Walter Hoeres, in: ¨Der Aufstand gegen die Ewigkeit¨. (Heute gelesen, gestern Deo gratias erleben dürfen bei der Prozession des Pfarrfronleichnam von St. Peter, dazu noch bald ein eigener Bericht.)

Alles zu seiner Zeit also, unsere Liturgie trägt allem Rechnung. Wenn fasten, dann fasten, wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn, zitiert man Teresa von Avila.
Und Fronleichnam ist Rebhuhn.

Den Priestern, und mögen sie Episkopen sein, die regelmäßig Jubelfeste mit innerweltlicher Tristezza beschweren oder meinen, man solle am Triumphfest der Einsetzung der Heiligen Eucharistie, des verklärten unblutigen Opfers, allerhöchstens zerknirscht mit Fußwascheimern präsent sein, müssen sich fragen lassen, ob sie je über den Karfreitag hinausgekommen sind.

Und die Via Dolorosa ohne den Triumph der Auferstehung ist dann auch nur ein trister Irrweg, ein menschliches Scheitern, die Kommunion ein trocken Brot.Da hilft dann auch keine Show im Todesschiff auf dem Trockenen keinem mehr.

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Nebengedanke zu Ostern

In München gibt es keine Ausreden. Die Fülle ist groß. In prächtigen Kirchen strengen sich Priester, Meßner, Altardienste, Musiker, Scholen und Chöre an, Tage wie das heilige Triduum jetzt, in Würde und Schönheit zu zelebrieren. Die Gläubigen tun das Übrige, und sie kennen auch jene Gotteshäuser, in denen man nie Liturgieverstöße,tagespolitische Larifaripredigten oder Laientamtam befürchten muß. Und sie strömen zahlreich. Etliche pilgern, wie gestern, morgens von der einzigartigen Trauermette der Dominikaner zur Andacht zu den letzten sieben Worten des Herrn nach St. Peter oder zum Kreuzweg mit Gebeten und Betrachtungen vom Papst emeritus oder anderswo hin. Die Auswahl nachmittags bei der Karfreitagsliturgie ist groß, auch der ältere römische Ritus ist vertreten, und auch hier sind die Kirchen voll. Am Karsanstag war es wieder so,frühs bei den Metten und Anbetungen des Heiligen Grabes,abends zur Feier der Osternacht, sie werden fast überquellen. Auch in den Stadtteilkirchen und bei den hier zahlreichen ausländischen Missionen. Und am Ostersonntag und Ostermontag werden dutzendfach festliche Komponistenmessen erklingen.
Aber auch sonst sind sonntags die meisten Kirchen sehr gut gefüllt und selbst die vielen Werktagsmessen ziehen erstaunlich viele an. Es wird nichts weniger hier, was das betrifft. Im Gegenteil: dort, wo es im Meßritus um Gott geht und man die Formen in Schönheit und Tiefe erklingen oder sprechen läßt, verjüngt sich die Schar sichtbar.
Es gibt hier jedenfalls alles,und jeder weiß bald, wo er es findet, und kennt auch die Kirchen,die er meiden möchte.

Und dennoch, auch zu Ostern, das Draußen. Wo immer noch viel mehr strömen, die nichts wissen von Feiertagen und Festen, oder Katholiken, die es nicht mehr wissen wollen. Und wie gesagt, in dieser Stadt verfängt es nicht, daß zu schlampig zelebriert werde, der Glaube nicht oder verwässert verkündet, daß das Bußsakrament vernachlässigt sei. (Das gibt es hier schon auch, aber eben nur auch).

Und das läßt mich zweifeln,ob man darüber allzu betrübt sein sollte.Ich lasse mich jedenfalls von der seit einigen Jahren grassierenden Missionaritis nicht anstecken. Ich tue in meinem Bekanntenkreis, was mir zukommt: ich bekenne den Glauben, ich versuche auskunftsfähig darüber zu sein bei Fragen oder auch zur Widerlegung von Anwürfen. Ich bin dabei nicht aufdringlich, aber beantworte stets jedem jede an mich gestellte Frage dazu, die ich beantworten kann.
Die ganzen Konzepte der ¨niederschwelligen¨ Zumutungen ziehen keinen zum Glauben, ebensowenig das hilfsbereite Nett- und Gutsein zu anderen. Aber auch umgekehrt gilt: auch die würdigsten und schönsten Liturgien, die profundesten Katechesen und innigsten Andachten tun das kaum.
Und damit sollte man sich nicht beschweren. Ich weiß es durch mein eigenes Leben: all das war hier da auch schon in den Jahren, als ich blind vorbeilief, vielleicht nicht in der jetzigen Überfülle, aber es war da. Und auch die Gläubigen waren hier, aber ich habe keinen gefragt. Der ein oder andere hat sicher für mich gebetet, für mich persönlich oder für ¨Leute wie mich¨. Das tue ich nun auch öfter. Und ich bin da, bei irgendjemandes Anruf.
Ich selbst also bin jahrelang vorbeigegangen,und selbst das Sacrum Triduum erreichte mich nicht. Der Verrat an Christus,die Einsetzung der Eucharistie,sein Leiden in Getsemani,sein Kreuzweg und Tod, seine Auferstehung, sein Triumph: es war nichts mehr präsent davon in mir, und ich tat sonstwas oder fand höchstens die Leute mit den Osterkerzen schön, die ich beim Heimweg aus einem Lokal sah. Nur ein ungreifbar beunruhigender Anflug schlechten Gewissens streifte mich dabei.
Und heute weiß ich es ja: alles war da, und es lag allein an mir. Ich verweigerte mich. Und dann reichte ein Anklopfen und eine kleine Standhaftigkeit – und die Füllhörner Gottes Gnade öffneten sich für mich. Und diese wunderbare Geschichte ist alles andere als eine einzigartige. Unzählige kennen sie als die eigene.
Und wenn ich nun etwas erschöpft aber glücklich aus der Feier der heiligen Woche heraustrete und die sehe, die mit klammen Blicken auf meine Osterkerze schauen wenn ich ihnen Gesegnete Ostern wünsche, dann bete ich für sie und werde jedem, der mich irgendwie braucht versuchen hilfreich zu sein. Mehr kann ich nicht und mehr muß man auch nicht. Es ist alles da. In Fülle. Nur danach rufen muß man selbst.

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